Spessart Challenge 2008

Zieleinlauf Stadtlauf Bad Orb 2008 (Dank an Stephanie!)

Tag 1 – Samstag, 20. September 2008:

Nachdem ich mich – wie im Vorbericht erwähnt – mit dem Gedanken angefreundet hatte, meinen Beinen nochmal einen ordentlichen Reiz zum Abschluss meines Langdistanztrainings auf Kona zu geben, zockelte ich an einem sonnigen Samstagnachmittag nach Bad Orb. Leider hatte Familie Hill (Katrin, Olaf, Scott) kurzfristigst abgesagt, so dass ich allein mit Wayne Dyer vom MP3-Player im Auto verbringen musste.

Die rührigen Bad Orber (hier allen voran Familie Schmitt) hatten mich ja eingeladen und so konnte ich rasch meine Startunterlagen abholen und mein Zimmer beziehen. Welch eine Freude, meinen Zimmernachbarn Carsten Bresser einmal „live“ kennen lernen zu dürfen. Einfach umwerfend symphatisch! Ich liebe ja diese „wahren“ Sportler, die einerseits großartige Athleten sind und andererseits völlig auf dem Boden gebliebene, nette Menschen. Und vollkommen unprätentiös dazu!🙂

Außerdem lernte ich gleich Matthias Schmitt (den Sohnemann) und seine bezaubernde Freundin Stephanie kennen. Und dann kamen auch noch die Helmstädter mit Ihrer sensationell starken und gleichzeitig sehr süßen „Frontfrau“ Birgit Schnapp, die ihrerseits – in Abwesenheit von Katrin – einmal mehr die Gesamtwertung Challenge Lang 2008 der Frauen für sich entscheiden sollte.

Das Schmitt’sche Anwesen war also voll mit lauter netten Sportlern.

Nochmal kurz auf’s Ohr gelegt, um den Dreistunden-Autobahnwahnsinn abzustreifen. Umziehen, Warmlaufen und zum Start. „König“ Sascha Wingenfeld hatte sich ja ebenfalls angesagt, wie auch Vorjahressieger Thomas Lauterbach und der Dritte Bernd Müller. Leider musste der Zweiplatzierte von 2007, Florian Brosch, verletzungsbedingt absagen. Es war also von vornherein klar, dass dies ein deutlich schnelleres Feld sein würde. Ich war gespannt, wie Carsten (Marathon 2:34 h in 2008) und Sascha die Eröffnungsdisziplin, den 10 km-Stadtlauf, angehen würden.

Wie erwartet ging es sofort mit Vollgas los. Man fackelte nicht lange und wollte mal die Konkurrenz testen. Unerwartet schob sich noch ein weiterer Jüngling dazu. Der Zwanzigjährige (halb so alt wie ich – oh mein Gott!) Johannes Moldan legte einen super Lauf hin und ließ erst am Ende der 1. Runde abreißen. Ich blieb noch bis zur Hälfte bei Carsten und Sascha. Da ich diese dauernden Tempoverschärfungen nicht mitgehen wollte, entschied ich mich, lieber meinen gleichmäßigen Stiefel zu laufen und hintenraus ein paar Körner für den Sonntag zu sparen. Tatsächlich gaben sich die zwei Protagonisten „die Kante“ und Carsten entschied zu meiner Überraschung das Duell für sich (33:04 und 33:09). Ich zockelte gemütlich bei 34:00 ein (OK, OK, die Sekunde hätte ich auch noch schneller laufen können, aber ich hab‘ zu spät die Anzeige gesehen).😉

Platz 3 gesamt und 1. M40 also als „Ausbeute“ des ersten Tages. Und das neben zwei so großen Sportlern wie Carsten Bresser und Sascha Wingenfeld! Völlig im Plan. Duschen, schön Carbo-(Re-)Loading und dann Siegerehrung. Nach interessanten Gesprächen ging’s dann für alle früh ins Bettchen.

Tag 2 – Samstag, 21. September 2008:

Breakfast of Champions (Dank an Stephanie!)

