Stichwort: Neidgesellschaft

Interessant finde ich immer wieder, wie einige Menschen in unserer Gesellschaft auf Leistungen anderer reagieren. So lange du irgendwo im Mittelteil oder weiter hinten bist, sagt man dir, wie toll du bist. Aber wehe, wenn Du irgendwo zu weit vorn in der Ergebnisliste auftauchst! Insbesondere bei Langdistanz-Triathlons! Dann ist die Rückmeldung sofort, dass du ja offenbar „zu viel Freizeit“ hast (ähh, wie viel ist in diesem Zusammenhang ZU VIEL?), dass Du ja „offensichtlich nicht mehr arbeitest“ oder diesen Sport „ja ohnehin professionell betreibst“. Das finde ich immer wieder sehr amüsant. Das Ego läuft mal wieder zur Höchstform auf und möchte auf keinen Fall zugeben, dass der Andere möglicherweise einfach mehr Talent hat, effizienter trainiert oder dergleichen. Es MUSS einfach daran liegen, dass der Andere mehr Zeit zum Trainieren hat. Wenn ich doch nur auch . . .🙂

Jungs: Es ist stets nur eine Frage der Prioritäten. Gerade bei Langdistanz-Triathleten, wo Talent und Technik nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen. Wo man mit purem Fleiss und Disziplin sehr weit kommen kann.

Wenn Ihr also das nächste Mal jemand Anderen bezichtigt, „zu viel Freizeit“ zu haben, fragt Euch einfach, warum Ihr nicht so viel habt. Denn wir alle haben die gleichen 24 Stunden pro Tag. Wenn ich also eine Familie haben will oder mehr Geld verdienen möchte, ist das völlig OK (wie jedes andere Motiv auch). Aber jammert mir nicht die Ohren voll, dass Ihr auch viel schneller wärt, wenn Ihr doch nur mehr trainieren könntet.

Nebenbei gehe ich jede Wette ein, dass kaum jemand von denen, die da jammern, weniger als ich trainiert (2008 bis dato: knapp 200 Schwimmkilometer, knapp 4.900 Radkilometer, knapp 900 Laufkilometer).

Ich bin Ökonom, d.h. ich versuche neben Effektivität (die richtigen Trainingseinheiten zur richtigen Zeit) auch die Effizienz (mit dem zeitlich möglichen Aufwand so weit wie möglich vorn zu finishen) im Auge zu behalten. Ich glaube, dass hier die größten Leistungsreserven bei Amateuren liegen.

2 thoughts on “Stichwort: Neidgesellschaft

  1. Hallo Jörg,

    ich verfolge jetzt Deinen Blog seit einigen Wochen und kann Dir nur gratulieren. Einerseits zu den aus meiner Sicht sehr interessanten Berichten und Infos, die Du rund um den Triathlonsport veröffentlichst, anderseits zu Deinen bisher hervorragenden Leistungen, die Du als Sportler gebracht hast. Ich weiß, dass hier sehr viel Arbeit, Wille und Talent dazu gehört, um das erreichen zu können. Wer hier neidisch ist, bzw. Leistungen durch negative Kommentare schlecht redet, der sollte doch weiter vor dem Fernseher (möglichst in seinem eigenen Wohnzimmer) sitzen bleiben und auch dort seine Kommentare herausschreien.
    Ich hoffe Du bleibst Deinem Weg treu und machst weiter das was Du für richtig hälst.

    Grüße aus ÜB und viel Glück in Frankfurt
    Jörg

  2. Hi Jörg,

    schön, Dich hier zu wissen.
    Vielen Dank für Deine Aufmunterung.
    Du kannst Dir sicher sein, dass ich meinem Weg treu bleibe und weiterhin das mache, was ich für richtig halte.😉
    Liebe Grüße nach Überlingen (auch an Andi und die ganze Triathlon-Gang),
    Jörg

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