Gore-Tex Transalpine-Run 2012 – Tag 7

Am Vorabend hatte unser hervorragender Wetter-Prophet Wolfgang Pohl orakelt, dass es morgens am Start 15°C warm sein sollte. Als wir nach den „Bildern des Tages“ aus dem Zelt wankten, wettete ich mit Frank schonmal dagegen. Never ever! Am Morgen dann machte ich das Fenster auf, ließ frische Luft herein….und man musste kein verfrorenes Sensibelchen sein, um sofort zu spüren, dass DAS keine 15°C waren. Es waren tatsächlich 5°C und Wolfi musste sich am Abend beim Briefing dafür entschuldigen („…vom falschen Zettel abgelesen…“).

Anyway. Der Zauberlehrling Philipp Reiter scheint ganz offesichtlich kein Freund von kühlen Temperaturen zu sein. Man sah es ihm an. Die Startaufstellung ging wie immer sehr gelassen und harmonisch vor sich. Nur nach dem Start bolzten sie wieder alle los, als wenn es kein Morgen gäbe. Lernkurve? Sehr flach! Ich musste auch Frank wieder etwas zurückhalten, denn es sollte ja noch einmal eine richtig ordentliche Etappe werden: Ein voller Marathon mit 2000 Höhenmetern in zwei langen, steilen Auf- und Abstiegen.

Das lange Tal hinter zur V1 ging es relativ flach (350 Hm auf 12 km). Trotzdem wurde gelaufen wie auf einem flachen Zehner. Im Tal war es noch schattig und sehr frisch, während wir dann, nach dem Rifugio Pederü im steilen Anstieg schon ordentlich ins Schwitzen kamen. Dort konnten wir wie gewohnt einige Teams überholen. Oben dann vorbei an der Senneshütte (2141 m) im strahlenden Sonnenschein zum höchsten Punkt des Tages: Der Forcella Sora Forno (2383 m). Wieder hatten wir uns mit Florian und Jens vom Team SharxX zusammengerauft. Es lief gut, wir lagen gut im Rennen und die Welt war in Ordnung. Leider verließen Frank dann im steilen, Geröll-Downhill etwas die Kräfte und wir mussten einige der zuvor überholten Teams ziehen lassen. Dann voraus der atemberaubende Blick auf den berühmten Pragser Wildsee. Unten angekommen überkam es uns allerdings fast wie einen Schock, wie es dort von Touristen wimmelte. Ordentlich verpflegen an der V2 und zurück in die Einsamkeit der Berge. Wir sollten vom Verlassen des Sees bis ins Ziel allein bleiben. Kein Team weit und breit zu sehen – weder vor uns noch hinter uns. Amazing!

Im zweiten Geröll-Downhill des Tages – ein wahrer Freefall vom Weißlahnsattel (2194 m) tausend Meter in engen Kehren hinab – taucht plötzlich eine fotografierende Gestalt links des Weges auf, die ich – vollkommen fokussiert auf den Trail – erst gar nicht erkenne. Es war Alex, der mit seiner Freundin in Südtirol im Urlaub war und uns einen „Besuch abstatten“ wollte. So lief er dann ein wenig mit uns und fotografierte hier und da. Das war ganz schön, denn von der letzten Verpflegungsstelle bis ins Ziel waren’s mal wieder sehr lange, sehr langweilige, sehr heiße 7 km auf Asphalt. Arggghh! Da war die Abwechslung im Gespräch mit Alex sehr willkommen. Dummerweise ging es da Frank gerade gar nicht gut und so bekam Alex die übelsten Kilometer zu sehen. Trotzdem wir nun wirklich ordentlich Federn lassen mussten, reichte es noch zu einem sehr ordentlichen 12. Platz bei den Men.

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