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Photo Credits: Scott

Ich habe es zwar schon am Freitag erfahren (hey, woher wusstest Du das denn schon, Rolf?), heute ist aber die offizielle Bestätigung seitens Scott raus: Normann „Norminator“ Stadler, immer noch Rekordhalter des Radrekords beim IRONMAN Hawaii, fährt ab sofort das niegelnagelneue (eigentlich noch gar nicht auf dem Markt) Plasma 2. Und „ab sofort“ heißt hier genau das: Am Sonntag beim IM Frankfurt wird er auf diesem Nobel Hobel strampeln. Das ist – nicht nur unter uns Triathleten – schon ein bißchen der Hammer. Was wäre die Marke Kuota ohne Normann? Man darf vermuten: Jedenfalls nicht viel mit einer leichten Tendenz hin zu „nicht existent“.

Interessant finde ich immer wieder, wie einige Menschen in unserer Gesellschaft auf Leistungen anderer reagieren. So lange du irgendwo im Mittelteil oder weiter hinten bist, sagt man dir, wie toll du bist. Aber wehe, wenn Du irgendwo zu weit vorn in der Ergebnisliste auftauchst! Insbesondere bei Langdistanz-Triathlons! Dann ist die Rückmeldung sofort, dass du ja offenbar „zu viel Freizeit“ hast (ähh, wie viel ist in diesem Zusammenhang ZU VIEL?), dass Du ja „offensichtlich nicht mehr arbeitest“ oder diesen Sport „ja ohnehin professionell betreibst“. Das finde ich immer wieder sehr amüsant. Das Ego läuft mal wieder zur Höchstform auf und möchte auf keinen Fall zugeben, dass der Andere möglicherweise einfach mehr Talent hat, effizienter trainiert oder dergleichen. Es MUSS einfach daran liegen, dass der Andere mehr Zeit zum Trainieren hat. Wenn ich doch nur auch . . . :-)

Jungs: Es ist stets nur eine Frage der Prioritäten. Gerade bei Langdistanz-Triathleten, wo Talent und Technik nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Wo man mit purem Fleiss und Disziplin sehr weit kommen kann.

Wenn Ihr also das nächste Mal jemand Anderen bezichtigt, „zu viel Freizeit“ zu haben, fragt Euch einfach, warum Ihr nicht so viel habt. Denn wir alle haben die gleichen 24 Stunden pro Tag. Wenn ich also eine Familie haben will oder mehr Geld verdienen möchte, ist das völlig OK (wie jedes andere Motiv auch). Aber jammert mir nicht die Ohren voll, dass Ihr auch viel schneller wärt, wenn Ihr doch nur mehr trainieren könntet.

Nebenbei gehe ich jede Wette ein, dass kaum jemand von denen, die da jammern, weniger als ich trainiert (2008 bis dato: knapp 200 Schwimmkilometer, knapp 4.900 Radkilometer, knapp 900 Laufkilometer).

Ich bin Ökonom, d.h. ich versuche neben Effektivität (die richtigen Trainingseinheiten zur richtigen Zeit) auch die Effizienz (mit dem zeitlich möglichen Aufwand so weit wie möglich vorn zu finishen) im Auge zu behalten. Ich glaube, dass hier die größten Leistungsreserven bei Amateuren liegen.

Die Veranstalter und der BWTV hatten sich etwas (im Prinzip) ganz Tolles einfallen lassen. Das Wettkampf-Format sah heute einen morgendlichen, ultrakurzen Swim&Run-Sprint vor (500 m Swim + 4 km Run). Die so ermittelte Reihenfolge sollte dann den mittäglichen Start-Modus für einen Sprint-Triathlon (500 m Swim – 33 km Bike – 7 km Run) bilden. So weit – so gut.

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Der amerikanische Star-Coach Joe Friel hat auf seinem Blog einen interessanten Artikel zum Thema Trainingsprinzipien veröffentlicht. Nach ihm sind seine Top Drei-Trainingsprinzipien Spezifizität, Spezifizität und Spezifizität.

