Challenge Roth 2009

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Welch ein monumentales Rennen! Wow! Ich bin jetzt noch ganz aufgewühlt vom gestrigen Tag in Roth.

Mein Vereinskamerad Michael Göhner haut sein bestes Rennen aller Zeiten raus, siegt zum ersten Mal bei einem der ganz großen Rennen und unterbietet dabei auch noch die magische 8-Stunden-Hürde. Ganz großes Kino! Es war unglaublich beeindruckend zu sehen, mit welchem Fokus Micha den Marathon in der absoluten Weltklasse-Zeit von 2:41 abgespult hat. Dass er das drauf hat, dachte ich mir schon. Dass er gewinnen könnte, hatte ich mir auch vorgestellt. Aber das Ding SO überlegen und in einer solchen Hammerzeit zu gewinnen – damit hatte ich nicht gerechnet. Er selbst hatte ja schon im Vorfeld gewisse Andeutungen gemacht . . .

Auf der Frauenseite hatten hingegen praktisch alle mit Chrissie Wellington als Siegerin gerechnet. Die Frage war eher, um wie viel sie die aktuelle Weltbestzeit auf den 226 Kilometern unterbieten kann. Klar siegte sie. Klar unterbot sie van Vlerken’s 8:45 h vom Vorjahr. Aber dass sie eine 8:32 hinlegen kann?! Damit hatte ich einmal mehr nicht gerechnet. Und auch nicht damit, dass Rebekah Keat die Weltbestzeit so deutlich unterbietet und das für sie beste Rennen ihrer Karriere abliefert.

Roth: Das war einmal mehr Triathlon-Traumfabrik. Das größte Triathlon-Rennen der Welt (gemessen an den Startern – 4.200 Teilnehmer – 2776 Einzelstarter und 470 Staffeln). Gefühlte Millionen Zuschauer. Eine irre Stimmung. Eine tolle Wettkampfstrecke. Weitgehend perfekte Organisation (je mehr ich hinter die Kulissen schaue, umso größeren Respekt habe ich vor Menschen wie Felix Walchshöfer und seinem Team).

Roth 2009 war aber auch DER PERFEKTE TAG. Wenn ich mir perfekte Bedingungen für ein schnelles Rennen wünschen würde: Genau so! Wunderbar kühl. Ganz leicht bedeckt, so dass die Sonne nur minimal durch kam). Nur wenig Wind. Trocken. Eben perfekt!🙂

Roth 2009 sollte auch deshalb das wahrscheinlich schnellste Rennen über diese Distanz ALLER ZEITEN werden. Ganze 69 Athleten schafften die berühmten „Sub-9“ (65 Männer und 4 Frauen)!!! Reschpeckt! Dabei gewinnt Kai Hundertmarck bei seinem Abschiedsrennen die M40, während ein guter, alter Bekannter aus alten Triathlon-Tagen, Holger Lorenz, es mit einer 8:43 gerade mal noch auf’s Treppchen schafft. Freund Rolf Schwarz macht seine Ansage auch war und schafft mit einer 8:55 die Sub-9 klar (was an diesem Tag allerdings „nur“ zu Platz 56 reicht und selbst bei den Frauen nicht mal mehr für’s Podium).

Roth zieht aber auch all‘ jene an, die nicht selbst an diesem Tage an der Startlinie stehen. So liefen mir Triathlon-Urgestein Jürgen Zäck über den Weg, genau so wie Timo Bracht mit der ganzen Familie. Maik Twelsiek sah ich an der Laufstrecke mit Hillary Biscay im Schlepptau. Und mit jeder Menge alte Bekannter konnte ich ein Schwätzchen halten. Kurzfristig hatte mir Susa ein Homestay organisiert – perfekt direkt am Schwimmstart in Heuberg gelegen! Vielen Dank Dani und Werner an dieser Stelle nochmal! Es ist einfach immer wieder schön, zu sehen, wie wir Ausdauersportler eine nette, große Familie sind.

Kathrin Paetzold, die mit mir nach Roth fuhr, nahm ebenso wie jede Menge anderer Prominenz in einer Staffel teil. Dummerweise stürzte sie im „Zweikampf“ mit einer der langsameren Teilnehmerinnen und schrottete ihr Rad. Ihr selbst ist zum Glück nichts passiert.

