Xterra World Champs Maui 2008

Puuuh! Welch ein Killer-Rennen! Hammerhart! Aber schön!

Nach meiner super Woche Chillen und Gutgehenlassen auf Kauai durfte ich ja noch ein letztes Mal „ran“ auf Maui, der zweitschönsten (IMHO), zweitgrößten (that’s a fact) und zweithöchsten (das auch) Insel des Hawaii-Archipels. Auch die Crosstriathleten wollten ja noch ihre Weltmeister küren. Nach der Landung in Kahului stand auch schon Nico Pfitzenmaier in seiner lässigen Art neben mir und holte mich ab. Er war ja schon oft hier bei der WM und hat immer recht gut gefinisht (letztes Jahr 10. Platz overall). Er kennt sich also aus. Und da er einer dieser Lifestyle-Pros ist, die im Leben v.a. Spass haben wollen, surft er natürlich auch. Wir statteten der Healthfood Store in Paia erstmal einen kurzen Besuch ab. Dann ging’s rüber an den weltberühmten Strand von Hookipa, wo bei schätzungsweise 7 Beaufort die Windsurfer die Sau raus ließen. Beeindruckend.

In unsererem Base Camp in Kihei lernte ich dann meine zwei Room Mates für die nächsten Tage im Appartment kennen. Harald aus Wien wird später im Jahr noch in Clearwater bei der 70.3 WM am start stehen. Und Babtiste aus Frooonkreisch war ein super-netter, junger Kerl, der sich später als 5. in der M20-24 durchschlagen sollte (57. Platz gesamt).

Das Bike hatte Nico aus Kona mitgebracht. Nach dem Zusammenbau rollte ich mich ein paar Kilometer ein und checkte die Technik, nachdem ich mit Nico’s Hilfe auf Tubeless umgerüstet hatte. Denn wie die Experten wissen, ist die Chance, sich auf der WM-Strecke einen Platten zu holen, größer als bei der Tour de France einen Doping-Sünder zu erwischen (riesengroß). Dann nochmal kurz den Sonnenuntergang genießen und ein paar Meter schwimmen im Meer. Nach dem süßen Nichtstun in Kauai fühlte sich der Körper im Grunde recht gut an. Die Tage bis zum Sonntag vergingen mal wieder wie im Flug. Registration, den Practice Course abfahren, um ein Gefühl für die Strecke und v.a. die losen Lava Rocks zu bekommen, Material herrichten, Sightseeing, Bodysurfing. Schließlich gab’s wie auch schon in Kona eine „Pasta Party“ auf ziemlich hohem Niveau mit amerkanisch-typischer Mega-Show. Beeindruckend v.a. auch Jamie Whitmore, die mehrfache Xterra-Weltmeisterin, die plötzlich an Krebs erkrankte und es gerade so mit Hilfe von Ehemann und Krücken auf die Bühne schaffte zur Ehrung als „Xterra Warrior 2008“.

Am Race Day fuhren wir dann gemeinsam mit den Vans zum Maui Prince Hotel. Dort erstmal mein Bike richten und noch bißchen kurbeln. Dabei habe ich mir gleich mal die ersten Meter raus aus der Wechselzone einprogrammiert. Dann das Gleiche auf der Laufstrecke, wobei ich mich hier auf die letzten zwei Kilometer konzentrierte (die ersten sind identisch mit der Bikestrecke). Makena Beach, Spooky Forrest und die letzten Meter auf den berühmten Lava Rocks waren sehr wichtig zu sehen (und brutal hart). Derweil trinken, trinken, trinken. Als ich zurück laufe zur Wechselzone, treffe ich auf zwei Leute, die unabhängig voneinander beide fragen, ob ich schon im Wasser war (nein, ich war nur 4 Kilometer einlaufen – ich erwähnte doch wohl schonmal irgendwo, dass ich kein Hitzespezialist bin). Der Schweiss floss jedenfalls schon vor dem Rennen in Strömen und ich war froh, als ich endlich meinen PointZero3 von blueseventy anhatte und mich im „kühlen“ Pazifik ein wenig abkühlen konnte (auch saubere 26°C warm).