Nach 12 Jahren des süßen Nichtstuns (körperlich gesehen – keinen einzigen Wettkampf) wurde ich 2004 von dem einen oder anderen Langzeitausdauer-Event reanimiert, wieder ein regelmäßiges körperliches Training aufzunehmen. Bis letztes Jahr war dieses Training so, wie die Rennen, die ich bestritt. Völlig planlos, unstrukturiert, unspezifisch und mit möglichst viel Abwechslung und Spaß-Faktor (nothing wrong with that – so lange man keine klaren Ziele verfolgt und eben nur „Spaß haben will“).

Nachdem ich letztes Jahr das Thema AR abgehakt hatte und als erstes ein paar reine Läufe machte, bekam das Thema spzifisches Training wieder mehr Bedeutung. Und – surprise, surprise – die entsprechenden Leistungen explodierten geradezu. Einige Top Ten-Platzierungen in gutbesetzten Läufen waren schon nicht schlecht.

Dann der 01. Juli 2007. Als ich da so am Schwimmstart stand und die Athleten auf die Strecke gingen, war alles wieder da: Die Faszination, die Leidenschaft für diesen speziellen Sport Triathlon. Und tags darauf die Anmeldung für 2008. Sofort wurde mein Training spezifischer. Zum ersten Mal stieg ich seit 15 Jahren wieder einmal ins Wasser, dann auch wieder mehr auf’s Road Bike. Mein erster „richtiger“ Triathlon dann in Ravensburg im August (Sprintdistanz) – „einfach so mal zum locker dran gewöhnen“.

Dann ab November mit dem etwas gezielteren, planvolleren Training begonnen. Und mit einem neuen Verein, der SG Dettingen/Erms. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich ein Schwimmtraining genießen, das a) einen Plan hatte und bei dem b) schnellere Schwimmer anwesend waren (praktisch NUR schnellere Schwimmer ;-) ).

Letztens nun der Anruf eines alten AR-Kollegen (Piotr Kosmala, Team Captain des Teams Speleo Salomon). Ob ich mit ihm und seiner Freundin trainieren möchte. Da musste ich spontan absagen. Das Training für ein Adventure Race ist so vollkommen anders als mein momentanes Training, dass mir das (zumindest gerade vor Frankfurt) viel zu unspezifisch ist. Drei Stunden Trailrunning ist noch akzeptabel und nett im Winter, aber jetzt? No way! Nach Frankfurt, wenn’s an die Xterra-Quali geht, können wir vielleicht mal wieder zusammen Biken gehen.

Ein anderes Beispiel ist meine Weltreise, auf der ich mich beim IM NZ 1991 für Kona qualifizierte. Damals dachte ich, wenn ich jeden Tag radfahre, wäre das schon Training genug. Großer Fehler! Mit einem 45 Kilogramm schweren MTB mit Packtaschen zu radeln und Stopps alle paar Kilometer zu machen war KEIN GUTES TRAINING für einen IRONMAN. Eben nicht spezifisch genug. Dementsprechend musste ich auf der extrem hügeligen Strecke (damals noch in Auckland) böse leiden.

Genau so merke ich aber auch, dass zu viel spezifisches Sprint-/OD-Training mit unseren jungen Stars wie Anja Knapp (hat sich gerade eindrucksvoll mit einem 9. Platz beim Europeacup in Ungarn zurück gemeldet) und die Liga-Rennen wie morgen in Tauberbischofsheim eben auch nicht spezifisch genug sind. Gut, immer mal wieder so etwas Kurzes, Knackiges einzustreuen und „die Beine durchzublasen“, aber dann müssen auch wieder IM-spezifische, lange Koppeleinheiten dran. Joe sieht das offensichtlich ähnlich. :-)

Für die Wenigen, bei denen es noch nicht richtig eingesunken ist: Wie zu erwarten, hat Jens Richter vom Triathlon-Magazin einen hübschen, immerhin 23½-minütigen Filmbericht vom Kraichgau Triathlon Festival 2008 produziert, der noch einmal eindrücklich die Schönheit und Spannung des Rennens zeigt.

Übrigens gibt’s dort auch die brandneue Juni-Ausgabe des TriathlonTV-Magazin.

