Gore-Tex Transalpine-Run 2012 – Tag 1

Team Montane vor den Drei Zinnen

Die Vorgeschichte ist bekannt (siehe ältere Posts). Wir schreiben den 31. August 2012.

Nach dem Frühstück holte ich zuerst Anja und dann Frank zuhause ab und wir fuhren nach Ruhpolding. Zuerst einmal die Startunterlagen abholen. Alles ist noch etwas ruhig und wirkt geradezu verschlafen. Danach zu unserem Hotel – einchecken. Nachdem wir unsere Taschen gepackt haben und Rosita, Anja’s Laufpartnerin, kennen gelernt haben, geht’s rüber zur Pasta-Party. Das Übliche. Ich verkneife mir jetzt mal den Kommentar zum Thema langatmige, nutzlose Meetings an dieser Stelle. Schön war jedoch, alte und neue Bekannte zu treffen.

Das letzte Mal schlafen vor dem Rennen. Aufgrund des späten Starts um 09:00 können wir recht gemütlich frühstücken, dann die Taschen zur Verladung abliefern und das Auto parken. Dort treffen wir gleich mal den Gripmaster, den wir während der Woche immer wieder an den entferntesten Locations mit seiner Kamera treffen werden. Am Start sind auch Sebastian, der mit seiner Sandra extra hierher gekommen ist und nach dem Start mit Trailschnittchen Julia Böttger ein bißchen die lokalen Trails unsicher machen möchte.

Mit etwas Verspätung geht’s los (wir müssen natürlich auf den Helikopter warten – das Fernsehen ist nach wie vor das Wichtigste im Leben!). Wir lassen es betont zurückhaltend angehen und ich merke sofort, dass ich Frank zu Beginn und dann auch stets wieder kurz vor dem Ziel einbremsen muss. Ja, ja, die Jungen…😉

Das erste Highlight des Tages ist der Staubfall. Nett. Dann kommt aber leider gleich eine nicht enden wollende „Panzerringstraße“ rüber zur Winklmoosalm. Ich finde, dass alle Wege, über die man mit einem Leo heizen könnte, nicht in einen Trailrun gehören. Und ich denke, mit dieser Einstellung bin ich nicht allein…

Es ist recht kalt und nass, aber längst nicht so schlimm, wie angekündigt. Es wird auch der einzige Tag bleiben, an dem wir Langarm-Shirts tragen. Ich bin gespannt, wie Frank diese erste lange Etappe meistern wird. Heute wird er nicht nur seinen ersten Marathon laufen, sondern noch fast 8 km mehr…

Frank bei Wildbach-Überquerung

Alles läuft gut. Später führt uns ein sehr steiler, jetzt aufgrund der Regenfälle aufgeweichter, matschiger und rutschiger Trail ca. 900 Hm steil ins Tal. Ein erstes, kleines Ausrufezeichen und ein erster Hinweis auf etwaige Schwächen meines Laufpartners. Das ist definitiv nicht seine Stärke. Also immer mal wieder kurz warten. Aber in solchen Downhills ist das immer noch angenehmer, als nicht im eigenen Rhythmus jemandem hinterherzulaufen. Leider ist die Originalstrecke hier nicht zu laufen und deshalb gibt es auch gleich mal ein extremes Lowlight dieses Transalpine-Run: 7 km topfeben am Fluss entlang GEHT GAR NICHT! Da sind sich alle (mit denen ich gesprochen habe) einig. Aber letztlich sind die 50 km geschafft, wir können unsere dreckigen Schuhe an der praktischen „Waschstraße“ waschen und treffen auch gleich auf Anja. Was ist das denn? Anja im Ziel….auf Krücken! Autsch! Tränen. Trösten. Bereits nach 10 km hat sich ihr Zwicken als ernsthafte Verletzung entblösst und sie kann nicht einmal mehr auftreten. Ganz zu schweigen von Laufen. Trauer. Rosita kommt allein ins Ziel und wird die restlichen Etappen mit uns als „Adoptiv-Eltern“ respektabel finishen. Schade. Das hatten sie sich anders vorgestellt. Unter „normalen Umständen“ ein sicherer Kandidat für’s Podium IMHO. Aber man muss eben durchkommen. Genau das sollte auch so manchem anderen Favoriten-Team zum Verhängnis werden. Am Ende sollte es die größte Ausfallquote in der Geschichte des Transalpine-Run werden. Allerdings geht mir auch diesmal nicht in den Kopf, mit welchen Geschwindigkeiten viele Läufer die einzelnen Etappen angehen. Und selbst bei erwachsenen, durchschnittlich intelligenten und erfahrenen Trailrunnern stellt sich offenbar selbst über die acht Tage kaum so etwas wie eine Lernerfahrung ein. Seltsam. Es ist schon auffällig, wer um uns rum zu Beginn einer jeden Etappe läuft….und wer zu Ende. Genau das Gleiche ist über die acht Tage zu beobachten. Die Teams von Tag 1 sehen wir schon auf der dritten Stage nicht mehr…

Race Stats:

  • Wetter: Regnerisch-kühl bei 12-16°C
  • Strecke: 49,9 km mit 1607 Hm
  • Zeit: 6:01:46
  • Platzierung: 33. Platz (61. overall)

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