Projekt „One Run A Day“

Interessanterweise gab es ausgerechnet auf meinen Blog-Post zum Thema „jeden Tag laufen“ eine Menge Response. Zwar wie so oft per Email, statt hier direkt einen Kommentar zu hinterlassen. Aber OK. Ich verstehe, dass wir hier in Deutschland sind und manche Menschen aus unerfindlichen Gründen meinen, dass es da irgendwelche schwarzen Männer gibt, die nichts anderes zu tun haben, als nach Ihnen im Internet zu suchen. Is klar…😉

Nun aber zum Thema: Bis auf den heutigen Kommetar bezüglich Grippe (vielen Dank an der Stelle für die Besorgnis), waren erstaunlicherweise alle Antworten positiv. Damit hatte ich nun wahrlich nicht gerechnet. Interessant fand ich v.a. auch die vernünftigen Herleitungen. Besonders spannend fand ich den Hinweis eines Ultraläufers (immerhin 100 km sub-9), dass „sich der Körper an die Umstände des täglichen Laufens und nicht die Umstände an die Fähigkeiten des Körpers“ anpassen sollten. Sein Motto ist: „Wenn man bei Zipperlein aufhört, wird man nie zum richtigen Läufer“.

Das deckt sich auch mit meiner Lebenserfahrung und insbesondere meinen Erfahrungen mit vielen, vielen Teilnehmern in meinen Seminaren und Workshops. Denn am Ende des Tages werden wir immer eine Ausrede finden, warum wir dieses und jenes nicht tun können/sollen/müssen…

Veröffentlicht in Run

11 thoughts on “Projekt „One Run A Day“

  1. Ich war schon stolz das Ganze von 22.12. bis zum 10.1. durchzuhalten und bin mal gespannt wie lange Du durchhältst🙂
    Was Sinnhaftigkeit angeht bin ich auch der Meinung, dass das ein guter Schritt ist um durch die Routine so etwas wie „Normalisierung“ reinzubringen und damit automatisch einen guten Level erreicht. Dass es andere Wege gibt (vielleicht effizienter) auf so einen Level zu kommen, davon bin ich absolut überzeugt.

  2. Ok, dann mal eine Gegenmeinung:
    Ich habe mir vor ein paar Jahren durch „den Schmerz weglaufen“ und Streakrunning mal eine Fissur im obersten Oberschenkelknochen (am Übergang zum Kniegelenk) gelaufen.
    Das war dann kein Zipperlein mehr, sondern eine physische Beeinträchtigung, die das Laufen für lange Zeit unmöglich machte.

    Nun wiegt Jörg ja ca. 25 Kilo weniger als ich, aber die Gesetze sind dennoch die gleichen: Über Schmerzen kann man hinweglaufen, solange sie nur Schmerzen sind. Werden es aber regelrechte physische Defekte, Brüche, Risse etc. dann geht das rein mechanisch nicht mehr. Nur, wer kann uns den Unterschied sagen, bevor wir uns völlig zu Schrott gelaufen haben???

    Deshalb sei an dieser Stelle das Stirnrunzeln eines Geschädigten erlaubt…

    Grüsse aus der Off-Season
    Andi

  3. Ja, ja, ist ja gut. Wie alles im Leben sollte man das IMHO nicht dogmatisch sehen. Wir sind uns ja auch beim Thema Wettkampf wohl einig, dass es da kleine Zipperlein gibt (spätestens Richtung Langdistanz), die Teil des „Spiels“ sind, einfach dazu gehören und es Teil eben jenes Spiels ist, diese zu „durchbrechen“.
    Und auf der anderen Seite steht es selbstverständlich außer Frage, dass man nach (z.B.) einem Unfall mit ernsthaften Verletzungen eben das Rennen abbricht, um langfristigen Schaden abzuwenden.
    Das Gleiche gilt aus meiner Sicht für das Training und vielleicht brauchte ich nur eben diese zwei Jahre, um zu realisieren, dass die Beschwerden gar nicht so schlimm sind, wie ich sie mir gemacht habe. Vielleicht aber auch nicht…es ist einfach ein weiteres kleines Trainingsexperiment mit n=1.
    Nebenbei: Was heißt hier off-season? Dicker, schwing‘ die Hufe!🙂

    • Junge, ich hab vor knapp 2 Wochen nen Eiermann hinter mich gebracht.
      Mit so viel Gegenwind, daß auch 3 Wochen Pause noch zu kurz sind.
      Die stärksten Schmerzen hatte ich übrigens in den Unterarmen vom Am-Lenker-Festklammern. Die Hufe waren lange nicht so schlimm…
      Das waren Zipperlein. Verletzungen gabs keine🙂

      Ich hoffe, bei Dir bleibts auch so. See you in Roth!