Bevor am 06. Juli um 06:45Uhr der Startschuss für die IRONMAN European Championship fällt, wollte ich mir auf jeden Fall einmal die Wettkampf-Strecken anschauen. Es ist immer schön, wenn man das mit einem Besuch eines Freundes verknüpfen kann. Und so traf ich mich mit Martin Zimmermann und verbrachte ein überraschend schönes Wochenende in der Main-Metropole. Pünktlich kurz vor elf am Samstagmorgen trudelte ich am Langener Waldsee ein. Obwohl für das ganze WE lausiges Wetter angekündigt war, lachte die Sonne über diesem Flecken und die bunte Horde der Triathleten hatte bereits das Strandbad besetzt. Red Bull hatte genug Kaugummi-Brause vorbei gebracht um die Gemüter noch weiter aufzuhellen und deren Hummer ließ ordentlich Mucke auf die Fitness-Schar niederprasseln.

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Für mich ist Macca schon jetzt der klare Favorit für Frankfurt. Am Sonntag hat er SEHR DEUTLICH gezeigt, was er im Moment drauf hat. Nicht nur, dass er die schnellste Schwimmzeit vorweisen kann, er fährt einer ganzen Reihe von anerkannten Radcracks demütigend weit davon und läuft auch noch die beste erste Laufrunde. IMHO hätte er dieses Tempo locker auch noch die zweite Runde durchlaufen können. So hat er Vucko den besten Laufsplit gelassen und mir die Gelegenheit, EINMAL schneller als Macca zu laufen (und wenn es auch nur für die 2. Laufrunde war, hihi). Nein, der Typ hat’s drauf. Normann hat zwar eine ähnliche Vorstellung bei der Mittel-DM in Kulmbach abgeliefert, aber ich vermute mal, dass er mit der Leistung kaum in Sichtweite von McCormack kommt, geschweige denn ihn auf dem Rad zu deklassieren. Aber wer weiß, bei einem IRONMAN kommt sowieso alles anders. Außerdem schmeißt Normann sowieso wieder das Handtuch, wenn er Macca nicht schon auf dem Rad im Griff hat. Nebenbei hat Macca – anders als andere hochgelobte Triathlon-Profis drei star-besetzte Mitteldistanzen hintereinander gewonnen (Wildflower, IM 70.3 Hawaii und Kraichgau)!

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Anna Netrebko, Photo Credits: Nicole Ventker

Mir ist gerade einmal mehr aufgefallen, wie wenig professionell vor allem die deutschen Triathlon-Profis ihre „Markenkommunikation“ angehen. Da gibt es doch tatsächlich Leute, die es bis heute nicht geschafft haben, eine eigene Website auf die Beine zu stellen. Aus meiner Sicht einfach unglaublich. Andere haben zwar eine Website, die ist aber ein Daten-Friedhof. Die Spinnweben flattern einem förmlich entgegen. Keine Neuigkeiten seit Monaten . . . Gibt’s den noch? Was hat er/sie denn vor in der Saison 2008? Welche Starts sind geplant. Welche Ergebnisse gibt’s? Nix. Null. Nada. Niente.

In anderen Bereichen (z.B. der Musik) wäre es undenkbar, dass z.B. Robbie Wiiliams oder Anna Netrebko keine Website, keine Autogrammkarten oder kein professionelles Veranstaltungsmanagement hätten. Auch bei den meisten anderen Sportarten wäre so etwas unvorstellbar. Und selbst wenn einige unserer Kicker nicht viel mehr können als Kicken – zumindest sind die Clubs so professionell und organisieren das für ihre Profis.

Und das sieht man IMHO auch den Unterschied zwischen einem Normann und, naja, sagen wir mal einfach, ANDEREN. Man muss nicht alles selbst können und machen. Aber dann gebe ich so etwas wenigstens an externe Profis. Was aber – wie man am Fall Normann und dem Dresdner Kleinwort Triathlon Team gut sehen kann – auch nicht immer hilft. Beide sind web-technisch gesehen eine einzige Katastrophe.

