Challenge France

Nach der Challenge France ging’s direkt weiter zum Arbeiten. Deshalb hier zuerst einmal (remote) eine kurze Zusammnefassung der Ereignisse. Bilder und Details werden nachgereicht.

Wie zu erwarten war (siehe meine vorigen Posts zum Thema), war das Schwimmen ein ziemliches Chaos. Da wir etwas schnelleren Schwimmer uns durch ungefähr 400 „Weißmützen“ (Franzosen aus Startgruppe 2 mit weißen Badekappen) durcharbeiten mussten, war es ein übles Gehaue und Gesteche. Als einer der schnelleren Überlebenden der Startgruppe 3 schleppte ich mich nach 26:08 an Land. OK, zugegeben: Da verliere ich halt schon 4 Minuten auf die besten Schwimmer. Aber was schlimmer ist: Nochmal eine Minute in der T1! Arggh!!! Dann ging das wilde Überholen weiter: Zuerst den langen Anstieg nach Lemberg hoch, dann die steile Abfahrt wieder ins Tal. Auf der Reststrecke dann genau das, was mir naivem Wiedereinsteiger alle Experten prophezeit hatten: Ich konnte es nicht glauben, aber nach ca. der Hälfte der Radstrecke schaute ich zurück und erblickte zum ersten Mal die ungefähr 20 Mann, die da im Windschatten hingen. Davor hatte ich mich weitgehend auf die 4 bis 5 Mann um mich herum konzentriert und wir alle hatten versucht, die Regeln konform umzusetzen. Zum Thema Windschattenregeln und deren konsequente Umsetzung muss ich mich in einem anderen Post auseinander setzen – das würde hier den Rahmen sprengen. Das war nicht mehr schön. Aber man hatte mich ja gewarnt. Jetzt erinnerte ich mich an die Empfehlungen, nicht „den Helden“ zu spielen und „das Beste draus zu machen“. Hmmm?! Ich bemerkte immer mehr, wie meine moralische Hemmschwelle zu weichen begann, bis ich es kurz vor dem Laufen so machte, wie praktisch alle anderen, die ich so sah. Ich „sparte Kräfte“ und war nicht happy. Dann einer der langsamten 2. Wechsel dieses Rennens. Ich musste nach wiederkehrendem Zwicken in der linken Wade unbedingt meine CEP-Strümpfe anziehen. Sollte ich vielleicht auch mal trainieren!😦

Kurz vor dem Wechsel überholte ich die führende Frau, Lucie Zelenkova aus Tschechien. Nachdem ich so langsam gewechselt war durfte ich sie bei km 2 zusammen mit der Australierin Belinda Granger nochmals überholen. Das sah gut aus bei den Mädels. Ich überholte weiterhin ganze Horden von Franzosen aus der 2. Startgruppe und hatte nicht den leisesten Schimmer, wo ich lag. Von hinten kam niemand. Bis bei km 16 am höchsten Punkt der Strecke in der 2. Runde der Albtraum passierte. Ich war gefühlsmäßig in einen lahmarschigen Trott verfallen und durfte mich nicht wundern, dass nun Steffen Haak von den Karlsruher Lemmingen an mir vorbei lief. Schlimmer noch: Ich konnte nicht folgen! Tatsächlich bestätigt mir dann auch der „nur“ 20. Laufsplit (1:26:22 für den wirklich schweren Halbmarathon), wie viel Körner ich auf dem Rad verschossen hatte. Das reflektierte überhaupt nicht meine momentanen Möglichkeiten beim Laufen. Naja, insgesamt konnte ich mit Platz 16 overall in so einem Weltklasse-Feld durchaus zufrieden sein. Schwimmen und Radfahren waren sehr zufriedenstellend. Das Laufen dagegen schwach. Mal was anderes . . . 😉

Race Stats:

  • Distanzen: 1,9 km Swim – 90 km Bike – 21,1 km Run = Halb-Ironman
  • Zeiten: 26:08 (54.) – 2:20:10 (15.) – 1:26:22 (20.) = 4:16:48
  • Platzierung: 16. Platz (1. VH –> heißt wahrscheinlich sowas wie Veteranen oder so)
  • Ergebnisliste gibt’s hier!
  • Starter: 1200 aus 19 Nationen
  • Podium Herren: 1. Francois Chabaud (FRA), 2. Rutger Beke (BEL), 3. Patrick Bringer (FRA)
  • Podium Damen: 1. Belinda Granger (AUS), 2. Lucie Zelenkova (CZE), 3. Nina Eggert (GER)
  • Deutsche: Maik Twelsiek (4.), Markus Forster (8.), Marc Pschebizin (10.), Steffen Haak (13.), Jörg Schneider (16.), Daniel Blankenfuland (17.), Till Zupancic (31.)
  • Luke Dragstra’s Blog-Post!

