Wattmesser

In letzter Zeit wurde ich öfter gefragt, ob ein Wattmesser wirklich etwas bringt. Naja, ich wage mal einen wilden Vergleich zu den Neos. Einem Spitzenschwimmer mit traumhafter Wasserlage bringt ein Neo nicht sehr viel. Er bringt ihm wohlgemerkt aber immer noch einen Zeitvorteil!! Jedem schwächeren Schwimmer mit nicht ganz so optimaler Wasserflage bringt ein Neo EINE GANZE MENGE.

So verhält es sich auch mit einem Wattmeter. Für einen Spitzenradfahrer, der ein schlafwandlerisches Gefühl dafür entwickelt hat, wieviel Druck er gerade auf’s Pedal bringt, ist so ein Leistungsmessgerät vielleicht nicht so der Bringer. Für alle anderen, ist er aus meiner Sicht ein unglaublich hilfreiches Werkzeug, um bestimmte Zusammenhänge besser zu verstehen und noch effektiver trainieren zu können. Und interessanterweise sehen wir ja gerade bei ersterer Gruppe (den Könnern = Profi-Radsportlern), dass sie fast alle mit einem Wattmesser fahren. Entweder Ergomo oder SRM.

Klar geht es ohne. Es geht auch ohne Karbonrahmen, ohne Aerolenker, ohne Radcomputer, ohne Aero-Laufräder oder sonstige Hightech-Ausrüstung. Aber MIT geht’s halt besser!🙂

Gleichzeitig ist man natürlich mit Wattmesser (anders als bei Aero-Laufrädern) nicht automatisch schneller. Es hilft, wenn man das Ding zu benützen weiß. Wenn man gute Auswertungssoftware wie die Ergoracer-Software oder WKO+ von CyclingPeaks hat und diese bedienen kann und die Ergebnisse zu interpretieren weiß. Und daraus dann Schlüsse zieht, die das Training noch effektiver auf das Ziel hin ausrichten.

Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, dass der Einsatz meines Ergomo einen enormen Einfluss auf mein Radtraining genommen hat. Allein zu sehen, wie man mit etwas (kaum spürbarem) Rückenwind mit 53/12 und 53 km/h über den Asphalt fegt und gleichzeitig lausige 180 Watt auf’s Pedal bringt (und ergo einen Gang höher schalten sollte – so man denn ein 11er an Bord hat) ist schon erhellend. Ein anderes Thema ist z.B. die unglaubliche Variabilität der Leistungsentfaltung und wie gerade wir Triathleten gut daran tun, GLEICHMÄSSIGER zu trainieren. Und natürlich der Effekt des Windschattenfahrens in der Gruppe (natürlich nur im Training, gelle!): 50 bis 60 Watt Unterschied kommen da locker zusammen. Weshalb man als Einzelzeitfahrer eben auch v.a. allein trainieren und sich nicht in großen Trainingsgruppen verstecken sollte.

3 thoughts on “Wattmesser

  1. Hi Jörg !
    Vielen Dank für Deinen Kommentar ! Ich bin hobbymässig Triathlet, mit einer soeben erbrachten Endzeit von 10:29h beim Frankfurter Ironman.
    Ich will wieder kuerzere Distanzen (max Mitteldistanz) machen und schlichtweg eine bessere Trainingskontrolle, kombiniert mit effizienterem Training erreichen.
    Kannst du mir ohne Berücksichtigung von Kosten eine Empfehlung geben ? Gut, die Profi-Version von SRM moechte ich ausschliessen, zumal ich – realistisch – nicht mehr als 8 h pro Woche auf dem Rad sitzen werde. Bei mir reduziert sich alles auf Samstag und/oder Sonntag.

    Ausserdem: wo kauft man diese Geräte und wuerdest du es auch gebraucht (mit 12 M. Garantie) kaufen ?

    Vielen Dank und Gruß
    Joe

  2. Hi Joe,
    ich kann Dir nicht wirklich eine Empfehlung aussprechen, da ich nicht in der Lage bin, alle auf dem Markt befindlichen Geräte getestet zu haben. Würde Dir empfehlen, mal die einschlägigen Heftchen durchzuschauen zu dem Thema. Was für mich persönlich wichtige Faktoren sind: Ergonomie, Design, Funktionalität und Software-Auswertung. In all‘ diesen Punkten steht IMHO Ergomo ganz weit vorn. Geh‘ mal auf http://www.ergomo.net und sprich mit einem der Coaching Center. Ich kann Dir das professional Endurance Team empfehlen. Sprich mit Susa oder Matthias und lass‘ Dir erklären, was es mit dem watt-gesteuerten Training auf sich hat.
    Gruß, Jörg

  3. Danke Dir. Starke Homepage übrigens und beindruckende Wettkämpfe, die du da machst… viel Spass weiterhin und einen schönen Herbst wünsche ich auf Hawaii🙂

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