Ein schönes Beispiel ist Stefan Vuckovic: Der hat nicht nur seit wenigen Tagen eine eigene Website, sondern war bereits am Race Day (Sonntag, 08:06.2008) in dutzenden Online-Ausgaben von verschiedensten Medien. Ich habe nicht mit ihm darüber gesprochen, aber meine Vermutung ist, dass es sich vor wenigen Wochen zum ersten Mal professionelle Hilfe im Marketing/PR/Medien-Bereich geholt hat. Geht doch! :-)

Beim Schwimm-Ausstieg neben dem Hünen Ain-Alar Juhanson aus Estland.

Hurra! Dank Star-Kamerafrau Andrea, die weder Kosten noch Mühen gescheut hat und extra aus Freiburg eingeflogen wurde, haben sich wieder eine ganze Reihe netter Impressionen des Rennens auf meiner Festplatte breit gemacht, die ich hiermit gern öffentlich zugänglich machen möchte. Enjoy!

In der ARD-Mediathek gibt’s übrigens einen hübschen Podcast als Vorbericht auf die Großveranstaltung (SWR vom 06.06.2008).

Wow! Was soll ich sagen? Das Erste, was mir einfällt, ist, dass dies wahrscheinlich der am besten organisierte Wettkampf war, an dem ich jemals teilnehmen durfte. Fast alles war absolut perfekt organisiert. Und wer meinen Bericht über die Challenge France gelesen hat, weiß, dass ich durchaus kritisch in solchen Dingen bin. Ein gewisser Kultstatus eilte diesem Triathlon ja voraus. Aber dass er so hervorragend durchgeführt werden würde, hätte ich nicht gedacht.

Ein wirklich toller Event!

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Ein Thema, dass – fernab vom Trainings- und Wettkampf-Alltag – auch erwähnenswert ist, ist die Entwicklung dieses Blogs. Im April 2006 als damals noch sehr spezialisierter Adventure Racing-Blog kreiert und sachte gestartet, gab es ziemlich genau ein Jahr später einen deutlichen Sprung in der Leserschaft. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass ich mich zu dieser Zeit vom AR abwendete und dem Laufen und später dem guten, alten Triathlon zuwendete. Einen weiteren großen Sprung gab es dann Anfang des Jahres, als die Leserzahl pro Monat erstmals die 1000er-Hürde nahm und seit dem nicht mehr darunter markierte. Im Gegenteil: Ein Rekord jagt den Anderen. Das finde ich sehr erfreulich und zeigt mir, dass ich irgendwas richtig mache. Auch die Verlinkung von anderen dem Triathlon dedizierten Sites erfreut. :-)

Schließlich ist an den vielfältigen Kommentaren aus unterschiedlichster Richtung zu erkennen, wie stark sich auch die User mit den Posts auseinandersetzen.

Ein ganz herzliches Danke an dieser Stelle allen Nutzern dieses Blogs. Das spornt an, weiterhin mein Bestes zu geben – auch abseits der Triathlon-Kurse. Merci!

Nun ist es also so weit: Das Kraichgau Traithlon Festival 2008 steht direkt vor der Tür (Sonntag) und ich bin zum ersten Mal dabei und richtig gespannt. Bereits im Vorfeld bekommt man ja als Starter ein Gefühl dafür, wie professionell eine Veranstaltung organisiert ist. Es ist sicher auch kein Zufall, dass dieses Triathlon-Festival sofort seit seiner ersten Austragung einen gewissen Kult-Status genießt.Was die Website und die Organisation, sowie den Ablauf VOR dem Event angeht, gehört das mit zum Besten, was Sportwettkämpfe zu bieten haben.

Beispielsweise erhielt ich soeben einen weiteren Newsletter mit „Last Minute“-Informationen zum Wettkampf. Es wird einen Life Ticker geben für die Daheimgebliebenen. Man wird also life für die verschiedenen Wettkämpfe mitverfolgen können, wo gerade wer ist. Tolle Sache!

