Ziele, Motivation, Commitment

Beine baumeln lassen

Heute mal wieder ein Post aus der Philosophie-Abteilung.

Gerade letztens fand ich mich selbst mal wieder in der Diskussion um die Überschrifts-Themen. Ich wunderte mich (und tue das immer), wie richtig ambitioniert trainierende Athleten es

  1. erstmal schaffen, sich täglich zu motivieren täglich zu trainieren ohne jegliches sportliche Ziel (Wettkampf o.ä.) obwohl ganz offensichtlich nicht allein der Spaß an der Freude der Antreiber ist und
  2. wie stark sich offenbar andere Athleten über reine Trainingsleistungen definieren.

Den meisten Athleten scheint es da aber eher so wie mir zu gehen: Ohne ein klares Ziel vor Augen schlaffe ich schonmal ab, ziehe ich das eine oder andere Training bei miesem Wetter dann doch nicht durch. Für viele ambitionierte Sportler ist das gleich dem Commitment (für die Profis sowieso). Ich finde, dass die beste deutsche Übersetzung hier „Selbstverpflichtung“ ist (okay, ein wenig sperrig – aber eben deutsch). Ich verpflichte mich (in aller Regel vor allem einmal mir selbst gegenüber), am Rennen x zum Zeitpunkt y teilzunehmen. Das allein setzt ungeheure Energien frei und baut eine Art positivem Druck auf. Jetzt überlege ich mir zweimal, ob ich diese spezielle Trainingseinheit sausen lasse. Weiterhin überlege ich mir nun, welche Trainingseinheit genau mich meinem Ziel näher bringt. Das gesamte Training wird ergo zielgerichteter. Wenn wir dann noch das Thema Periodisierung mit reinnehmen, wird auch das Training praktisch automatisch vom eher Unspezifischen hin zur den Wettkämpfen immer spezifischer, weil wir ja wissen, was am Tag x auf uns wartet und was möglicherweise auf der Downside die Konsequenzen sind, wenn ich diese Einheit nicht wie geplant durchziehe.

Wichtiger Disclaimer: Dies betrifft wie immer hier nur die Profis (im Denken, nicht unbedingt im Geldverdienen), also auch die ambitionierten Amateure. Und ja, Sport soll in erster Linie Spaß machen. Aber eben bei besagter Zielgruppe per definitionem auch ein Ziel erreichen. Und um dieses Ziel zu erreichen, muss ich mich selbst verpflichten, ein gewisses Programm durchzuziehen. Auch wenn andere Menschen das anders sehen, sehe ich – gerade im Sport:

das Ziel = der Wettkampf = die Selbstverpflichtung

Aus diesem Ziel, diesem Commitment, wiederum erwächst die Motivation. Ich weiß genau, WARUM ich das mache, was ich mache. Ich habe das Ziel im Fokus und kann mich auch bei aufkommenden Selbstzweifeln selbst motivieren, weiter zu machen.

Daher fällt es mir wie erwähnt schwer, Kollegen zu verstehen, die den ganzen Winter hindurch brav zwei Mal pro Woche konsequent ins Hallenbad zum Schwimmtraining gehen, um dann zwischen null und zwei Rennen in der Saison zu machen. Möglicherweise bin ich da einfach auch zu stark durch meine Ausbildung und meinen Job geprägt, aber gewissen ökonomischen Grundsätzen sollte man IMHO eben schon verpflichtet sein: Was ist der Aufwand, was der Nutzen? Aber vielleicht sehe ich das auch etwas einseitig, da für mich 3 Kilometer „Kacheln zählen“ in einem stickigen Hallenbad eben noch nie unter „Fun“ lief. Draußen im Freiwasser sieht das gleich anders aus, weshalb ich auch zu den notorischen Nichtschwimmern im Winter zähle. Erleichternd kommt hinzu,

  • dass ich nicht im Weltcup starten möchte und mein Schwimmen
  • (für mich) ausreichend schnell ist,
  • ich beim Schwimmen innerhalb kürzester Zeit mit relativ wenig Aufwand auf dieses Niveau komme und
  • ich genau weiß, dass ich exorbitant viel Aufwand betreiben müsste, um einen deutlichen Sprung nach vorn zu machen.

Nur so ein paar Gedanken…🙂

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