Die Central Governor-Hypothese

Bei dem einen oder anderen da draussen sind möglicherweise noch nicht die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Thema „Warum regelt der Körper bei Bedingung XY ab?“ angekommen.

Jonathan und Russ drüben bei „The Science od Sport“ haben einen schönen Artikel (mit interessantem, leicht verständlichen Video) zur sogenannten Central Governor-Hypothese geschrieben, der in aller Kürze einen sehr guten Überblick über den Stand der Forschung gibt.

Die super-kurze Variante: Nicht Konditionen wie Laktat-Level im Blut oder Körperkern-Temperatur führen zum Abbruch der sportlichen Höchstleistung, sondern ein „zentraler Entscheidungsmechanismus“, der von führenden Experten im Gehirn gesehen wird und der z.B. bereits VOR einer zu hohen Körperkern-Temperatur abregelt, um Schaden an „Leib und Seele“ zu verhindern.

Aus Noakes, St. Clair, Gibbons, 2004

Das würde auch meine Erfahrungen mit „Amateuren versus Profis“ Rechnung tragen: Wenn man sich die Profis (z.B. nach dem gerade am Samstag über die Bühne gegangenen Abu Dhabi Triathlon) nach dem Rennen anschaut und wie absolut grenzwertig sie im Ziel ins Zelt des Medizinmanns stolpern (vgl. die Interviews mit bspw. Julie Dibens oder Dirk Bockel hier) und das mit dem „durchschnittlichen“ Amateur vergleicht, unterscheiden sich diese zwei Gruppen um Lichtjahre. Daher deckt sich meine Hypothese, dass nämlich ein Großteil des Endergebnisses v.a. aufgrund mentaler- und nicht rein körperlicher Begrenzungen gedeckelt wird mit dieser Central Covernor-Hypothese. Diese ist einmal mehr stark beeinflusst von Timothy Noakes von der University of Cape Town, South Africa.

Die Frage, die sich mir an dieser Stelle stellt: Können wir das trainieren? Für mich offensichtlich scheint die Antwort darauf JA zu lauten, denn es existieren ja diese Unterschiede zwischen Athleten verschiedener Leistungsklassen. Selbstverständlich strengen sich alle an, aber der Grad des „ans Limit gehens“ erscheint doch ganz offenbar ein Anderer zu sein. Folgerichtig bin ich der Meinung, dass man das trainieren kann. Und selbstverständlich kenne ich auch aus meinem „day job“ einige Mechanismen, wie das zu bewerkstelligen ist. Und ja, die Trainierbarkeit ist IMHO eingeschränkt: Ein Teil ergibt sich hier einfach aus der Persönlichkeit des Athleten („Talent“), der andere kann – wie der physische bereich – trainiert werden.

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