Trailrunning Kleinwalsertal

Mein 44. Geburtstag nahte und ich wollte mit Thea einen kleinen Road Trip unternehmen, der Berge und See, Training und Wettkampf verbinden sollte. Es sollte richtig heiß werden und da dachte ich sofort an die Berge. Das passte ja wunderbar zusammen, denn ich hatte auch den Plan, vor Trail Ticino und Transalpine Run nochmal richtig Berge zu laufen. Lange Auf- und Abstiege, alpine Trails und Geröllpassagen sollten schon drin sein. Da erinnerte ich mich an eines der besten Hotels, das ich je erleben durfte: Das Haller’s Genuss & Spa Hotel in Mittelberg im Kleinwalsertal. Zu meinem Geburtstag musste das drin sein!

Und was gibt es Schöneres? Einerseits fünf Stunden durch schönste alpine Landschaften zu laufen und andererseits sich in einer wunderbaren Wellness-Oase verwöhnen zu lassen. Das I-Tüpfelchen ist die hochdekorierte Sterneküche von Chef Hermann Haller. Famos!

Am Mittwoch düsten wir also gemütlich nach dem Frühstück ins Kleinwalsertal und ich nutzte den Nachmittag gleich zu einem kleinen Läufchen zum Warmwerden. Ein traumhaft schönes, sehr beeindruckendes Wärmegewitter mit kurzem, heftigem Regen kühlte mich dabei ab. Leider hatte ich keine Kamera mitgenommen – das hätte in paar dramatische Bilder gegeben!

Dafür war der anschließende Sauna-Aufenthalt genau das Richtige, um wieder aufzuwärmen und meine Achillessehnen mal wieder zu aktivieren. Das anschließende Dinner zog sich wie immer über sechs Gänge und ungefähr zwei Stunden hin. Der grandiose Ausblick auf die atemberaubend schöne Berglandschaft inklusive.

Am Donnerstag dann ging’s auf die erste von zwei richtig schönen, langen Trailrunning-Runden: Rüber zur Auenhütte, hinauf auf den Ifen-Gipfel, über den berühmt-berüchtigten Gottesacker hinüber zu den oberen Gottesackerwänden, durch’s Mahdtal hinunter nach Innerschwende und über’s Wäldele zurück. Brutal heiß und sonnig – ein perfekter Sommertag. Daher waren Parkplatz- und Bergbahn-nah jede Menge Wanderer unterwegs. Und der Ifen-Gipfel ist aufrgund seiner markanten Form eh‘ immer ein begehrtes Ziel. Auf dem heißen, schweißtreibenden Aufstieg, bog ich vom Fahrweg an der zweiten Kehre links ab und nahm die Dirretissima-Route über den steilen Grashang zur Bergstation der Ifenbahn. Dort war die gesamte Wiese mit reifen Walderdbeeren übersät – köstlich!

Am Gipfel angekommen fragte mich auch sogleich jemand, wie lange ich denn gebraucht hatte. Antwort: „Ziemlich genau eine Stunde – aber ich bin noch in einen Stau gekommen.“ Glücklicherweise wurde es aber hinter dem Gipfel des Hahnenköpfle sofort ruhig und ich war für den Rest meines Trips weitgehend allein.

Durch die Karstlandschaft des Gotterackers sollte man nur bei guter Sicht laufen – man wäre nicht der Erste, der sich in diesem Labyrinth verirrt. Dummerweise gibt’s in den karstigen Kalkfelsen natürlich kein Wasser, da ja alles sofort versickert. Erst im traumhaft-perfekten Mahdtal gab’s wieder herrliche, eiskalte Bergbächlein zum Kühlen und Trinken. Trotzdem ging mir hintenraus das Trinken aus und ich freute mich auf eine kalte Coke in der Auenhütte. Danach das übliche „Abendprogramm“.😉

Die zweite Runde, die ich schon immer mal machen wollte, ist die Umrundung des Widderstein-Massivs. Der Widderstein ist ein beindruckender Fels-Koloss, der allein zwischen Gemstel- und Bärgunttal steht, im Süden vom Hochtannbergpass und im Norden durch das Kleinwalsertal begrenzt wird. Während sich diesmal Thea (nach Besteigung der Hammerspitze am Vortag) durch’s Bärgunttal zur Widdersteinhütte hochschraubte, lief ich von Baad (dem Tal- und Straßenende) hinunter nach Hirschegg, dann das Gemsteltal hoch zur Widdersteinhütte, auf den Gipfel des Großen Widderstein (2533 m) und über das Bärgunttal zurück.

Kurz vor der Widdersteinhütte hörte ich gar wunderbare Klänge von den Bergwänden widerhallen und dachte sofort an ein Alphorn. Aber es war nur ein einzelner Wanderer, der sein Blechblas-Instrument mit hier hochgeschleppt hatte und in dieser einzigartigen Umgebung für sich, die Berge und die paar passierenden Bergwanderer spielte.

Auf den Gipfel geht’s dann weitgehend im steilen Fels mit Kraxelei – was aber eine tolle Unterbrechung des Laufens und ein starkes Krafttraining bedeutete. Von oben hat man eine grandiose Panorama-Sicht auf die Allgäuer- und Lechtaler Alpen, hinunter zum Hochtannbergpass und Warth sowie hinüber zum Alberg und zum Bodensee.

Hinab ging’s dann über den Hochalppass mit gleichnamigem See ins Bärgunttal. Dort gabelte ich Thea auf, die locker-flockig den berauschenden Single Trail hinunter sauste. Nach einem Skiwasser in der herrlich gelegenen Bärgunthütte liefen wir zurück zum Parkplatz in Baad. Da Onkel Jörgi aber noch nicht ausgelastet war, hängte er noch eine kleine Zusatzschleife über untere-, mittlere und obere Spitalalpe und Derrrenalpe dran (+1h). Puuh. Dann war ich fertig. Nach einer erfrischenden Abkühlung in der Breitach und anschließendem Zwetschgen-Datschi mit extra-viel Sahne, zwei Apfelschorle und einem Kaffee fuhren wir mit einem Abstecher nach Lindau zu meinen Eltern nach Überlingen. Aber dazu später mehr…

2 thoughts on “Trailrunning Kleinwalsertal

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