Trailrunning auf Korsika – Teil 3

Am nächsten Morgen fuhr ich nur wenige Meter weiter zum Col de Palmarella. Von dort schlug ich mich auf dem felsigen Grat Richtung Curzu durch (dem nächsten Etappenort nach Serriera von Süden), nur um bei nächster Gelegenheit auf ebenso felsigem, steilen Trail hinab zu stürzen zum Meer. Die zwei Franzosen, die das Zimmer mit mir in der Gíte d’etape in Ota geteilt hatten, hatten mir Girolata empfohlen. Und in der Tat lag es wunderschön ruhig da unten am einsamen Strand, nur mit dem Boot vom Meer her erreichbar. Oder eben auf dem „Tra Mare e Monti“.

Zwischendurch wurde es mal wieder richtig schön (nachdem es in der Nacht leider sehr regnerisch geworden war). Hintenraus entwickelte sich aber einmal mehr das, was die Bayern so kultig-nett „Schnürlregen“ nennen. Null Wind, aber ein stetiger Bach von oben. Nicht wirklich schlimm; vor allem, wenn es trotzdem noch 18°C warm ist und der Granit in der Kategorie „Supergrip“ spielt.

Unterwegs traf ich völlig überraschend (da ich wieder mal keiner Menschenseele auf dem Trail begegnet war) auf einen anderen Trailrunner. Er entpuppte sich als Woody Schoch, einer der besseren schweizer Bergläufer, der (wieder einmal zufällig) zur gleichen Zeit die gleiche Idee hatte. Nur, dass er von Norden in Calenzana gestartet war und nach einer Etappe bereits das Projekt GR 20 aufgeben musste. So kam er mir ein paar Kilometer nördlich von Girolata auf dem Weg zum Punta di a Literniccia entgegen. Wir hielten beide und unterhielten uns für ein paar Minuten, bevor wir weiter in entgegengesetzte Richtungen liefen. Woody hatte wohl ebenfalls 2012 zum ersten Mal die „längeren Sachen“ auf dem Plan und lief beim Swiss Alpine K78 bis zur Keschhütte mit der Spitzengruppe, bevor er allerdings aussteigen musste. Also eine ernsthafte Hausnummer!

Ich überlegte mir ernsthaft nach einem kleinen Zwischenstopp in Calvi hoch zum Refuge im Forét de Bonifatu zu fahren. Aber das Wetter hatte sich so verschlechtert, dass ich die Küsten entlang nach Norden über L’Íle Rousse im Dunkeln ins zentrale Korsika nach Corte fuhr. Dort erinnerte ich mich an Klein-Jörgi, der vor 30 Jahren im Restonica-Tal rumturnte. Wieder „nach Gefühl“ fand ich eine wunderschöne, ultra-ruhige Bleibe im Hotel „Dominique Colonna„.

One thought on “Trailrunning auf Korsika – Teil 3

  1. Nur für die Unwissenden zum Einordnen:
    Woody Schoch ist nur ein Jahr jünger als ich und aktueller Schweizer Berglaufmeister (und hat dabei mal eben Timo Zeiler am Parpaner Rothorn versägt):
    http://www.swiss-athletics.ch/de/leistungssport/berglauf-sm-gold-fuer-woody-schoch-und-monika-fuerholz.html
    Dann hat er auch noch den Zugspitz-Berglauf mit „Fast-Bestzeit“ gewonnen:
    http://www.alpin.de/news/e0c6271e-7d21-410e-a92a-88fbbb74befe/unknown/news.html

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