Der Rennverlauf ist schnell erzählt. Bei den Frauen wurde es das erwartete einsame Rennen der Chrissie Wellington. Wobei angemerkt sei, dass es genau so eine Leistung am 12. Juli 2009 brauchte, um zu gewinnen, da eben auch Rebekah Keat am Zenit ihrer Triathlon-Karriere angekommen ist. Mit einem 2:55 Marathon kam sie sogar noch ein Stück an Chrissie heran (2:57). Dann kam lange nichts . . . Im Gegensatz zum Männerrennen (und ich werde das nicht weiter kommentieren) fuhren die Ladies jedoch weitgehend regelkonform (was ich natürlich nur punktuell erkennen konnte). Ich denke, dass ich zu den Zeiten (Chrissie in 8:31:59, Bek in 8:39:24) nichts weiter sagen muss – ich bin sprachlos!

Bei den Männern machte zuerst einmal Pete Jacobs ein einsames Rennen. Ob das taktisch so klug war, möchte ich nicht beurteilen (zumal er sich selbst vor dem Rennen eine ganz andere Taktik ausgelegt hatte). So brauchte selbst Normann Stadler trotz super Schwimmleistung einige Kilometer, bis er den Aussie eingefangen hatte. Dann kam Normann’s Stunde und es sah ganz nach einem Comeback des Norminators aus. Mit 4:14:42 verfehlte er den bestehenden Radrekord von Jürgen Zäck aus dem Jahre 1999 nur knapp (4:14:16). Aber ein 2:56-Marathon reicht an so einem Tag dann eben doch nur zu Platz vier. Kurz vor dem Ziel überläuft ihn noch Richard Ussher aus Neuseeland, mein „dark horse“, das seltsamerweise keiner auf der Rechnung hatte. Aber die wenigsten kennen seine Fähigkeiten im Adventure Racing. Er ist ein Tier! Hinter Normann und Pete bildete sich eine größere Gruppe, aus der Micha dann ausbrach um das Rennen mit einem epischen 2:41:17-Marathon zu gewinnen. Pete muss sich derweil Richard Ussher vom leib halten (2:49 vs. 2:46). Und für Normann wird es nach hinten auch ganz knapp, denn er rettet gerade mal drei Sekunden ins Ziel und sah schon auf der Strecke „gezeichnet“ aus. Dahinter geht’s Schlag auf Schlag und ganze acht Athleten bleiben unter 8:08 – eine unglaubliche Leistungsdichte in der Spitze.

Fazit: Einer dieser Tage, die man so schnell nicht vergisst. Ganz großer Triathlon-Sport auf Weltklasse-Niveau – in jeder Beziehung!

Ergebnisse gibt’s hier!

Live-Leaderboard gibt’s hier (schön, um die Veränderungen innerhalb des Rennens zu sehen und die [selbstverständlich völlig legalen] Radgruppen zu bestaunen)!

Bildergalerie vom Tri-Mag gibt’s hier!

Berichte Tri-Mag, tri2be, 3athlon.

2 thoughts on “Challenge Roth 2009

  1. Hallo Jörg, habe gerade deinen Bericht gelesen. Da fehlt die tolle Leistung deines Laufkameraden Karl Fischer.
    Karl hat dich sogar auf der Laufstrecke gegrüßt
    schönen Tag

    peter

  2. Ja, tatsächlich!!
    Ich war gerade im Gespräch mit einem Liga-Kollegen vertieft, da kommt Karle am Kanal entlang. Wegen meiner Laufprobleme bin ich dann nicht hinterher gelaufen.
    Ich hatte ihn ja gar nicht erwartet! Er wollte doch nur das Radfahren in einer Staffel übernehmen!!! Der alte Tiefstapler! Die Nummer hat er sicher von langer Hand geplant . . . um uns dann auch gleich mit einem 10:47-Debüt auf’s Positivste zu schocken.
    RESCHPECKT!
    An dieser Stelle sei dann auch gleich noch das Debüt von Ralph Gorziza (12:00) und Axel Kober (12:22) vom TSV Frickenhausen erwähnt. Und natürlich Evangelos Tzakis von der TSG Reutlingen (12:28).
    Klasse, Jungens! Jetzt nehmt Euch genug Zeit für die ausgiebige Erholung!

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