Viernheim, Almere & Louisville

Welch ein Wochenende: In holländischen Almere fanden die ITU-Langdistanz-Weltmeisterschaften statt (4 – 120 – 30). Chrissie Wellington versägte sie alle in zwischenzeitlich gewohnt grausamer Art und Weise (fast 20 Minuten Vorsprung). Auf den Plätzen: Die Dänin Charlotte Kolters und Yvonne van Vlerken. Also ein klares 1:0 für Chrissie. Im momentanen physischen und mentalen Zustand wird das aus meiner Sicht in Hawaii eine sehr klare Sache für Frau Wellington. Die Mädels dürfen sich im Grunde nur noch um den zweiten Platz streiten.

Bei den Jungs haben einmal mehr unsere französischen Nachbarn zugelangt mit Platz 1 und 2: Julien Loy und Francois Chabaud (hätte ich andersrum vermutet). Bronze geht an Martin Jensen (Dänen lügen nie!), der lange geführt hatte. Platz 4 und 6 gehen wiederum an die Franzosen: Sebastien Berlier und Stephan Bignet. Dazwischen platziert sich einer der alten skandinavischen Cracks (von dem ich lange nichts mehr gehört habe): Jonas Colting. Es ist interessant zu sehen, wie einerseits Frankreich z.Z. eine breite Riege von Weltklasse-Langdistanzathleten generiert und andererseits eine scheinbar andere Kultur in Bezug zu ITU- versus WTC-Events herrscht. Während ITU-Rennen in Deutschland kaum auf dem Radar erscheinen und die wirklichen Top-Athleten regelmäßig durch Abwesenheit glänzen, ist das bei unseren westlichen Nachbarn gänzlich anders.

Was uns zum WTC-Rennen des Wochenendes bringt: IRONMAN Louisville hatte gerufen und eine Menge Top-Athleten waren dem Ruf gefolgt. Aus deutscher Sicht interessant waren v.a. Michael Göhner, der sich nach dem Desaster von Frankfurt seine Kona-Quali holen wollte, sowie Maximilian Longrée, der sich die ganze Saison noch nicht richtig gezeigt hatte. Viel Raum für Spekulationen im Vorfeld. Das Ergebnis war denn auch einigermaßen überraschend (wenigstens für mich). Während Max Longrée seinen ersten IM absolut überzeugend mit über 20 Minuten Vorsprung gewann, ging Michi Göhner beim Marathon ein wie eine Primel und musste froh sein, mit einem für ihn völlig indiskutablen 3:22-Marathon den vierten Platz zu halten. Er hat auch im Anschluss auf seinen Kona-Slot verzichtet (sinnvoll IMHO!) und wird vermutlich froh sein, die durchwachsene 2008er-Saison möglichst schnell abzuhaken und sich statt dessen auf die Zukunft zu konzentrieren. Bei den Damen siegte die Niederländerin Mariska Kramer vor der Dänin Lisbeth Kristensen (zurück nach Babypause – nicht ALLE frischen Mütter zerbröseln gleich die Weltbestzeit😉 ).

Schließlich gab es auch „im Ländle“ noch ein Highlight: Der Rhein Neckar Triathlon Cup (RNTC) 2008 endete mit dem VCard Triathlon in Viernheim. Die üblichen Verdächtigen machten das Podium unter sich aus: Sebastian Kienle’s Bike Power konnte niemand etwas entgegen setzen. Er gewann einmal mehr mit überragender Leistung. Seit Anfang des Jahres (Dirty Race) ist er für mich DAS deutsche Talent der nächsten Jahre. Wenn er das auf die Langdistanz transferieren kann, dürfen sich einige der etablierten Profis warm anziehen. Ein weiteres Super-Talent, Andi Böcherer; wurde Dritter. Dazwischen schob sich mit Timo Bracht einer der Arrivierten. Auch die Frauenkonkurrenz hatte allerhand zu bieten. „Unsere“ Kathrin (Pätzold) machte sie mal wieder alle platt – Sieg auf ganzer Linie. Dahinter Daniela Sämmler vor Heidi Jesberger, die immer noch nicht wieder so richtig in Fahrt zu kommen scheint (wobei drei Minuten Rückstand noch im Rahmen sind). Erfreulich auch Julia Seibt aus meinem Verein, der SG Dettingen/Erms, die sich noch in die Top Ten schiebt. Gratulation!

Ein kleines Video der Veranstaltung gibt’s hier!

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