Trailrunning-Wochenende in den Allgäuer Alpen

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Wie vergangenes Jahr im Alpstein, so nutzte ich auch dieses Jahr das heißeste Wochenende für ein paar Tage allein in den Bergen. Trailrunning. Lesen. Kontemplation.

Als meine Eltern mir ihr Geburtstagsständchen am Donnerstag trällerten (Tradition!), riefen sie aus dem Tannheimer Tal an. Das ist ja auch in 2 h gut erreichbar und so machte ich Pläne, studierte Karten und wollte mal ein paar Trails laufen, die ich noch nie zuvor gesehen habe. Leider waren Mutti und Papa dann natürlich nicht mehr erreichbar (Generation 70+ – mit Handy und Erreichbarkeit und Rückruf haben’s sie nicht so). Aber das tat einer Allein-Spontanaktion ja keinen Abbruch. So packte ich also am Freitagabend meine Siebensachen und düste am Samstagmorgen nach einem frühen Frühstück los…

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Da es am Ende der A7 vor Füssen gleich mal staute (ich hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht – in diesem Fall ganz Holland mit Wohnanhänger), fuhr ich rechts raus zum Weißensee. Das war eine brillante Idee. Das Wasser klar und kühl – eine wunderbare Erfrischung an diesem heißen Sommertag. Und ein paar Schwimm-Meter konnte ich auch noch runterreissen. Nach diesem Stopp klappte es etwas besser durch den Grenztunnel und da ich ja eh‘ ins Lechtal wollte, fuhr ich gleich raus und auf Nebenstraßen, durch Reutte bis nach Hinterhornbach, am Ende des Hornbachtals, nochmal 6 Kilometer von Vorderhornbach (also am Ende der Welt). Schon gut, dass mich das irgendwie an DIY-Baukram, Handwerkertools und Tiernahrung erinnerte – so konnte man sich die Location gleich gut merken.

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Am Hotel Adler war der Einstieg zum Hochvogel, einem imposanten, alleinstehenden Felsbrocken mit einer hübschen 1,5 k vertical Direktroute (Dorf auf 1,1 k – Gipfel 2,6 k). Ich hatte mir eine hübsche Route ausgeguckt über Prinz-Luitpold-Haus, Himmelecksattel, Gutenalp, Hornbachjoch und durch’s Jochbachtal zurück. Das Timing war mal wieder vorzüglich. Erstens sah ich (vom völlig überfüllten PL-Haus mal abgesehen auf der ganzen Tour (5h +) nur drei Menschen und zweitens erwischte ich just auf dem letzten Pass des Tages den Sonnenuntergang und das damit einhergehende, wunderschöne Licht. Da ich so spät abends auch in keiner Herberge mehr vorstellig werden wollte, baute ich kruzerhand mein Zeltchen auf den nächstgelegenen Wiese im Schein meiner Lupine Piko auf – nicht ahnend, dass der Bauer um 05:00 Uhr morgens meine eh‘ schon kurze Nacht beenden würde. Beim ersten Herausschauen aus dem Zelt beäugten mich dann auch die Kühe ganz neugierig.🙂

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So war ich früh dran, gönnte mir ein Frühstück im Bistro in Reutte und fuhr weiter ins Tannheimer Tal. Nichts schöner, als ein Openwater-Swim am Morgen. Wir der Weißensee am Vortag, so war auch der Haldensee wieder kristallklar und erfrischend kühl. Vom See aus ging’s heute das Strindenbachtal über Edenbachalpe, Obere Strindenalpe zur Strindenscharte. Von dort über die Gappenfeldscharte hinauf auf die Schochenspitze mit herrlichem Ausblick auf drei Seen auf drei völlig unterschiedlichen Höhen tief unter dem Gipfel: Lache, Traualpsee und Vislalpsee.

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Über die Landsberger Hütte ging’s in halsbrecherischem, steilen Gerölltrail hinab zur Traualpe. Nachdem ich tags zuvor wirklich wenig gegessen hatte, gönnte ich mir hier eine Joha-Schorle und eine Gulaschsuppe..und ein kleines Nickerchen.😉

Nach dem Downhill zum Vislalpsee, nutzte ich diesen zu einem kühlen Swim, bevor mir auffiel, dass meine Beine viel zu müde waren, um noch einmal auf’s Neunerköpfle zu laufen und auf den anderen Seite hinab. So lief ich über Tannheim zurück zum Haldensee und beendete das Ganze mit einer großen Coke, einem Topfenstrudel mit 2 Liter Vanillesoße und einem abkühlenden letzten Swim.

Als ich den Heimweg antrat, meldeten sie im Radio die Horrormeldungen von wüsten Gewitterstürmen, faustgroßen Hagelkörnern und Überschwemmungen…sowie dem üblichen Stau auf der A8. So nahm ich die „scenic route“ über Pfronten und genoss bei einem Einkehrschwung Schorle literweise und einen wirklich ausgezeichneten, frisch gefangenen Saibling in Alufolie gegaart. Lecker!

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