IRONMAN 70.3 WM Clearwater ’09

Nachdem ich aus meinem verlängerten Wochenende in Berlin zurück bin, möchte ich dann doch noch einen kurzen Kommentar zur IRONMAN 70.3-Weltmeisterschaft in Clearwater, Florida, abgeben.

Zuallererst natürlich eine ganz große Verbeugung vor dem Jüngeren der Raelert-Brüder, Michael. Wer hätte das erwartet. In seinem zweiten 70.3-Rennen nach Wiesbaden holt er sich gleich den Weltmeistertitel. Sensationell. Nach einer taktisch einwandfreien Leistung beim Schwimmen und Radfahren (da haben die Raelerts einen entscheidenden Vorteil als hervorragende Schwimmer und Elite-Kurzdistanzler vor Athleten wie Sebi Kienle) weist er mit einem 1:09-Halbmarathon alle anderen deutlich in die Schranken. OK, OK, wahrscheinlich ist der Kurs wieder einmal ein bißchen kurz geraten, aber drei Minuten auf (fast) alle Verfolger sind halt mehr als eindeutig. Mit einer Gesamtzeit von 3:34 bleibt er als erster Athlet unter 3:40. Was mich persönlich ein wenig stört ist, dass immer wieder plötzlich ein paar Italiener auftauchen (man könnte hier z.B. auch „Spanier“ einsetzen), die man SO noch nie in Erscheinung sah. Hmm??! Matt Reed (der ausgewanderte Kiwi) komplettiert als Top-Favorit das Podium.

Bei den Frauen reichte es endlich und ebenfalls mehr als deutlich für die Britin Julie Dibens zum Sieg in neuer Rekordzeit von 3:59 (erschreckend Chrissie-like).

Insgesamt war es das mit Abstand schnellste IRONMAN 70.3-Rennen aller Zeiten.

Und von den Kumpels aus der Gegend war Bernd Kiesel mal wieder im unüblich windig-kühlen Florida (ein Hurricane streifte mit etwas Abstand vorbei). Er legte ein sehr ordentliches Rennen hin – bis auf die letzten Kilometer der Laufstrecke. Nach einer eher mittelmäßigen 29:31 zauberte er eine sensationelle 2:11 mit dem Rad auf den Asphalt. Auf der Laufstrecke hielt er bis zur Hälfte eine saubere 7-Minuten-Meile (4:20er-Schnitt/km) durch, musste dann aber seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und beendete den Halbmarathon mit einer nicht ganz so tollen 1:36. Trotzdem Respekt (Platz 43 in der M40)!

Wenn man diversen Berichten (z.B. hier bei Christian) glauben schenken darf, war es natürlich – wie zu erwarten – mal wieder eine einzige Windschatten-Orgie. Aber OK, wenn man das weiß und es als Windschatten-Rennen betrachtet, kann man sich ja entsprechend vorbereiten (schnell schwimmen, Beine hoch, schnell laufen). Ich sehe das mittlerweile eher emotionslos. Man muss eben – wie in einem Liga- oder Weltcup-Rennen – wissen, was einen erwartet, spezifisch vorbereitet sein und hinten bei den Age Groupern kein super-faires Rennen erwarten.

Ergebnisliste gibt’s hier!

12 thoughts on “IRONMAN 70.3 WM Clearwater ’09

  1. Danke für den Link, dann aber doch noch ein paar Anmerkungen von meiner Seite.
    Die Streckenlänge beim Lauf kann ich als nahezu korrekt bezeichnen. In der Woche vor dem Rennen mit GPS zweimal abgelaufen, ich komme mit Einberechnung einer zweiten Runde und dem Zielkanal auf exakt 21,0 Kilometer. Dafür war die Radstrecke wohl ca. 1,8 Kilometer zu lang.
    Auch wenn es ganz klar kein faires Rennen ist heißt das nicht, dass man generell die Beine hochlegen könnte. Es gab zu Beginn sicher auch 20er Gruppen, aber insbesondere nach dem Wendepunkt bei KM 40 fast nur noch schnellere kleinere Gruppen bis 6 Mann wurde aus meiner Sicht durchwegs voll und hart gefahren. Kein Vergleich mit den Videos aus Panama City wo zwei Drittel der Leute Oberlenker fahren und nicht treten müssen.
    Trotzdem sind die Laufzeiten insgesamt etwas zu gut ausgefallen. Wenn ich sehe, dass einige gute AK-Frauen, die eine flache KD in 2:15 oder 2:20 machen, hier 2:12 bis 2:20 fahren und dann noch an die 1:30 laufen, dann muss man sich schon fragen.

