Nikolauslauf Tübingen 2013 – the race

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Nachdem es in den Vortagen weit weniger gewindet und geschneit hatte wie angekündigt, begrüßte uns der 8. Dezember mit einem wunderschönen, weitgehend trockenen Morgen und fast besten Bedingungen (verdammt, wieder eine Ausrede weniger). Wir trafen uns bei der Ausgabe der Startunterlagen. Wir, das waren einerseits das „Team Glück Engineering“ um den rührigen Sportfreund und Team-Kollegen des TSV Frickenhausen, Kai Fügel, und andererseits meine „VLT-Kollegen“ Anja und Reinhold. Die süße AOK-Nikoläusin in ungewohnt grünem Gewand begrüsste uns auch noch (und sollte eines der Highlights des Tages bleiben).

Lauter alte Bekannte trifft man bei so einem Happening dann auch immer wieder (Bernd Kiesel, Ame Müller, Chris Groß und Kollegen, Gege, Peter Keinath, Fabian Sauter usw.). Umziehen, Startnummer dran, Warmlaufen.

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Pünktlich um 10:00 Uhr dann der Startschuss. Wie üblich beim Nikolauslauf sind jede Menge Mega-Raketen am Start und es geht auch gleich voll zur Sache. Die Kunst ist bei diesem Wettkampf (mehr als bei anderen), durch die zuerst einmal abschüssige Strecke und das brutal gute, dichte Feld, nicht zu schnell anzugehen. Ich glaube, das war schon ganz gut, aber andere machten das offenbar noch besser (z.B. Flo und Tim, die mich bei ca. km 3,5 überholten, mit denen ich dann ca. 2 km laufen konnte, bevor sie einen Gang hochschalteten und langsam am Horizont entschwanden – Platz 15 und 18 am Ende mit 1:18 bzw. 1:19).

Ich merkte von Beginn an, wie mir die Rennpraxis fehlte. Wenn man mal von plauschigen, nicht ernsthaften Spielchen wie Jebenhausen (OL) und Herrenberg (Staffellauf) absieht, war mein letzter ernsthafter Wettkampf der Zugspitz-Ultratrail im Juni 2012! Dem entsprechend brauchte ich bis ca. km 8, bevor ich so halbwegs in meinen Rythmus kam…und selbst dann lässt einen diese wellige Strecke und die vielen Stellungswechsel nur selten sein eigenes, rythmisches Tempo laufen. Anyway, zumindest hatte ich Gege noch in der 2. Runde am tiefsten Punkt der Strecke direkt vor mir (ca. 40 m). Aber von da an spürte ich immer mehr, wie die Kräfte schwanden und sowohl die fehlende Rennpraxis, als auch die völlig ungenügende Vorbereitung voll durchschlugen. Zudem hilft es nicht, wenn man eh‘ schon hinter den eigenen Erwartungen herhinkt und dann noch von mehreren Athleten auf den letzten 5 Kilometern überholt wird. Schadensbegrenzung war angesagt.

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Im Ziel stand dann eine lausige 1:23:54 zu Buche, was den 42. Platz overall und den 5. Platz in der M45 bedeutete. Nicht schön, aber selten…😦

Vorn liefen gleich drei Läufer eine sensationelle 1:10 – die Klasse in der Spitze, sowie die unglaubliche Dichte des Feldes sind ein gutes Signal, dass sich da wieder etwas Positives tut (die ersten Fünf alle Hauptklasse unter 30 Jahre). Peter (Keinath) schhaft es mit einer 1:14 glatt immerhin auf Platz 6 (1. M30), Matthias Koch schafft nicht den M45-Sieg trotz einer 1:17:57, Gege schafft es auch nicht unter die ersten Drei (4. M45 mit 1:21:48) und ich dann auf Platz 5. Noch schlechter lief es Anja, die eine echt katastrophale 1:37 lief, schön begleitet von Reinhold, der aber offenbar auch nicht ein bißchen Feuer unterm Hintern machen konnte.

Immerhin reichte es noch, „unseren“ 5000 m-Olympiasieger von Barcelona, Dieter Baumann, zu bezwingen und glücklicherweise brauchte es dafür keine Sprintentscheidung. Er belegt eine knappe Minute zurück Platz 52 (6. M45).

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Durch den Ausfall von drei Leistungsträgern in unserem „Team Glück Engineering“ konnten wir nur durch die Rettung von Reinhold überhaupt in die Mannschaftswertung von 92 Herrenteams kommen. Das bedeutete Rang elf. Für die Top 3 hätte es aber so oder so nicht gereicht. Auch hier war eine extreme Leistungsdichte zu sehen. Dafür gingen wir im Anschluss den 100 Euro-Gutschein vom 100 km-Staffellauf verbraten. So endete ein trotz allem schöner, runder Sporttag im Kreise von netten Gleichgesinnten.

Nach dem Lauf dann schnell trockene Klamotten an (die netterweise von Anja’s liebem Ehemann Steve getragen wurden und von dem die Fotos sind – BIG THANKS, Steve!). Natürlich habe ich an die Badehose gedacht, denn man kann noch schön nach dem Lauf ins Hallenbad (das zwar voll mit Familien und Kleinkindern ist, aber wir sind ja nicht zum Schwimmen da). Eine Düse erwischt und – ahhh – ein wenig Unterwasser-Massage tut gut! Fabian Sauter kommt vorbei und wir besprechen die Triathlon-Saison 2014. Er macht mir den Mund wässrig, doch mal im nahegelegenen Ulm vorbeizuschauen, wo es seit diesem Jahr eine weitere schicke Mitteldistanz gibt. Das Rennen hat es schon mal provisorisch in den Rennkalender geschafft, Fabian!

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Fazit:

Lieber in der off-season im Dezember ein solches Feedback bekommen, als im Frühjahr, wenn es vielleicht schon zählt bzw. zu eng ist, um noch signifikant etwas zu verbessern. Positiv ist natürlich, dass ich mich ganz am Anfang eines Wiederaufbaus befinde, während andere Kollegen so ein Rennen „auf der letzten Rille“ am Ende einer langen Saison raushauen.  Wir wollen nicht vergessen, dass es im Leben praktisch nie wirklich um das Endziel geht, sondern um den Weg dahin. Und dieses Rennen war einer der Hauptgründe, in den letzten Wochen – wenn es zeitlich/beruflich ging, mit den lieben Freunden der VLT-Crew zu laufen und auch mal wieder Spaß am Schnell-Laufen auf Asphalt zu finden. Das hat richtig viel Spaß gemacht. Denn gerade bei den Trailrunnern empfinde ich schon wieder so ein ungesundes Abgrenzungsgehabe („Igitt, die Idioten laufen auf Asphalt!“). Es ist schön, beides zu können und es macht Freude, sich in verschiedenen Sportarten oder Spielarten bewegen zu können. Man muss das Andere/Fremde nicht verteufeln.

Race Stats:

  • 38. Nikolauslauf Tübingen, Halbmarathon mit 319 Hm
  • Wetter: Leicht bewölkt, kurze Regenschauer bei +4°C, leichter Westwind
  • 3000 Starter, 92 Herrenmannschaften
  • Platz 42 overall (5. M45) in 1:23:54 h
  • Schuhe: Montrail Rogue Racer (bei den Bedingungen hätte man aber sicher auch leichte Wettkampfschuhe laufen können)
  • Ergebnisliste gibt’s hier!

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