  4. Hallo Jörg,
    zu diesem Thema fällt mir eine Reportage über ein Shaolin-Kloster in Deutschland ein, über das Leben und das Training (die körperliche Ertüchtigung). Ein Mönsch wurde begleitet von seiner Novizenzeit bis zur vollständigen Aufnahme ins Kloster. Dagegen ist Streak Running ein Kindergeburtstag. Solange keine Verletzung vorliegt, wurde oder wird dort jeden Tage quasi den ganzen lieben Tag lang KungFu trainiert. Die Müdigkeit und der Schmerz wären nur Gedanken und der Geist kann sie steuern.
    Triathleten sind ja schon bekloppt, aber es gibt immer noch leute, die noch einen draufsetzen.
    Ich drücke die Daumen und verfolge gespannt Dein Experiment.
    Viele Grüsse
    Olli

  5. @Andi: Sorry, I forgot! Du bist ja mitten in der post-race recovery, wie das Neudeutsch heißt. Dann bist Du natürlich entschuldigt.🙂
    Schöne Regeneration dann auch! Muss aber ’ne Menge Wind gehabt haben bei DER Zeit?! Und den 4:40 h-Marathon erklärt das auch nur zum Teil. Sorry, just givin‘ you a hard time here. Woischt ja: Isch net so g’meint!😉

    @Olli: There’s always a bigger fish out there! Frage nicht nach Sonnenschein.

    • Hast schon recht.
      Sagen wir mal so:
      Es gab gerademal knapp ein Dutzend Teilnehmer mit ner Radzeit von unter 5:30h.
      Der Profisieg ging für 9:03h weg.
      Luke Dragstra hat grandiose 11:23 gebraucht und Keegan Williams 10:49
      Ich musste zum allerersten Mal bei einem Triathlon spazierengehen.

      Zur Erbauung kannst ja mal den amüsanten Blog vom Zweiten, Courtney Ogden, lesen, der u.a. anderem sehr anschaulich die Geräusche schildert, die der gute Keegan beim Marathon von sich gibt.
      http://courtneyogden.com/?p=573

      Kurz gesagt: Ja, es war hart, ja ich war saulahm, ja ich bin immer noch müüüüüde.

      Hau rein und füg Dir bloß nichts Irreparables zu. Auf Dich wartet noch der Sieg beim Norseman, meine kleine Bergziege !

      Wann gibts wieder Kuchen?
      Andi

      • Na da müssen wir Dein „Survival“ bei der Challenge Wanaka ja wirklich mal feiern. Habe auch so spontan an Kuchen gedacht. Bin aber dieses WE in den Bergen. Wie sieht’s nächste Woche aus?
        Norseman: Schätze das wird dieses Jahr wohl ’ne harte Nuss gegen Tim DeBoom zu gewinnen. Naja, für mich gilt es ja dieses Jahr erstmal die 9 h-Schallmauer hinter mir zu lassen. Dann schau ‚mer mal…

        • Bin nächste Woche mit Geldverdienen beschäftigt (Reisekasse wieder auffüllen.)
          Melde mich kurzfristig, weil Kuchen geht immer.

          PS.: Sub9 in Roth schaffst Du mit einem Fuß auf den Rücken gebunden. Wird ja möglicherweise auch nötig sein, wenn Du so weiterstreakst😛

  6. Hallo zusammen!
    Meine Bedenken bezüglich der Grippe waren doch nicht negativ gemeint. Wollte ich nur zur Abgrenzung nachgefragt haben.
    Ich kenne (kannte) Leute, die 1 km um das Krankenbett gelaufen sind, nur um ihren Streak nicht zu unterbrechen. Und da hört doch der Spaß auf.

    Viele Grüße
    Markus

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