07:00 Uhr Frühstück, 08:30 Uhr Warmfahren, 09:00 Uhr Start. Der Mountain Bike Marathon über 55 Kilometer (verkürzt von 60 km letztes Jahr) stand an. Das Wetter war weiterhin super. Angenehm kühl und v.a. trocken. Die von den meisten präferierte Kombination war kurz/kurz mit Armlingen. Allerdings wären Überschuhe oder zumindest Toe Caps nicht schlecht gewesen. Jedenfalls hatte ich trotz Smartwool-Socken die ganze Zeit eiskalte Füße. Sascha war seltsamerweise nicht zum Start erschienen und hatte auch niemandem abgesagt. Was natürlich zu Spekulationen führte . . .

Wie üblich ging es die ersten 800 Meter durch den Ort hinter dem Pacecar her, um dann einen fliegenden Start hinzulegen. Das ist für mich ja immer super-nervig, da an so einer Stelle dann immer das Testosteron die Gedankengänge etwas vernebelt und die Jungen meinen, sie müssten unbedingt hier schon die entscheidenden drei Meter rausfahren. Das lass ich gerade noch für Leute wie Carsten und Frank Schmidt gelten, die als ehemalige MTB-Profis das Ding für sich im Zielsprint entscheiden (2:10:21 und 2:10:22). Alle anderen haben schon über drei Minuten Rückstand. Ich brauche natürlich wie immer meine erste halbe Stunde zum langsam warm werden und in den Tritt kommen. Dann hole ich auch Birgit ein, die das Rennen natürlich überlegen für sich entscheidet. Sie hängt sich dran und wir rauschen über viele Kilometer zusammen durch den Wald. Zwischendrin holen wir dann noch einen weiteren Athleten ein. Der radelt aber nachher lieber ständig 30-40 Meter vor statt mit uns und hat außerdem ein schrecklich quietschendes Schaltröllchen. Nicht auszuhalten im ansonsten herrlich ruhigen Wald. Zwischendrin wird die Ruhe und Einsamkeit immer mal wieder dadurch unterbrochen, dass wir nach Bad Orb runterfahren und von jubelnden Menschenmassen wieder irgendwelche steilen Rampen hochgetrieben werden. Fun, fun, fun!!! :-)  Erst am finalen großen Anstieg zum „Horst“ (über 300 Hm am Stück – nicht enden wollend!) lege ich dann nochmal kontrolliert „eine Schippe drauf“ und lasse Birgit und zwei weitere Mitbewerber zurück. In 2:31:11 werde ich 17. overall und 7. in der Challenge-Wertung (alle anderen sind reine Mountain Biker mit frischen Beinen). Gut 20 Minuten Rückstand auf so einen Klasse-Biker wie Carsten finde ich akzeptabel. Das wirft mich aber auf Rang fünf in der Challenge-Gesamtwertung zurück und leider auch punktemäßig ohne Hoffnung auf Verbesserung.

Was uns zum Molkenberglauf über 7,6 Kilometer und 280 Höhenmetern führt. Nach ausradeln, Duschen und einem kurzen Power Nap wieder die Laufsachen anziehen und Warmlaufen. Das fällt mir dieses Jahr deutlich schwerer als noch 2007, da ich sowohl den Stadtlauf, als auch den MTB-Marathon schon deutlich „ernsthafter“ und schneller angegangen bin. „Aber, hey, ist ja nur noch eine knappe halbe Stunde „Bewegung“ und dann ist es geschafft“, rede ich mir ein. Dummerweise meint Björn von den ausrichtenden Bad Orbern, mir „etwas Gutes“ zu tun, indem er gleich mal den ersten Berg hochsprintet wie ein Bekloppter. Das arbeitet natürlich total GEGEN mich, denn bis ich halbwegs im Tritt bin und Björn sich zurück fallen lässt, sind die Anderen bereits einige Meter entkommen. So muss ich mich mühsam an Johannes Moldan (später 3. im Berglauf und 2. Gesamt) und Bernd Müller (später 4. im Berglauf und Gesamt) heranarbeiten und sie dann in der Bergabpassage stehen lassen. An Carsten komme ich leider nicht mehr ganz ran, obwohl es im Start-/Zielbereich unten im Kurpark recht gut aussieht. Aber er hält noch 13 Sekunden Vorsprung bis ins Ziel und gewinnt völlig verdient mit Idealpunktzahl 6 – Sieger in allen drei Disziplinen. Hut ab und tiefste Verbeugung meinerseits!