  2. Ja, so war’s von meiner Seite auch gemeint. Hört sich in meiner Art der klaren Sprache vielleicht manchmal etwas hart für den einen oder anderen an.
    HM in 1:09 mit vier mal Brücke müsste flach und „nackt“ eine 1:05 sein. Da könnte Michi mal eben mit den besten Leichtathleten des Landes zur WM fahren. Bin mir da nicht so sicher?! Und dann gibt es ja noch Typen wie Unger oder Frodeno…
    Außerdem wissen wir alle, die schon mal wissenschaftlich gearbeitet haben, wie schnell man DAS misst, was man messen will. Drüben auf meiner professionellen Website habe ich mal einen Artikel zu dem Thema geschrieben: Cargo Cult Science.
    Ich glaube, wir wissen hier alle, was mit „Beine hochlegen“ gemeint ist. Für alle anderen nochmal zum Mitlesen: „Beine hochlegen“ heißt nicht etwa „Beine hochlegen“, sondern vielmehr, dass man eben nicht 100% allein im Wind fährt, sondern einen – wie auch immer starken – Windschatten genießt. Wie stark dieser ausfällt hängt von vielen Parametern ab.
    Abgesehen davon unterstelle ich hier ja explizit niemandem etwas. Aber erstens kennt man ja seine Pappenheimer und zweitens kann man – wie Du das ja auch machst – eins und eins zusammen zählen. Manche Zeiten sind im wahrsten Sinne des Wortes UNGLAUBLICH!

  3. Ich behaupte für einen wirklich guten Läufer macht die Brücke nahezu nichts aus. Ist nicht soooo steil, dafür kann man es auf dem Runterweg gut laufen lassen.
    Ich habe meine Zeit beim Lauf sicher nicht dort verloren sondenr schon auf den ersten beiden flachen Kilometern gesehen, dass ich „nur“ mit 4:20 min/km unterwegs war. Ich dachte ich könnte mit 3:59 (klingt besser) loslaufen um am Ende auf 4:30 zu sacken, aber war nach dem Geballere nicht mehr drin.

  4. ich sehe es auch so: meon konservativ eingestellter radcomputer (gps geprüft🙂 zeigt auch 92 km an, das windschattenfahren kann man nur verhindern, wenn man von gruppe zu gruppe drückt und dann hat man immer noch genügend windschatten (btw. es gibt immer genügend dreiste fahrer – DAS sind nach meiner Beobachtung nicht die Frauen im Generellen, aber diese profitieren natürlich ungemein – auffallend oder zufall: die südamerikaner und österreicher fahren wohl nicht sooo gerre alleine🙂 jörg bringt es mit meiner laufzeit auf den punkt: entweder zu hart gefahren (puls war allerdings ok) oder zu wenig trainiert (das kann sein, 90-100 min läufe reichen halt nicht und nur „schnell“ geht halt nicht😦
    die brücke hat mich zeit gekostet und va. das gekurve durch das wohngebiet war unangenehm zu laufen: trotzdem: clearwater immer wieder🙂

  5. Die 92 km glaube ich Euch ungeprüft. Da haben die schnellen Zeitenja auch ihre Gründe (haben wir nun oft genug seziert).
    Aber ich habe so eine leise Ahnung, was eine 1:09 am Ende einer Mitteldistanz bedeuten. Aber da tatsächlich fast alle anderen sooo deutlich langsamer unterwegs waren, glaube ich selbst das.
    Mit Verlaub: DIE Brücke sieht killermäßig aus (auf den Fotos) und hat doch bestimmt so ihre ca. 40 Höhenmeter, oder? Ich kann förmlich fühlen, wie es mir da nach 90 Radkilometern den letzten Saft aus den Beinen zieht…😉
    Nochmal an Euch beide: RESCHPECKT! Tolle Leistung!
    Vielleicht überleg‘ ich’s mir nochmal und starte doch auch mal in Clearwater. Schau‘ mer moi…🙂

  6. 2011 soll das Rennen wahrscheinlich in Miami stattfinden. Clearwater hat nur einen 5-Jahres-Vertrag bis 2010, der neue IM70.3 in Miami im Oktober 2010 ist der Testlauf.
    Das Ambiente dürfte wohl aber auch dort ansprechend sein,

  7. ja, da mit miami habe ich auch gehört und in 2010 kann man 2 wochen vor clearwater noch den 70.3 in Miami machen🙂 – oder auf dem heimflug vom xterra hawaii😉

    die brücke war im training bei gegenwind im großen blatt nicht fahrbar, im rennen bin ich aber von beiden seiten im großen blatt drüber, beim laufen war es eher die psychische komponente: man sieht die brücke ja fast 1,5 meilen bevor die steigung losgeht und 40 hm kommt locker hin, ich werte mal den polar aus🙂

  8. Uiuiui! Gute Neuigkeiten!🙂
    Das hört sich ja nun wirklich nach ein paar sonnigen Wochen in Florida 2010 an . . . könnte mich doch glatt reizen!
    Ich hoffe, wir müssen uns nicht gleich heute anmelden.😉

  9. Habbisch geguckt.
    1. Hammerbild mit der Palme & Mond!
    2. Kacke mit der Reise. Ich sach‘ nur: Die spinnen, die Amis!!
    3. Laguna Phuket: Das gönnen wir uns gemeinsam. Wos moinscht?

  10. Pingback: » Ironman 70.3 Wm Clearwater ‘09 « JöRg’s Multisport Blog James’s Random Journal

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s