Kona-bound

Das Ziel aller Träume: Die hawaiianische Inselgruppe (mit von links unten Niihau, Kauai, Oahu, Molokai, Lanai, Maui und The Big island/Hawaii – © NASA)

Man weiß, dass es langsam ernst wird, wenn einen weitgehend fremde Menschen auf der Straße ansprechen, wann man denn endlich gedenke, nach Hawaii zu fliegen.

In den letzten Tagen mehren sich die Nachfragen, ob man denn schon nervös sei (Antwort: Nein!). Ob man denn schon gepackt habe (Antwort: Nein!). Wann denn der Flieger gehe (Antwort: Sonntag-Morgen, 08:25 Uhr ab FRA über ORD und LAX nach KOA). Wann’s denn wieder zurück geht (Antwort: Dienstag, 28. Oktober). Ob denn nicht die Gefahr recht hoch sei, sich eine gewaschene Erkältung einzufangen (Antwort: Angeblich sehr groß!). Ob es denn in Kona wirklich so heiß sei (Antwort: Ja!). Und feucht-schwül (Antwort: Ja!).

Ja, in der Tat könnte unser süddeutsches Wetter momentan kaum deutlicher vom Hawaiianischen abweichen. Eine echte Herausforderung für den Körper und das Immunsystem. Dazu kommt dann noch die Kleinigkeit von 12 Stunden Zeitverschiebung (mehr geht logischerweise nicht). Zwölf Uhr Mittags hier sind Mitternacht dort. Es macht also total Sinn, die „Hang Loose-Strategie“ zu fahren, es trainingstechnisch locker auslaufen zu lassen, es beim ersten „richtigen“ Start in Hawaii entspannt und ohne ernsthafte Ziele anzugehen. Was ohnehin sehr sinnvoll erscheint, wenn man sich mal die endlose Liste von Pros anschaut, die beim ersten Mal gleich – entsprechend ihrer Möglichkeiten und unter dem Druck von sich selbst, den Sponsoren und einer mehr oder weniger erfahrenen Öffentlichkeit – etwas „reissen“ wollten und für diese Strategie gar bitterlich bezahlen mussten. Ich denke, dass man schon zwei, drei Mal in Kona gewesen sein muss, um das Rennen, die besonderen Bedingungen und das ganze Drumherum richtig einschätzen zu können.

Während sich also die meisten meiner Triathlon-Kollegen in die „wohlverdiente“ Übergangsperiode verabschieden, gibt es eine kleine Schar von Athleten, die es geschafft haben, sich für die Mutter aller Triathlons zu qualifizieren: Die Ford IRONMAN Triathlon World Championships. Während nun die Tage draußen kürzer werden (und die Nächte mittlerweile auch schon wieder länger als die Tage sind), während es draußen tendenziell immer kälter, nasser und windiger wird, dürfen die lieben Kollegen die Beine hochlegen. OK, manche laufen noch einen Marathon. Aber das ist sicher ein kleiner Kreis. So klein, wie die Gruppe der armen Schweine, die nochmal richtig über die volle Distanz ran müssen (bitte keine Mitleidsbekundungen!). Das Schöne ist ja, dass wir es nicht anders wollten. Dass – im Gegenteil – alle, die am Vollmondwochenende am Samstagmorgen um 07:00 Uhr (bzw. 06:45 Uhr für die Pros – aber das ist wieder eine andere Geschichte) an der Startlinie im warmen Wasser des Pazifischen Ozeans herumpaddeln, jede Menge Entbehrungen auf sich genommen haben. Alle mussten viel Disziplin und Durchhaltevermögen beweisen. Alle mussten sehr flink im Umgang mit Online-Anmeldungen und Kreditkartenzahlungen sein. Aber das reichte eben nicht. Alle haben schon einmal in den letzten zwölf Monaten bewiesen, dass sie es fertig bringen, über die selbe Distanz am Tag X zu den Besten zu gehören. Und das macht auch den besonderen Reiz dieses Events aus: Man hat die Möglichkeit, sich mit den Besten der Besten in EINEM Wettkampf zu messen (mit Tiger Woods in Augusta Golf zu spielen (undenkbar!) oder mit Roger Federer in Wimbledon auf dem Platz zu stehen (undenkbar!)). Und gleichzeitig ist es dieses Gefühl von Olympia: Dass da all‘ die braungebrannten Super-Bodies zu den Besten in dieser Sportart gehören. Und man selbst auch. Schon irgendwie toll.

Holgi Spiegel (immer noch Inhaber der ULTRAMAN-Bestzeit) hat auf Kai’s Kona Blog seine Gedanken zu diesem Thema niedergeschrieben. Es erstaunt immer wieder, welche Ähnlichkeiten im Denken und Handeln bei Gleichgesinnten zu entdecken sind . . .😉

Kona: Die Bucht mit dem Pier, Das Royal Kona Resort (in dem ich nächtigen werde – Bildmitte) und rechts der Alii Drive, auf dem das tägliche Schaulaufen stattfindet und auf dem die letzten paar hundert Meter ins Ziel zu laufen sind.

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