Zwischendrin kamen wir noch in einen kurzen Schauer, aber im Zielbereich war es dann schön trocken, so dass wieder viele Zuschauer den Weg auf den Molkenberg fanden. Natürlich war auch hier wieder für reichlich Verpflegung gesorgt. Vor allem der sensationelle Kuchen sei erwähnt.

Fazit:

Die Spessart Challenge ist einer der schönsten Multisport-Wettkämpfe, die ich kenne. Eine überaus gelungene Kombination aus sportlich hochstehendem Wettkampf, super-professioneller Organisation und netter, familiärer, gastfreundlicher Atmosphäre. Die „Challenge“ in der Langversion ist dann schon recht hart. Aber es gibt ja auch eine Kurzversion (5 km – 36 km – 1,6 km). Und überdies kann auch jeder Wettkampf für sich absolviert werden oder aber in einer Zweier-Staffel (einer läuft – einer radelt). Ich denke, da ist für jeden etwas dabei. Besonders positiv fällt mir auf: Der herausragende Sprecher Klaus Stutzer (einmal mehr makellos), die perfekt abgesperrten und markierten Strecken, die vielen Zuschauer (gerade auch in entlegenen Waldstücken), die Top-Verpflegung, die Top-Konkurrenz, das tolle Organisationsteam vom TV Bad Orb mit so vielen freundlichen Helfern und die mir entgegen gebrachte Gastfreundschaft seitens Familie Schmitt. Herzlichen Dank!

Einziger Wermutstropfen für so Typen wie mich ist, dass es durch die Dreifachwertung halt schon sehr MTB-lastig ist und ich daher nie Land sehe. Kein Zufall, dass das Rennen regelmäßig so viele Ex-MTB-Profis (und Xterra-Spezialisten) anzieht, die die Challenge-Wertung dann auch ebenso regelmäßig unter sich ausmachen. Trotzdem bin ich sehr zufrieden mit meiner Leistung, die ich direkt aus dem vollen Training heraus bestritt. Sie markierte das Ende meines dreiwöchigen Langdistanz-Blocks für Kona. Jetzt kommt nur noch drei Wochen Tapering mit ein paar Schlüsselreizen (lange Koppeleinheiten). Außerdem konnte ich mein Mindestziel (Preisgeldrang – Top 5) erreichen.

Race Stats:

  • Stadtlauf: 10 km (4 Runden á 2,5 km) mit 80 Höhenmetern
  • 143 Finisher
  • 3. Platz overall & Challenge (1. M40) in 34:00
  • Wetter: Bewölkt, trocken, 14°C
  • Schuhe: Asics DS Racer
  • MTB-Marathon: 55 km (1 Runde) mit ca. 1300 Höhenmetern
  • 149 Finisher
  • 17. Platz overall (4. M40) – 7. Platz Challenge-Wertung (1. M40) in 2:31:11
  • Wetter: Bewölkt, trocken, 12-14°C
  • Rad: Scott Genius RC-10
  • Molkenberglauf: 7,6 km (1 Runde) mit 280 Höhenmetern
  • 89 Finisher
  • 2. Platz overall & Challenge (1. M40) in 28:26
  • Wetter: Bewölkt, kurzer Schauer, 12°C
  • Schuhe: Woolf Firewoolf
  • Spessart Challenge Lang: 10 km – 55 km – 7,6 km
  • 46 Finisher
  • 5. Platz overall (1. M40)
  • Ergebnislisten gibt’s hier!

2 thoughts on “Spessart Challenge 2008

  1. Hi Jörg,

    meinen Glückswunsch zu deinem Ergebnis in Bad Orb. Vorallem voll aus dem Training heraus ist die Leistung wirklich klasse!!
    Der Bericht ist auch sehr schön zu lesen. Macht einem richtig Lust auch dort mal dabei zu sein. Schade dass es nicht gerade „ums Eck“ ist. Solche eine Kombiwertung ist schon mal reizvoll. Nur bei mir wäre es halt mit MountainBike fahren gar nix.
    Weiterhin gute Trainingseinheiten!

    Frank

  2. Hi Frank,

    ja, kann ich tatsächlich nur auf ganzer Linie empfehlen. Du kannst ja auch die Challenge Kurz machen oder aber ein Team mit einem starken Mountain Biker (gibt’s ja genug in unserer Ecke) machen. Na, wie wär’s?

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