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Natürlich gilt unten Geschriebenes v.a. für Amateure. Wenn ich mir als Profi die Zeit völlig frei für das Training einteilen kann, kann ich auch differenzierter vorgehen. Idealerweise sollten wir natürlich alle die ganze Bandbreite der Trainingsmethoden (Dauermethode, Intervallmethode, etc.) und Trainingsprinzipien (Relation von Belastung und Erholung, Wiederholung und Kontinuität, Periodisierung, etc.) für unser persönliches Fortkommen nutzen.
Nur sehe ich im Amateurbereich SEHR WENIGE, die sowohl das nötige Know How (s.o.) besitzen, als auch dieses in der täglichen Trainingspraxis umsetzen.
Wie läuft das bei Dir?

OK, OK. Auf besonderen Wunsch, übersetze ich den Kern von Kraig Willet’s Artikeln „The Stripped Down Experiment“ (15.10.2006) und „Part Two – Raise the Left“ (26.12.2006) und ergänze sie mit eigenen Ideen und Erfahrungen.
Michi Gneiting hat gestern sein Marathon-Debüt gegeben. In alter VLT-Manier hat er sich nicht einen flachen Asphalt-Marathon ausgesucht, sondern ist im wunderschönen Donautal den gleichnamigen Marathon angegangen. Unter anderem haben sicher auch die warmen Bedingungen dazu geführt, dass er sein Ziel „sub3″ nicht erreichen konnte. Mit 3:03 h blieb er aber nur knapp über der angepeilten Marke.
Mein erstes Trainingstagebuch habe ich bei einer Aufräum-Aktion letztens weggeworfen. Es beschrieb das Jahr 1985 – damals fing ich an, zum ersten Mal „ernsthaft“ zu trainieren. Mit ernsthaft meine ich hier: Zielorientiert.
In den letzten 22 Jahren – mit einer längeren Wettkampfpause, zugegeben – habe ich alles Mögliche und Unmögliche ausprobiert. Eine ganze Menge funktionierte für mich; das Meiste funktionierte nicht besonders. Trial an error nennt man das Prinzip. Es ist wenig effizient and darüber hinaus auch nicht sehr effektiv. Das möchte ich jedem jungen, talentierten Sportler ersparen.
In Ermangelung von kompetenten Triathlon-Trainern musste ich mir den aktuellen Stand der Trainingswissenschaften ständig selbst aneignen. Hinzu kommen jede Menge gutgemeinter Ratschläge von Freunden, Mitbewerbern und sogenannten „Experten“. Heute kommen weitere Quellen multimedial aufbereiteter Hilfe von Trainingsspezialisten hinzu: Internet-Foren, Podcasts und Blogs wie dieser hier.

Start: v.l. Peter Schweizer, ich, Markus Brucks, unbekannt, Roman Skalsky, Michi Gneiting (Photo Credits: © TSV Beuren)
Ich glaube, dass am Samstag-Nachmittag einige Läufer der gestrigen 19. Auflage des Hohenneuffen-Berglaufs aufatmeten. Denn endlich zogen sich dunkle Gewitterwolken zusammen und entleerten sich kübelweise über den Albtrauf. Die Temperatur sank zunehmend auf sehr erträgliche Werte unter der 20°C-Marke. Das ließ auch mich Hoffnung schöpfen, da ich motivationsmäßig nicht sehr gut aufgestellt war. Diese unendliche Quälerei bei so einem kurzen Wettkampf vom Start bis ins Ziel stetig „am Anschlag“ zu laufen, ist ja schon nicht mein Ding. Und Hitze eben auch nicht.

Zwei weitere Solo-Rennen stehen in den kommenden Wochen an. Zum einen der 4. Landesranglistenlauf im Orientierungslauf in Baindt im schönen Oberschwaben.
Zum anderen mein erster Berg-Marathon: Der Montafon Arlberg Marathon führt über die klassiche Marathon-Distanz von Silbertal im Montafon (Vorarlberg) nach St. Anton am Arlberg (Tirol). Von 880 m.ü.M. geht’s auf 1.945 m.ü.M. und wieder hinunter auf 1.300 m.ü.M. – dabei müssen noch einmal zwei kleine Gegenanstiege bewältigt werden, die bestimmt ganz gut reinhauen.
Ein paar Impressionen von der letztjährigen, vierten Austragung:
Zwei weitere Solo-Rennen stehen die kommenden Wochenenden an:
- Der traditionelle Hohenneuffen-Berglauf vor meiner Haustüre am Sonntag, den 10. Juni 2007 – Ziel ist hier, endlich die 40-Minuten-Hürde zu knacken.
- Der Winterthurer BikeO, ein traditionsreiches MTB-Orienteering-Rennen im schweizerischen Thurgau eine Woche später. Habe ich auch noch nie gemacht und mal wieder etwas Neues auszuprobieren reizt mich. Sowohl Antje Bornhak, als auch Ingrid Stengard aus Finnland, die uns zu unserem letzten AR nach Polen begleitete, haben mir Lust darauf gemacht. Das wird allemal ein gutes Orientierungs-Training für die ARs.
Beides werden also extrem kurze, schnelle Rennen sein, die mir zwar nicht besonders liegen, aber sicher zumindest schnelle Trainingseinheiten darstellen.
Interessant finde ich in diesem Zusammenhang auch, dass das Thema Orientierung im Allgemeinen und MTBO im Speziellen in Deutschland so ein Schattendasein pflegt (bzw. weitgehend nicht-existent ist). Was bei unseren südlichen Nachbarn offenbar völlig anders ist. Ich habe nicht die geringste Ahnung aber die Gründe würden mich echt interessieren.

