M-Dot versus the rest of the world

Ein Gedanke, der mir gerade durch den Kopf schoss: Es ist stets ein schlechtes Zeichen, wenn ein neuer Marktteilnehmer (hier: Abu Dhabi International Triathlon – ADIT) einfach so daher kommen und a) ein deutlich stärkeres Feld versammeln kann als fast alle Wettbewerber (außer natürlich Kona und – mit Abstrichen – Frankfurt und Roth) und b) deutlich mehr Medienpräsenz bündeln kann.

Den ersten Punkt können wir recht einfach als Fakt bezeichnen. Wir brauchen nur die Startlisten zu vergleichen von ADIT und z.B. dem am nächsten Wochenende statt findenden IM Australia, der immerhin schon 25 Jahre Anlauf hinter sich hat!

Männer:

Patrick Vernay, Tim Berkel, Scott Neyedli, Matty White, Jason Shortis, Courtney Ogden, Leon Griffin, Paul Ambrose, Josh Rix, Chris Dmitrieff, David Meade, Christophe Hamard, Adrian Cominotto, Adam Holborow, Jemani Francis, Chris Waterhouse, Richard Munro, Olivier Marceau

Frauen:

Bek Keat, Desiree Ficker, Diana Riesler, Lisa Marangon, Kirsten Molloy, Belinda Harrison, Amelia Pearson, Carrie Lester, Conny Dauben

Irgendwelche bekannten Namen? Genau! Ziemlich wenige im Vergleich zu einem top-besetzten ADIT (vgl. Startliste in einem der letzten Posts)! Wie immer im Business (und wir müssen uns längst daran gewöhnen, dass dies hier Business ist!) gilt die alte Weisheit: Money makes the world go round! Und ich schätze mal, dass ich nicht der Einzige bin, der – wenn der Termin auch für mitteleuropäische Amateure recht ungünstig liegt – sich darüber Gedanken macht, in Abu Dhabi an den Start zu gehen.

Meine These für die Zukunft: Neben den M-Dot- und Challenge-Events wird es diverse andere Großveranstaltungen im Triathlon-Langdistanzbereich geben. Und Öknomisch gesehen ist das auch völlig logisch und sinnvoll: Die Marktzutrittsbarrieren sind vergleichsweise gering, der Markt ist offensichtlich nicht gesättigt und die Margen sind exorbitant hoch.

Let the games begin (auch in dieser Hinsicht)!🙂

PS: Nebenbei scheinen die M-Dot-Jungs ja nicht mehr nur die Amateur-Athleten mit 400,-Euro+ Startgeldern zu vergraulen, sondern auch noch die Profis mit ihrer umstrittenen Profi-Lizenz. Hiernach nüssen ALLE Profi-Athleten (die z.b. in Deutschland schon jedes Jahr eine Profilizenz kaufen müssen um dafür u.a. angeblich irgendwelche Doping-Tests zu finanzieren) eine M-Dot-Lizenz lösen, um – ihr habt es erraten – angeblich irgendwelche Doping-Test zu finanzieren. Wie Andrej in seinem Artikel zur Zukunft des Triathlon-Profisports so amüsant anmerkte: Auf der einen Seite sollen die Athleten 750,- Dollar abdrücken und auf der anderen Seite gibt’s Preisgelder, die sich seit 20 Jahren nicht signifikant nach oben entwickelt haben. Damals haben sich aber stets die gleiche Handvoll Leute darum gebalgt und konnten dann doch ganz passabel davon leben. Ich habe keine Fakten, aber meine Annahme ist, dass, von den bekannten Ausnahmen abgesehen (Normann, Timo, Faris), die meisten sogenannten Profis bei Mama, irgendwelchen Freunden oder einem gut verdienenden Partner wohnen, „von der Hand in den Mund“ leben und sicherlich eher weniger „für später“ zurücklegen können. Weder gut noch schlecht. Zumindest leben sie – anders als viele „normale“ Arbeitnehmer – ihren Traum. Und das ist schonmal mehr, als die meisten Menschen je von sich behaupten können. Mit richtigem Profitum (nach meiner Definition = „Ich kann wirklich davon leben“) hat es aber nichts zu tun.

2 thoughts on “M-Dot versus the rest of the world

  1. „Wie Andrej in seinem Artikel zur Zukunft des Triathlon-Profisports so amüsant anmerkte: Auf der einen Seite sollen die Athleten 750,-…“ – was meinst du damit?

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