Spezifizität

Der amerikanische Star-Coach Joe Friel hat auf seinem Blog einen interessanten Artikel zum Thema Trainingsprinzipien veröffentlicht. Nach ihm sind seine Top Drei-Trainingsprinzipien Spezifizität, Spezifizität und Spezifizität.

Nach 12 Jahren des süßen Nichtstuns (körperlich gesehen – keinen einzigen Wettkampf) wurde ich 2004 von dem einen oder anderen Langzeitausdauer-Event reanimiert, wieder ein regelmäßiges körperliches Training aufzunehmen. Bis letztes Jahr war dieses Training so, wie die Rennen, die ich bestritt. Völlig planlos, unstrukturiert, unspezifisch und mit möglichst viel Abwechslung und Spaß-Faktor (nothing wrong with that – so lange man keine klaren Ziele verfolgt und eben nur „Spaß haben will“).

Nachdem ich letztes Jahr das Thema AR abgehakt hatte und als erstes ein paar reine Läufe machte, bekam das Thema spzifisches Training wieder mehr Bedeutung. Und – surprise, surprise – die entsprechenden Leistungen explodierten geradezu. Einige Top Ten-Platzierungen in gutbesetzten Läufen waren schon nicht schlecht.

Dann der 01. Juli 2007. Als ich da so am Schwimmstart stand und die Athleten auf die Strecke gingen, war alles wieder da: Die Faszination, die Leidenschaft für diesen speziellen Sport Triathlon. Und tags darauf die Anmeldung für 2008. Sofort wurde mein Training spezifischer. Zum ersten Mal stieg ich seit 15 Jahren wieder einmal ins Wasser, dann auch wieder mehr auf’s Road Bike. Mein erster „richtiger“ Triathlon dann in Ravensburg im August (Sprintdistanz) – „einfach so mal zum locker dran gewöhnen“.

Dann ab November mit dem etwas gezielteren, planvolleren Training begonnen. Und mit einem neuen Verein, der SG Dettingen/Erms. Zum ersten Mal in meinem Leben durfte ich ein Schwimmtraining genießen, das a) einen Plan hatte und bei dem b) schnellere Schwimmer anwesend waren (praktisch NUR schnellere Schwimmer😉 ).

Letztens nun der Anruf eines alten AR-Kollegen (Piotr Kosmala, Team Captain des Teams Speleo Salomon). Ob ich mit ihm und seiner Freundin trainieren möchte. Da musste ich spontan absagen. Das Training für ein Adventure Race ist so vollkommen anders als mein momentanes Training, dass mir das (zumindest gerade vor Frankfurt) viel zu unspezifisch ist. Drei Stunden Trailrunning ist noch akzeptabel und nett im Winter, aber jetzt? No way! Nach Frankfurt, wenn’s an die Xterra-Quali geht, können wir vielleicht mal wieder zusammen Biken gehen.

Ein anderes Beispiel ist meine Weltreise, auf der ich mich beim IM NZ 1991 für Kona qualifizierte. Damals dachte ich, wenn ich jeden Tag radfahre, wäre das schon Training genug. Großer Fehler! Mit einem 45 Kilogramm schweren MTB mit Packtaschen zu radeln und Stopps alle paar Kilometer zu machen war KEIN GUTES TRAINING für einen IRONMAN. Eben nicht spezifisch genug. Dementsprechend musste ich auf der extrem hügeligen Strecke (damals noch in Auckland) böse leiden.

Genau so merke ich aber auch, dass zu viel spezifisches Sprint-/OD-Training mit unseren jungen Stars wie Anja Knapp (hat sich gerade eindrucksvoll mit einem 9. Platz beim Europeacup in Ungarn zurück gemeldet) und die Liga-Rennen wie morgen in Tauberbischofsheim eben auch nicht spezifisch genug sind. Gut, immer mal wieder so etwas Kurzes, Knackiges einzustreuen und „die Beine durchzublasen“, aber dann müssen auch wieder IM-spezifische, lange Koppeleinheiten dran. Joe sieht das offensichtlich ähnlich.🙂

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