Die Veranstalter haben Mitleid mit König Fußball: „Bei aller Liebe zum Triathlon wissen wir natürlich auch andere Randsportarten zu schätzen und bieten euch das Spiel Deutschland-Polen auf der Leinwand an!“

Statt durch die vielen Nicht-Kommer freie Startplätze zu haben und das maximal mögliche Starterfeld nicht auszunutzen gibt es die Möglichkeit einer Nachregistrierung. Es können sich nun also Kurzentschlossene noch für das Rennen anmelden und am Sonntag starten. Auch eine tolle Sache, wie ich finde!

Für die Nervösen unter den Startern gibt es die Möglichkeit wie bei den Charter Fliegern, bereits am Vortag das Rad einzuchecken. Das nimmt sicher für alle ein wenig die Vorstart-Hektik raus. Der Zeitplan ist lupenrein durchgeplant und so wie es bisher lief, wird der auch sicher sauber eingehalten.

Bei der Pasta-Party gibt’s für 6,50 Euro „all you can eat“ und nicht für 14,- Euro einen Teller p.P. (wie bei anderen Rennen). Und das Ganze natürlich in Deutsch UND Englisch. Gratulation – Ihr seid jetzt schon GANZ WEIT VORN dabei! :-)

Nebenbei ergibt sich bei den Top-Profis auf meiner Distanz (M) folgendes Bild: Chris „Macca“ McCormack (AUS), Ain-Alar Juhanson (EST), Steffen Liebetrau (GER), Thomas „Hell on Wheels“ Hellriegel (GER), Stefan Vuckovic (GER). Man kann also potenziell ein ziemlich realistsiches Bild davon erlangen, wo man gerade steht. ;-) Und 2600 Triathleten bilden einen perfekten Rahmen für ein unvergessliches Erlebnis.

Wie 3athlon.de berichtet, ist Macca’s Rad noch nicht angekommen (der Verrückte hat mal eben letztes Wochenende den IRONMAN 70.3 in Hawaii gewonnen und das ist ein weiter Weg für ein Rad). Auch auf tri-mag.de gibt’s einen Vorbericht auf das, was uns (v.a. auf der M-Distanz) am WE erwartet.

„Zufällig“ schaute ich mir mal die Monatsstatistik in der ErgoRacer-Software an und war überrascht, wie sich zwei bestimmte „Ausfahrten“ an einem gewissen Sonntag im Mai (25.05.2008 – Wettkampf: Challenge France) und eine 6 Tage später durchgeführte Gruppenausfahrt mit 5 Dettinger Club-Kollegen verglichen. Beide waren von der Fahrtdauer her ähnlich gelagert. Aber das war’s dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Und anders als vielleicht erwartet, waren die Watt des Training Ride höher als die im Wettkampf. Außerdem waren’s auch noch mehr Höhenmeter (nämlich 975 Hm zu 705 Hm). Wie man in obiger Grafik schön sehen kann, verbrachte ich im samstäglichen Group Ride viel mehr Zeit in TH (Threshhold = „um die funktionale Schwelle rum“) als im Wettkampf. Und das ohne Druck. Ich fuhr natürlich vorne im Wind und anders als im Wettkampf überholten wir uns nicht ständig (wie das in sogenannten „Legal Packs“ im Rennen ständig passiert). Meine Annahme ist, dass dies genau den Unterschied macht. Genau da akkumulieren sich Zeiten in E (Endurance = Ausdauer-Level = 55-75% der funktionalen Schwelle –> bei mir momentan 150-200 Watt) und Rege (Regeneration – <55% oder 150 Watt). Letzteres GEHT GAR NICHT im Wettkampf: Entweder ist die Abfahrt so steil, dass ich NULL trete (=NULL Watt) oder ich sollte verdammt nochmal jenseits der 200 Watt treten (Tempo-Level).

Auch hier sieht man die (knappen) Unterschiede sehr schön (gelb = Challenge France; grün = Training). Die MMP-Kurve (Mean Maximal Power) zeigt wieviel Zeit ich welche Watt getreten habe. In der Trainingsausfahrt mit Frieder und der Familie Knapp habe ich „oben den Deckel drauf gehalten“ und habe nicht mit Frieder (Landeskader BaWü) die Neidlinger Steige hochgedrückt, sondern bin entspannt um die Schwelle geblieben (260 Watt). Das sieht man links bei den hohen Wattzahlen. Dafür habe ich die Leistung im Schwellenbereich deutlich länger/konstanter durchgehalten (mittlerer Teil der Kurve). Das Ganze wie gesagt ohne Druck in einer locker-flockigen Trainingsausfahrt.