Dann endlich der Start. Wieder eine brutale Brügelei. Die erste Wendeboje ist ja leider durch den Zweirunden-Kurs schon nach 300 Metern erreicht. Kurzer „Australian Exit“ (Landgang in der Mitte). Auf der zweiten Runde war’s dann richtig schön. Tolles Wasser, ich fand ein paar gute Füße und das Wasser und die Fischwelt waren wunderschön. Raus, schneller Wechsel und raus auf die Lava Trails. Ich merke recht bald, dass mir Kona doch noch ziemlich in den Beinen hängt. Oben angekommen am sogenannten Heartbreak Hill bin ich einerseits total platt und andererseits froh, dass es von da an („The Plunge“) fast nur noch bergab geht. Ein super Panorama von dort oben. Plötzlich rumpelt es gewaltig und wir können zuerst dieses laute Geräusch gar nicht einschätzen. Hört sich am ehesten an wie eine Buffalo-Herde in Dances with Wolves. Und tarsächlich ist es eine Herde schwarzer Rinder, die hier oben (alles privates Ranchland) frei durch das hohe Gras stampfen. Ryan DeCook, ein Profi mit dem ich gerade radle, lässt einen Mordsschrei los und die Viecher legen einen Stopp ein ohne uns zu zertramplen. Ein wenig später überholen uns leicht unterhalb ein Rudel Rehe mit wunderschöner Zeichnung. Ein Bild wie in Out of Africa. Natürlich verliert dann irgendwann nach einem unsanften Rumpler an einem der Lavafelsen mein Hinterrad Luft. Die erste CO²-Patrone weg. Und leider (Rookie-Fehler) geht die Hälfte daneben. So muss ich später nach The Plunge und einem leichten Aufsetzer meine zweite und letzte Patrone opfern und hoffe, dass es bis zu T2 reicht. Tut es. Noch schnell ein Gel einwerfen vor dem Laufen und dann geht’s wieder raus in diese erbarmungslose Hitze. Ich glaube, dass es nicht nur meine Einbildung war, dass es wirklich besonders feucht-heiss an diesem Tag war. Jenny Tobin (später siebte Frau overall) läuft eine Weile neben mir. An ihrer Atemfrequenz merke ich, wie schlecht ich daherkomme. Weder meine Muskeln (fühlen sich gut an) noch Herz-Kreislauf sind die limitierenden Faktoren an diesem Tag. Total dehydriert und fertig überhole ich noch auf dem letzten Kilometer Carina Wasle, die es offenbar noch schlimmer erwischt hat und die nur noch gehen kann.

Im Ziel treffe ich gleich Alex (Haas aus Roth) und Armin (Hohenadler aus Oberbayern), die kurz vor mir das Ziel erreichten. Ich brauchte eine geschlagene halbe Stunde, acht Dosen Cola bzw. Softdrink, Eis und unzählige Becher Eiswasser, bis ich halbwegs meinen Körper wieder auf erträgliche Temperatur runtergekühlt hatte. Dann eine kurze Dusche. Diesmal gönne ich mir eine Massage – welch eine Wonne!

Heim, kurze Nap und dann schon wieder raus zur Siegerehrung – wieder mit großer Show und tollem Dinner-Büffet. Danach ging’s dann noch für die meisten zur berühmt-berüchtigten Xterra Halloween Party und so gegen zwei fiel ich leicht benommen in mein Bett.

Am nächsten Morgen mussten wir wieder recht früh aufstehen, denn Nico hatte (für alle die wollten und konnten) noch einen wunderschönen Downhill Ride vom Gipfel des Haleakala (3.000 M.ü.M.) auf Fire Roads, Lava Trails und ein Stück echt tolle Single Trails durch den Wald auf den Plan geschrieben. Das war nochmal ein echtes Highlight und ein schöner Abschluss. Danach nur noch Packen, ein letztes Mal im Pazifik planschen, Duschen und ab zum Airport. Am Montag-Abend flogen wir dann los nach L.A., um von dort via Chicago und zweite Nacht nach Frankfurt durchzufliegen und heute Morgen glücklich und zufrieden hier in Deutschland anzukommen. Wenn ich mir das Wetter (Schneeregen bei 3°C) und die Verkehrssituation auf deutschen Strassen anschaue, muss man sich im Grunde wirklich überlegen, was man hier macht. Aber wir Menschen haben ja die tolle Gabe, uns an jede (Schei…)-Siutuation recht gut anpassen zu können. 😉

Natürlich gibt’s ein schönes Video auf YouTube. Allerdings nicht das Original, in dem ich zweifach gut zu sehen bin (in T1 und im Ziel).

Das folgende Video zeigt jedoch ein besseres Bild:

Race Stats:

  • Distanzen: 1,5 – 32 – 11,5 (ca. 1.300 Hm auf dem Radkurs)
  • Zeiten: 22:24 (122.) – 01:12 (T1) – 1:57:31 (108.) – 01:17 (T2) – 53:37 (54.)
  • Platzierung: 83. Platz (7. M40)
  • 2 Platten, beide CO²-Patronen verschossen
  • Wetter: Sonnig, 32°C, 85% rel. Luftfeuchtigkeit, Wasser: 26°C, weitgehend windstill
  • Ergebnisliste gibt’s hier!

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