Trainings-Tipps von Sam

sam_mcglone_kona07

Samantha McGlone auf dem Marathon der Ford IRONMAN World Championship 2007

Höchste Zeit, mal wieder etwas zum Thema Training zu schreiben. Und diesmal inspiriert von keiner Geringeren als der Kanadierin Samantha McGlone. Neben vielen tollen Erfolgen war sie Olympia-Teilnehmerin 2004, Weltmeisterin über die „Halbe“ (IRONMAN 70.3) 2006 und Zweitplatzierte beim IRONMAN Hawaii 2007 direkt hinter Chrissie Wellington.

Als kleine Dreingabe fanden wir in unserer Race Bag bei der Xterra WM auf Maui die Oktober-Ausgabe des amerikanischen Triathlete Magazine. Auf Seite 146 ist dort ein aus meiner Sicht exzellenter Artikel abgedruckt, der vor allem einen Schlüssel-Absatz enthält, der es in sich hat. Die Bedeutung dieses einen Absatzes macht aus ihrer Sicht einen Großteil des Unterschiedes zwischen Amateuren und Profis aus. Und da ich die Welt an dieser Stelle genauso sehe, möchte ich Euch diesen nicht vorenthalten.

Here it goes:

„The quality training is higher-intensity. The burden of fatigue is lighter. Grey-zone training, that enemy of endurance athletes everywhere, is avoided. Hard sessions are hard, easy sessions are easy and rest means absolute, sit-on-the-couch and take-the-elevator rest. The mantra of a true professional athlete is „Don’t stand when you can sit, don’t sit when you can lie down.“

Das mag für den Einen oder Anderen etwas schwer zu schlucken sein oder zumindest doch übertrieben hart. Aber genau dies – neben vielen anderen Dingen – macht viel mehr des Unterschieds zwischen ambitioniertem Amateur und Pro aus als Gene, Talent oder hohe Trainingsumfänge. Selbstverständlich ist mir klar, dass das die meisten von uns so konsequent nicht umsetzen können. Aber ich meine, dass der Gedanke zählt. Während unsereins fünf Tage vor dem Wettkampf in Kona ankommt, dann noch ein bißchen trainiert, Bootsausfahrten und sonstige Ausflüge einplant (man will ja was von der Insel sehen!), zu viele Mai Tais drinkt, Cliff Jumping und Schnupper-Golf nicht auslässt, schätze ich mal, dass die Vorbereitung von Timo Bracht anders aussieht.

Der wichtigste Punkt ist allerdings aus meiner Sicht, dass wir uns anstrengen sollten, wenn Intensität auf dem Plan steht und locker machen, wenn locker angesagt ist. Und nicht, wie Millionen von Hobbysportlern, diesen Einheitsbrei aus „Grauzonen-Training“. Tagein, tagaus den selben Stiefel – das kann nichts werden. Und während nach meiner Wahrnehmung die meisten nicht wirklich locker machen können (deshalb auch so viele Sportverletzungen – v.a. Überlastungserscheinungen), haben wir dann auch nicht mehr den richtigen Biss, wenn’s drauf ankommt und intensive Intervalle auf dem Plan stehen.

3 thoughts on “Trainings-Tipps von Sam

  1. Hi Jörg,

    da kann ich dir nur beipflichten – Qualität nicht Quantität – ist da entscheidende. Dieses Trainingsprinzip verfolgen auch Bill Pierce / Scott Murr in Ihrem Buch „Lauftraining mit System“. 3 harte Trainingseinheiten pro Woche, jede in einem anderen Trainingsbereich. Also Grundschnelligkeit, Tempodauerlauf und „langer Lauf“. Immer im entsprechenden Schwellenbereich,also Sub-Maximal. Den Rest loooooocker Radfahren oder Schwimmen oder gar nichts machen. Keine 2 Laufeinheiten an aufeinanderfolgenden Tagen. Vorteile: Geringere Überlastung durch zu hohe Umfänge, Vermeidung von Übertraining durch genügend Regeneration und mentale Härte für den Wettkampf. Sehr interessante Sache. Mein Sohn hat mit nur 6 Wochen Training seine 10km Zeit um 3 Minuten gesteigert, ohne Verletzung, Übertraining und einer riesen Portion Selbstbewusstsein. Auch ein Vereinskollege mit chronischen Wadenproblemen hat von hohen Laufumfängen umgestellt, Leistung gesteigert und keine Wadenprobleme mehr. We are Runners – not joggers. Liebe Grüße Michael

  2. Love your comment!
    Einschränkung: Irgendwann kommen dann auch noch zwei weitere (naja, Schwimmen können wir etwas vernachlässigen, was Intensität und Belastung angeht –> also EINE weitere) Sportart dazu, die ebenfalls mit entsprechender Qualität trainiert werden will. Und schon werden die Tage der Woche knapp.
    Eine harte Radeinheit nach dem LSD am Vortag?
    Der Tempodauerlauf nach dem Long Ride des Vortages?
    It’s not THAT easy!😉

  3. Hi Jörg,
    da stimme ich dir voll zu. Ein entsprechendes Training muss natürlich periodisiert werden. Heisst, wenn die Intensitäten im Frühjahr in der Vor-Wettkampfphase auf dem Rad zunehmen, sollte die Laufform natürlich schon weitestgehend stehen. Dann geht es darum die Laufleistung über die Saison witestgehend zu Halten, ein parallele Entwicklung der Rad- und Laufleistung im Bereich der Intensität wird wohl unweigerlich zum Übertraining führen. Ich glaube das ist auch ein Fehler, den viele machen. Den ganzen Winter über wird in beiden Disziplinen im GA1 Bereich rumgedümpel und kurz vor der Saison wird die Rad und Laufintesität parallel hochgezogen, so dass ausreichende Regenration unmöglich ist

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