Fazit: Nicht nur, dass schwächere Radfahrer mit der Lutscherei schneller sind und Energie sparen – sie bremsen auch noch stärkere Fahrer aus und halten sie durch das ständige Tempo-Rausnehmen und „aus dem Windschatten rausfahren“ auf. Teilweise war in Frankreich auf den schmaleren Sträßchen eine „Mauer“ von 20 Athleten, die ich gar nicht direkt stehen lassen konnte, da sie bereits 4 Fahrer breit die Straße dicht machten. Und dann fährt auch noch (im ersten Teil der Rennstrecke) ein Schiedsrichter auf dem Motorrad hinterher und disqualifiziert den gesamten Pulk nicht.

Ich verstehe als Unternehmer natürlich die wirtschaftlichen Interessen der Veranstalter. Es ist ein wahres Dilemma. Auf der einen Seite möchte ich, dass möglichst viele ZAHLENDE Athleten bei mir starten, auf der anderen Seite mache ich einen fairen Vergleichskampf unmöglich und verwässere die Ergebnisse. Zusätzlich sende ich das Signal, dass sich bescheissen lohnt und verärgere damit faire Athleten mit einem soliden Werte-Gerüst. Aber ich möchte mich hier auf keinen Fall als Moralapostel aufspielen. Die Dinge sind so, wie sie sind und der Sport ist (siehe auch das Thema Doping) eben auch nur eine Reflektion unserer Gesellschaft und ihren Werten.

Ein Vorschlag wäre aus meiner Sicht, dass man es so macht, wie Kurt Denk in Fankfurt. Eine Gruppe mit allen Profis UND den Top Age Groupern. Das setzt ein Assessment der AG-Leistungen im Vorhinein voraus. Und diese Gruppe müsste einerseits groß genug sein, damit wirklich ALLE (so praktikabel das eben geht) Age Grouper mit Ambitionen auf einen Treppchenplatz (oder Hawaii-Quali-Platz bei IRONMAN-Events) dabei sind und andererseits klein genug, dass ein hundertprozentig, super-scharfes Windschattenreglement durchgesetzt wird. Und vergesst die drei schwarzen Karten – das lädt ja geradezu zum betrügen ein („Ich muss ja erst dreimal wegen zu schnell fahrens oder über die rote Ampel fahrens erwischt werden, bevor ich ein Knöllchen kriege.“). Wie beim Fußball: Das sollte komplett im Ermessensspielraum hervorragend ausgebildeter Schiedsrichter liegen, die selbst Triathlon betreiben und eine Einschätzunge davon haben, was 7 Meter versus 10 Meter Abstand bewirken. Wenn einer ganz offensichtlich bescheißt –> sofort disqualifizieren. Ohne wenn und aber: „Bitte stellen Sie HIER Ihr Rad ab. Gehen Sie NICHT über Los. Ziehen Sie KEINE 4.000 ein!“

Manchmal frage ich mich, was im Grunde den Erfolg ausmacht. Wie definiere ich Erfolg für mich? Das sind Fragen, die sicher den Einen oder Anderen von Euch ebenfalls beschäftigen.

Ich frage mich das in meinem beruflichen Umfeld (MEHR Geld, MEHR Status, MEHR Macht?). Und ich frage mich dies im Sport. Besonders nach Rennen liegt die Frage nach dem Erfolg natürlich nahe.

Nehmen wir doch mal exemplarisch die Wettkämpfe der letzten 4 Wochen:

1. Duathlon-DM Backnang: Vom extrinsischen Ergebnis her (Deutscher Vizemeister + BaWü-Meister) war das super, aber mit meiner Radleistung konnte ich nunmal gar nicht zufrieden sein. Ich hätte mit normaler Radleistung einfach ganz klar in die Top 5 laufen müssen und damit den Meistertitel holen. Also das erste Minus.

