Menschliche Schwächen

Gestern Abend hatten wir eine recht interessante und inspirierende Unterhaltung beim Schwimmtraining mit den Esslingern. Das hat mich motiviert, mal wieder etwas „tiefer“ zu gehen. Tiefer in die menschliche Psyche. Ihr wisst schon: C.G. Jung und der Schatten (falls nicht: unbedingt anschauen!). Denn offensichtlich ist EIN Grund, warum viele Menschen diesen Blog lesen, dass ich halt auch immer mal wieder „aus dem Nähkästchen plaudere“, „kein Blatt vor den Mund nehme“ und eben regelmäßig hier schreibe, was mir gerade so durch den Kopf geht (und mit dem Thema zu tun hat).

EINE menschliche Schwäche, die nur allzu verständlich ist, ist die, dass einige von uns (natürlich nicht Du als Leser, sondern DIE ANDEREN!) manchmal die Tendenz zeigen, ihre absoluten Top-Ergebnisse als Standard zu deklarieren. Entweder ganz offen (z.B. wie hier in einem Blog oder in einem Gespräch) oder doch zumindest für sich zuhause im Kämmerlein, wenn man spät Abends nochmal die Ergebnislisten der vergangenen oder laufenden Saison durchforstet.

Interessant dabei ist, dass, wie mir scheint, diese Gleichung „Top-Resultat = mein Standard“ nur auf einen selbst Anwendung findet – nicht jedoch auf Andere. Am Beispiel: Da bin ich einmal einen Halbmarathon vor 20 Jahren in 1:15 h gelaufen und das ist mein Standard an dem ich alle anderen messe. Dass ich seither nicht mehr im Traum auch nur annähernd diese Zeit realisieren konnte, blende ich geflissentlich aus. Bei meiner Konkurrenz fallen mir derlei Milchmädchenrechnungen natürlich sofort ins Auge!😉

Und um Jung’s „Schatten“ aufzugreifen, mag sich unser „Ich“ nicht so recht mit solcherart Schwächen identifizieren, verdrängt sie ins persönliche Unbewusste. Und wenn wir das Ganze dann nicht irgendwann mal anschauen (bewusste Auseinandersetzung), können wir es nur außerhalb unseres „Ich“ wahrnehmen und projizieren es deshalb auf andere. Entspannt Euch: Das machen wir alle. Mehr oder weniger ständig. Ein Ziel kann aber sein, das zu reflektieren und sich selbst bewusst zu machen. Dann brauchen wir es nicht als „Schatten“ wegzusperren, können locker mit unseren kleinen Macken leben und brauchen es überdies nicht auf andere Unschuldige projizieren. Und um Hass-Mails vorzubeugen: Obige kleine Schwäche war nur EIN Beispiel dafür.

3 thoughts on “Menschliche Schwächen

  1. Hi Jörg
    ich kann mir vorstellen auf was Du anspielst🙂 und ich habe auch schon dementsprechende Comments auf dem Blog gehabt.
    Bernd

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