Schmerzfrei laufen

Nachdem ich über die letzten Jahre (in denen ich wieder etwas ernsthafter den Laufsport betrieben habe) immer wieder Malheur mit den Achillessehnen hatte, habe ich viele Dinge ausprobiert, die Linderung verschaffen sollten. Trotzdem war ich nicht vernebelt genug, um mir nicht auch Gedanken darüber zu machen, was denn die Basis für solcherlei Schmerzen sein konnte.

Nun gibt es mannigfaltige Gründe, warum so viele von uns Läufern sich früher oder später eine Achillessehnen-Entzündung (Achillodynie) einfangen. Oder einen der anderen Klassiker, die da wären: Plantar fasciitis, auch gern der Fersensporn, das Schienbeinkantensyndrom oder aber Probleme mit dem Knie.

Aber ich denke, dass einer der wichtigsten Gründe ein suboptimaler Laufstil ist. Der geneigte Leser ist möglicherweise auch schon einmal auf die Idee gekommen, sich zu überlegen, wie es ein Haile Gebrselassie (und all die anderen ostafrikanischn Wunderläufer) schafft, 250 bis 350 Wochenkilometer runterzureissen, ohne ständig verletzt zu sein. Natürlich werden dann gleich die Mythen bewegt, dass die Jungs ja alle seit sie vier Jahre alt waren, 85 Kilometer zur Schule und zurück gelaufen sind. Und ja, da ist was dran. Trotzdem: Was hält uns eigentlich davon ab, uns einen Laufstil wie die ersten zwei Prozent der Marathon-Ergebnisliste anzueignen? Was genau?

Genau. Looser finden Ausreden, Gewinner finden Lösungen. Und ändern etwas.

Wie es immer so kommt, wenn man gerade einen Gedanken etwas tiefer unter die Lupe nimmt: Es tauchen Zeichen auf . . . unter anderem kam gestern plötzlich ein Video in der New York Times in Umlauf, das ein Vorzeige-Beispiel für virales Marketing und die digitale Verbreitung von Ideen ist. Das Versprechen des Artikels und des zugehörigen Videos ist absolut fundamentaler Art: „Fressen und schlank bleiben!“, „Verdienen Sie Geld im Schlaf!“ Hier in der Ausprägung: „Foolproof, perfect running!“

Gezeigt wird eine wirklich simple, einfach umzusetzende kleine Technik-Übung. Erster Gedanke: „Zu einfach! Die Lösung kann doch nicht so einfach sein!“ Vielleicht ist sie es aber auch…

Und so werde ich beim Wiedereinstieg ins regelmäßige Laufen auf Minimalismus setzen: Lightwheight Trainer und Wettkampfschlappen in der +/- 200 g-Range, Nike Free’s und den einen oder anderen wirklichen Barfußlauf wie in den guten, alten Tagen…

Nebenbei ist das kleine Video und das Drumherum ein schönes Beispiel, wie jemand eine Idee „verkauft“, ohne das es nach Verkaufen aussieht. Als Ergebnis ist diese Geschichte gleich mal auf die Nummer 1-Position der meist-geemailten Stories der NYT hochgeschossen.

4 thoughts on “Schmerzfrei laufen

  1. Hallo Jörg! Es ist wirklich ein Problem und ich bin auch immer noch auf der Suche nach einer Lösung. Habe auch einige Sportler die dieses Problem quält. Meiner Meinung nach gibt es irgendwo im Muskelsystem eine Fehlstellung/Belastung und dann ist es wie eine Kettenreaktion. Und meistens wird dann weiter trainiert aber nichts an der Ursache geändert! Vor allem im Fußball habe ich damit zu kämpfen. Du hast auch sehr recht daß das Barfusslaufen leider komplett bei uns verschwindet! Denn auch die kleinsten werden schon in die Schuhe gezwungen. Somit verkümmert in den meisten Fällen schon einmal die Fußmuskulatur!
    Ich hoffe jedoch, dass du für dich eine Lösung findest! Alles Gute für dein Training! lg aus Wien – Susanne

  2. Hallo Jörg,
    Vielen Dank für Deinen Bericht. Nachdem mich das Trailrunning Fieber dieses Jahr gepackt hat und ich zeitweise Probleme mit Knien und den Schienbeinen habe, werde ich mir die Laufhaltungstips versuchen anzueignen.
    Grüße Marc

  3. Thanks for sharing. Und ja, mir ist SEHR bewusst, dass McDougall die klassische „science by anecdote“-Methode anwendet (wie so viele andere auch) – und dann auch noch in seiner amerikanischen lautschreierischen Variante. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Leser dieses Blogs das erkennen und nicht wirklich glauben, dass sie mit diesem simplen Drill mal eben schnell alle ihre Probleme lösen…😉

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