2. Eine Woche später die BaWü-Aquathlon-Meisterschaften (Swim&Run): Auf dem Papier BaWü-Meister. Hier kamen zwei interessante Faktoren zusammen: Zum einen meine vorwiegend intrinische Motivation („Ich muss vor mir selbst gut dastehen. Meinen Ansprüchen genügen. Was andere (Vergleichs-)Personen machen ist mir relativ egal.“). Zum anderen aber auch die Sondersituation, dass mir durch eine komplette Masters-Startgruppe die Chance gegeben wurde, auf dem abschließenden Lauf in die Führungsposition zu laufen. Das und ein Zieleinlauf als Sieger sind schon tolle Gefühle. Das Wichtigste für mich war jedoch der wirklich ausgezeichnete Lauf (ich bin seit 20 Jahren keinen 3:15er-Schnitt mehr gelaufen).

3. Zwei Wochen später beim 1. Liga-Wettkampf in Reutlingen: Auf dem Papier ein desaströser 50. Platz overall. Aber für mich selbst auf der einen Seite der mit Abstand Schnellste in meinem Team, Verbesserung meiner Schwimm- und Radleistung und rundherum ein solider Auftritt. Dazu Platz 4 in der 2. Liga und Platz 1 der Oldies. Wichtig hier: Die positive Leistungsentwicklung und das Mannschafts-Erlebnis.

4. Wieder eine Woche später die Challenge France: Der erste „ernsthaftere“, längere Wettkampf mit wirklicher Weltklasse-Konkurrenz. Auf der externen Seite Platz 16 overall und erneuter AK-Gewinn. Auf der internen Seite wieder eine schöne Verbesserung beim Schwimmen. Dazu die Rad-Performance gut auf die längere Distanz migriert. Allerdings eine für mich suboptimale Laufleistung.

In der Psychologie gibt es den Begriff der „Meta-Programme“, interner Programme, die („meta“) über anderen Handlungsmustern residieren und i.d.R. unbewusst unser tagtägliches Handeln und unsere Einschätzungen beeinflussen. Eines dieser Meta-Programme ist „Internal versus External“. Was motiviert mich? Externe Dinge (Macht, Status, Geld, Preise, Anerkennung, etc. – EXTERNAL) oder interne Messlatten (interne Referenzmaßstäbe, Glaubenssätze, Werte, persönliche Einschätzungen, etc. – INTERNAL).

Fazit: Ich erkenne immer wieder auf’s Neue, dass ich v.a. internal bin („Was schert mich das Geschwätz anderer Leute.“), garniert mit einem Schuss external. „Na klar ist es AUCH wichtig, in einem Wettbewerb mit vorn dabei zu sein. Die Platzierung ist mir dabei aber nur sekundär wichtig. Vor allem muss ich meine eigenen Kriterien erfüllen und mein „innerer Kompass“ sagt mir, ob ich diese erfüllt habe oder nicht.“

Direkt nach der Challenge France ging’s einmal mehr in den schönen Taunus zum Arbeiten (Management-Seminare leiten). Lange im Voraus musste ich einen Termin mit Jens Machachek machen, um in den Genuss seiner wirklich fundierten Erkenntnisse und Dienstleistung zu gelangen. Ihr dürft mir glauben, dass ich reichlich kritisch an solche Sachen heran gehe. Aber da war wieder mal ein Mensch, der sein Spezialgebiet ganz offensichtlich beherrscht und es gleichzeitig versteht, seine Erkenntnisse und Tipps auf menschliche, freundliche Art rüber zu bringen.

Wer ihn noch nicht kennt (mittlerweile nur schwer vorstellbar, da er z.Z. in sämtlichen einschlägigen Zeitschriften vertreten ist): Jens ist von Haus aus Orthopäde und hat sich spezialisiert auf eine derzeit offenbar lukrative Marktnische, die Fahrrad-Biometrie. Er schaut sich also das gesamte „Fahrgestell“ an (Füße, Beine, Beinlängendifferenzen, Hüftschiefstände, etc.). Dann geht’s an’s Eingemachte: Wie sitze ich auf dem Rad? Wie ist der Tritt? Wieviel Druck bringe ich auf die beiden Pedale? Welche Unterschiede gibt’s hier? Das Ganze dann noch auf Video aufgenommen und in Super-Zeitlupe angeschaut.