Fazit:

  • Eine schöne Veranstaltung in relativ naher Umgebung (Anfahrt < 2h).
  • Sensationell schöne Strecken.
  • Außergewöhnlich knackige Laufstrecke für einen HIM (da gab’s jede Menge „Walker“ auf der Laufstrecke).
  • Gute, völlig ausreichende Verpflegung.
  • Völlig UNZUREICHENDE Race Marshalls –> greift wenigstens durch!!! Sonst sendet ihr das falsche Signal (auch an die, die sauber fahren wollen)!
  • Katastrophale Startgruppeneinteilung mit Chaos-Garantie und mieser Rennathmosphäre. Stichworte: Zeitverlust, schwierige Schwimmnavigation mit Tausend Armen vor Dir, Windschattengruppen mit jeder Menge eingeholter Athleten, die da nicht hingehören, Schwierigkeit, einzuschätzen, wo man steht, wenn man reihenweise eingeholte Athleten voriger Startgruppen überholt, ohne sie direkt von den direkten Mitbewerbern unterscheiden zu können, Schwierigkeit, für Außerstehende den Rennverlauf mitzuverfolgen.
  • Völlig indiskutable Siegerehrung. Wir durften bewundern: Den zweiten Mann und die Top 3 der Frauen – dafür aber diverse regionale Athleten und französische Clubs. Preise? Age Grouper? Nie gehört. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine schlechtere Siegerehrung erlebt zu haben. Jeder Dorflauf macht das mittlerweile besser. Sorry Nicole, gab leider nichts für Dich abzuholen.

4 thoughts on “Challenge France

  1. Scheint eine lehrreiche Veranstaltung gewesen zu sein. Allerdings plättet mich vor dem Umstand, dass es bei Dir nicht richtig „lief“ der 16 Rang gesamt in so einem gut besetzten Feld und unter diesen doch offensichtlich teils widrigen Umständen. Ich bin gespannt was von Dir noch kommt. Ich denke Einiges. Weiter so!

    Übrigens bin ich auf evtl. folgende Beiträge zum Thema Windschattenfahren gespannt.

    Greets

  2. Ahh, hier hat es ein Bericht.

    Das Schwimmen war bei mir ab der Mitte auch etwas Slalom durch weiss und orange Badekappen.

    Ich hatte kein Problem mit dem Windschatten. Wir fuhren zu dritt (sehr regulär mit min 7m) nach vorne. Nur ab und zu versuchte sich ein Franzose anzuhängen. Aber die waren meist bald wieder weg.

    Beim Laufen habe ich auch (fast) nur überholt.

    Gruss Felix

  3. @ Simone: Ja, war eine lehrreiche Veranstaltung. Dafür war sie ja auch schließlich geplant.
    Dass es bei mir nicht richtig lief, habe ich glaube ich so nicht behauptet. Nein es lief sehr ordentlich mit einem „Hänger“ in der Mitte der Laufstrecke.
    Wenn man in die Details der Ergebnisliste geht, sieht man ja v.a., dass es keine 5 min. zu Platz 7 overall sind. Das stimmt doch sehr zufrieden. Die erweiterte deutsche Spitze mit Markus Forster (immerhin vor wenigen Wochen Treppchenplatz bei der Duathlon-DM) und Marc Pschebizin (immerhin Sieger der Challenge Wanaka Anfang des Jahres) sind also im Grunde in „Schlagdistanz“.

    @Felix: Gratulation zum 28. Gesamtplatz! Gaaaanz großes Kino!🙂

  4. Dass es nicht richtig „lief“ hatte ich sprichwörtlich auf Deinen Laufsplit bezogen.wie Du selbst meintest.

    Ich bin schwer beeindruckt wie weit vorne Du gelandet bist und eben davon, wie Du sagst, dass es nur geringe Abstände auf die Top-Ten sind. Klasse Leistung.🙂

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s