Ice Challenge 2014

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Nach 2009, als wir mit dem damaligen Carver Racing Team dort einen schönen Trainingswettkampf mit eingeschlossenem kleinen internen Kräftemessen machten, ging es heute wieder nach Schömberg in den Nordschwarzwald, um bei der Ice Challenge zu starten. Obwohl mir die Strecken identisch anmuteten, mussten sie sich doch in dem einen oder anderen Detail unterscheiden, denn die Streckenlängen waren anders angegeben und die Zeiten deuten ebenfalls darauf hin.

Mein neues Bike wurde auch gleich einmal eingeweiht und bestand die Feuertaufe mit Bravour. Was war auch anderes zu erwarten? Einzig bei der Terralogic-Gabel von Fox war ich bis dato etwas skeptisch und bevorzugte den manuellen Lock-out. Aber ich muss feststellen, das die Technologie so weit fortgeschritten ist, dass ich nun keinerlei Bedenken mehr hege. Mal sehen, wie sie sich über die Zeit (in Jahren) schlägt. Nur mal so nebenbei für die „Unbedarften“: Die 32 (Tauchrohr-Durchmesser) FLOAT (Modell) 29 (Rad-Durchmesser) 100 (Tauchtiefe) FIT (Fox Isolated Technology – Technik zur möglichst sauberen Trennung von Dämpfungsöl und Luft) Terralogic (automatischer Lock-out) Kashima (high-end Oberflächenbeschichtung = butterweich) Factory (oberste, teuerste Serie bei Fox) mit 15 mm-Steckachse kostet allein deutlich über 1000,- EUR. Und ist jeden Penny wert.🙂

Aber zum Rennen: Beim Mittwochs-Training erzählte mir Jochen Hohl, dass er auch startet und da freute ich mich auch gleich auf einen ernstzunehmenden Konkurrenten aus dem eigenen Lager. Jochen war früher einer der „jungen Wilden“ Mountainbiker aus Neuffen (die auch heute noch jede Menge gute Kids hervorbringen) und kann definitiv biken. Dieses Jahr will er mal wieder richtig angreifen und das sah man sofort. Aber dazu später mehr.

Das übliche Prozedere vorweg: Startunterlagen abholen, die komplett eingesauten reinen Biker mitleidig ansehen (die durften 4 Runden biken ohne Run und sahen aus wie die Schweine). Das war auch nicht sehr verwunderlich, denn es hatte ja die letzten Tage ausgiebig geregnet und selbst bei der Fahrt nach Schömberg (ca. 1 Stunde) nieselte es noch leicht, es war windig bei ungemütlichen 4°C (im Vergleich zu 8°C zuhause). Aber wir Duathleten waren die letzten im Programm (nach Kids, den „ernsthaften“ Bikern und einem reinen Lauf) mit Start um 14:00 Uhr.

Jochen und ich fuhren uns eine Runde warm und waren überrascht, wie gut die Strecke in Schuss war, nachdem über 100 Biker schon drei Mal drübergerauscht waren. Nur in den Singletrail-Downhills war es ziemlich matschig, der Rest war erstaunlich gut fahrbar. Eine extrem schöne, abwechslungsreiche 10 km-Runde. Dann alles fertigmachen, Schuhe in die Wechselzone stellen und zum Start. Jochen wollte auf keinen Fall „irgend so einen Triathleten, der nicht fahren kann“ vor sich im ersten Downhill haben und düste gleich vom Start weg wie ein begaster davon. Nach 500 Metern hatte er schon 50 m Vorsprung. Ich dahinter. Dann die Meute. Nach dem ziemlich langen Downhill kommt auch sofort dieser unglaublich lange, zähe Anstieg. Arggghhh. Onkel Jörgis Oberschenkel heulten mal wieder auf. Und das Feld sortierte sich. Sechs, sieben Jungs vor mir. Dummerweise waren die flacheren Passagen immer am Ende von den Bergen oben auf der Kuppe, so dass die Gruppe vorn schön zusammen fahren konnte während ich mich allein abrackern musste. Aber ich wollte ja gutes, hartes Training … und das bekam ich! Bei den technischen Downhills konnte ich immer etwas aufholen, aber es reichte meist nicht ganz bis ran an die Gruppe und bergauf habe ich immer noch Defizite. Technisch lief alles super, sowohl, was das Bike betraf, als auch meine Fähigkeiten. Ich fühlte mich zu keiner Zeit unsicher.

Nach zwei Runden war ich dann aber auch schon ziemlich durch und hatte (mit Ausnahme vom Dirty Race) sicher die höchsten Laktatwerte in Jahren. Jochen wechselte (selbst für ihn) überraschend an zweiter Stelle, ich an siebter. Der Wechsel lief ganz ordentlich und nun hatte ich Mühe mit zwischenzeitlich eiskalten Füßen (mental note: Wärmere Socken anziehen!) auf die Laufstrecke zu gehen. Es dauerte auch ziemlich lange, bevor ich ein paar Jungs überhaupt sehen konnte. Gegen Ende der ersten (ca. 2,5 km) Runde überholte ich aber dann den ersten Mitbewerber und sah schon Jochen vor mir. Bei Kilometer 3 war er fällig und ich schon vor auf Platz 4. Leider waren die anderen Athleten, die ich überholen konnte alle schon überrundet und wie sich herausstellen sollte, waren da vorn alles Typen, die auch laufen konnten. So blieb es denn auch beim vierten Platz overall und Jochen kam direkt hinter mir auf dem fünften Platz rein. Ein super Ergebnis für uns beide und auch für den TSV Frickenhausen.

Platz 1 ging an einen ausgewiesenen Super-Biker, der solch Cross Country-Zeugs drauf hat und in reinen MTB XC-Rennen vorn mitfährt. Platz 2 war der sehr symphatische Dominik von den Schramberger Triathleten, der eine 1:12 h glatt auf den Halbmarathon läuft und dem entsprechend auch vor mir die schnellste Laufzeit abräumte.

Zielverpflegung am Knusperhäuschen, dann Bike waschen an der super Waschstation mit heißem (!!) Wasser, dann duschen mit heißem (!!) Wasser, dann noch ein leckerer Apfelkuchen bei der Siegerehrung. Alles war gut!😉

Fazit: Ein hervorragend organisiertes Rennen. Traumhaft schöne und herausfordernde Strecken. Genügend Wettbewerb, um es ernsthaft schnell zu machen. Relativ kurze Anreise. Fast perfekte Bedingungen (es kam gegen Ende sogar doch noch ein wenig die Sonne raus). Insgesamt eines dieser perfekten Trainingsrennen.

Race Stats:

Nachtrag: Ich habe nochmal bei den Staffeln (die mit uns gestartet sind) nachgeschaut und da sind wieder so illustre Namen wie Siggi Tröndle (u.a. Deutscher Meister MTB Marathon 2008, 2009, 2012 (Masters 2) – mit seinem Partner Joachim Hagl auf dem 1. Platz) und Elisabeth Brandau (u.a. Deutsche Meisterin MTB Marathon 2008, 2011, 2012 – mit ihrem Partner auf dem letzten Platz – sie war zuvor schon das reine MTB-Rennen gefahren und siegte natürlich bei den Damen – also noch 2 Runden locker ausfahren in der Staffel).🙂

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