Oh, mein Gott! Der ganze Kerl hängt nach rechts runter. Und dann tritt er auch noch mit dem rechten Fuß über die Außenkante. Sieht alles ganz schrecklich aus, ist aber halb so schlimm. Alles Feinheiten, die ich trotzdem gern ausmerzen möchte. Mit 40 muss man ja nicht unbedingt orthopädische Risiken eingehen und vom Körper noch irgendwelche Wunder erwarten. ;-)

Fazit: Ich freue mich immer wieder, wenn ich das Gefühl habe, mit Profis zusammen zu arbeiten. Jens hat sein Gebiet im Griff und vermittelt es auf sehr positive Art. Nebenbei spricht seine Referenzliste mittlerweile „Bände“: Das komplette Dresdner Kleinwort Triathlon Team um Normann Stadler, Meike krebs, Andrea Brede, Frank Vytrisal, Virginia Berasategui, Karin Thürig. Um nur ein paar zu nennen . . . Jens hat auf jeden Fall einen ziemlich vollen Terminkalender. Und das ist auch mein einziger Verbesserungstipp: Den kann er NOCH besser managen.

Favoritensiege gab es durch die Bank bei den drei IRONMAN 70.3-Triathlons (Halbdistanz) dieses Wochenende.

Im nahegelegenen Rapperswil am südlichen Ende des Zürichsees konnte Vorjahressieger, Eidgenosse und Radkanone Ronnie Schildknecht seinen Titel erfolgreich verteidigen. Dahinter die „neue, deutsche Langdistanz-Jugend“: Platz 2 für Konsantin Bachor, dicht gefolgt von Sebastian Kienle. Sensationell! Frank Vytrisal landet „nur“ auf dem 12. Platz (was war da los?).

Bei den Mädels versägte die Killerin Julie Dibens die schweizer Olympia-Hoffnung Nicola Spirig. Auf dem 3. Platz die ungarische Vielstarterin (da bin ich vom Zuschauen schon übertrainiert!) Erika Csomor.

Dann etwas weiter westlich der mitteleuropäischen Sommerzeit fand zum ersten Mal in der Hauptstadt von Idaho, Boise, ein 70.3 statt (Mountain Time).

Auch hier setzte sich der klare Favorit durch: Terenzo Bozzone aus Neuseeland gewinnt vor Chris Lieto, der sich gerade noch Joe Gambles vom Leib halten kann (10 Sekunden).

Die Damenriege wird klar angeführt von Kate Major. Dahinter fängt Desirée Ficker gerade noch Heather Wuertele ab.

Schließlich gab’s einen Tag vorher, aber 12 Stunden hinter uns den IRONMAN 70.3 Hawaii. Den konnte Chris „Macca“ McCormack klar für sich entscheiden. Noch so einer von der Sorte Vielstarter. Nächste Woche darf ich beim Kraichgau Triathlon-Festival 2008 zum ersten Mal in meinem Leben direkt gegen den amtierenden IRONMAN-Weltmeister antreten (und ‘ne ordentliche Packung mitkriegen), bevor wir uns beim IRONMAN Germany in Frankfurt wieder sehen. Nachdem er nebenbei den berühmten Wildflower Triathlon (das „Woodstock des Triathlon“ – ebenfalls Mitteldistanz) gewonnen hat wurde er mal von Chris Lieto bezwungen und schon fiel die schadenfrohe deutsche Presse über ihn her. Kommt schon Jungens, die meisten von Euch wären allein von den Reisen totmüde. :-)

Anyway, dahinter füllten sein Landsmann (Aussie) Luke McKenzie und Timothy Marr das Podium auf. Bei den Frauen waren das Sam McGlone, Tyler Stewart und Kate Bevilaqua.

Mit anderen Worten: Alle Wettkämpfe dieser Halb-Ironman-Serie sind saugut besetzt und man muss schon zu den Besten gehören, um da auf’s Podium zu kommen (sogar am A… der Welt in Boise). ;-)

Jörg Schneider

 

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