Lance Armstrong und Doping

Nun ist es also so weit: Lance Armstrong hat neben seinem Hauptsponsor Nike und dem Job als Chairman seiner eignen Stiftung Livestrong nun auch seine sieben Tour de France-Titel verloren.

Nachdem sich schon letzte Woche gravierende Entwicklungen im Themenpaar „Lance – Doping“ ergaben, hat der Weltradsport-Verband UCI ihm nun heute auch alle seine sieben Tour-Titel aberkannt. Die Schlinge zieht sich um Lance Armstrong’s Hals immer fester zu…

Ein unglaublich gut gemachter Bericht im australischen Fernsehen nimmt das Thema Doping im Radsport und „The World According to Lance“ genauer unter die Lupe. Wer von Euch da draußen tatsächlich bis zum heutigen Tage an „das Gute“ in der Welt allgemein und im professionellen Radsport im Speziellen gelaubt hat: Sorry, es ist Zeit Eure Illusion nierzulegen, aufzuwachen.

Armstrong’s Strategie des Aussitzens hat sich zwar zu anderen Zeiten in anderen Situationen als äußerst zielführend erwiesen, kann aber jetzt schon als gescheitert angesehen werden. Die Luft wird dünn…

Und mit dem „System Armstrong“ wird natürlich gleichzeitig offenbar, was viele Insider und Experten ohnehin seit Jahren anprangern: Das „System Radsport“ (und mithin wahrscheinlich so ziemlich alle anderen Sportarten) hat genau so ein Problem, wie es einzelne Gallionsfiguren aufzeigen. Das Unehrliche, Manipulierende, Verschleiernde – all‘ das wird jetzt an die Oberfläche gespült. Natürlich brauch‘ mir keiner erzählen, dass er von alledem nichts gewusst hätte. Oder es zumindest geahnt hätte. Die Zuschauer nicht, die eingefleischten Radsport-Fans nicht, die Sponsoren nicht, die Medienvertreter nicht, die Verbands-Funktionäre nicht und mit Sicherheit nicht die vielen Helfer in den Profi-Teams und am allerwenigsten die Athleten. Alle hängen sie mit drin, alle tragen eine gewisse Mitschuld, alle haben zumindest nichts gegen dieses unrechte System unternommen (mit Ausnahmen). So ein System funktioniert eben nur, so lange alle mitspielen. Wenn niemand mehr die Tour im Fernsehen anschaut … werden irgendwann die Medien die Berichterstattung einstellen … werden sich die Sponsoren überlegen, ob sie Millionen in Profi-Teams stecken… In dem Moment, in dem die Millionen ausbleiben, machen sich Athleten, Verbände und Profi-Teams Gedanken darüber, etwas zu ändern – vorher nicht.

Und natürlich höre ich schon die entsprechenden Spieler anderer Sportarten, die entweder groß genug und mit viel Macht ausgestattet sind (Fußball) oder Randsportarten betreuen: Sie werden entweder die ihnen gegebene Macht einsetzen, um die Medien entsprechend still zu halten oder darauf hinweisen, dass ja mit XY kein Geld zu verdienen sei. Ein ziemlich schockierendes Beispiel konnte man diese Tage in der New York Times lesen. Einer von vielen Athleten, den sicher eher Wenige von uns kennen. Völlig unter dem Radar. Und wir wollen noch nicht einmal von den vielen bekannten Fällen von Bodybuildern sprechen, die das Ganze nur für den „Spiegel“ tun, ohne je Geld damit zu verdienen.

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