Nachtrag: Einstein Triathlon Ulm

Ulm Run 1

Ich realisiere natürlich, dass man meine Punkte auch alle anders sehen kann. Es ist ja auch nur meine Meinung. Daraus kann man etwas lernen…oder man lässt es einfach bleiben. So handhabe ich das auch in meinen Seminaren und Coachings und Vorträgen. Und glücklicherweise gibt es eine Reihe von sehr professionellen Organisationen (praktisch ausschließlich größere Unternehmen – kein Zufall!), die sich diesen Spaß leisten.

Ich hätte die Liste der eklatanten Mängel noch beliebig weiterführen können, aber das mache ich dann doch lieber, wenn explizit erwünscht und unter vier Augen. Da ich ja ein recht kommunikativer Typ und relativ gut vernetzt bin, habe ich natürlich auch jede Menge anderer Meinungen gehört. Und was soll ich sagen? Die deckten sich doch sehr mit meiner Sichtweise der Dinge. Andere finden natürlich gern diplomatischere Wege. Aber ich bin nunmal von meiner Profession geprägt und nicht der diplomatische „Hintenrum-Quatscher“. Bei ein, zwei kleinen Details, die nicht passen, sage ich ja nichts. Aber diese Anhäufung ist schon beeindruckend.

Ganz grundsätzlich ist es im Leben immer sub-optimal, wenn man keinen Plan B hat. Und ich hatte in vierlei Hinsicht das Gefühl, dass es keinerlei Plan B gab. Warum durften z.B. überhaupt Athleten OHNE Neo starten? Hat da schon mal jemand die DTU-Sportordnung gelesen? Ich will nicht wissen, was passiert, wenn da einer in diesem doch sehr breiten Fluss absäuft. Dann ist das Geheule groß! Für uns ist das natürlich kein Problem, aber wenn wir schon sub-30 im Schwimmen Kollegen einholen, die 10 Minuten früher gestartet sind, gibt es da sicher welche, für die das ganz schnell ein Problem werden könnte. Und lasst uns ehrlich sein: So wenige Paddler wie ich da gesehen habe – keine Chance. Ich habe das ja mal 2011 in Roth mitgekriegt und selbst da ist es niemandem aufgefallen. Zeitmessmatte am Start? Fehlanzeige? Der Mensch wird erst dann vermisst, wenn ein einsames Rad in der T1 übrig bleibt (und so wie die organisiert waren, vielleicht nichtmal dann…).

Ulm Swim

Ich hör‘ jetzt auf, denn ich mag‘ dieses negative Gerede ja gar nicht. In conclusio: Bis auf die 387 Fehler und Mängel war’s ein toller Wettkampf. Wenn Markus plötzlich von Platz 31 auf 19 „auf mysteriöse Weise“ vorrutscht, würde mir das als Veranstalter allerdings zu denken geben. Ich war offenbar nicht der Einzige (was nebenbei auch am Infoschalter auffiel, wo neben meinem Chip eben noch mindestens 35 andere im Körbchen lagen). Ich kann mir nicht vorstellen, dass das so eine große Ausnahme ist. Und dann brauche ich halt einen Plan – was machen wir, wenn…?

Und sonst? Danke an alle freiwilligen Helfer, die es wieder famos hinbekommen haben, (fast) jeden Becher fehlerfrei anzureichen und auch alles sonst sauber funktionierend zu halten. Danke auch an alle „Fans“ an der Strecke, allen voran neben den Rabauschs und Hofmanns meine Freundin Bettina, die sogar ein extra-schönes „Onkel Jörgi-Plakat“ gemalt hat. Ganz grooooße Klasse!

Onkel joergi schild

Wie erwähnt war es mal eine etwas andere Perspektive, von hinten zu kommen und viele, viele Athleten überholen zu können (hat man sonst nur in Roth, wo man in Runde zwei auch ganze Hundertschaften überholen kann). Es ist einfach motivierender, wenn man ständig wieder Athelten vor sich hat, an die man sich legal „heransaugen“ kann. Und trotz der 10 Minuten Abstand wurde auch das hintenraus immer spärlicher. Nebenbei hatte ich so ja das Glück, direkt nach Michi Wetzel auf die Laufstrecke zu gehen (nach seiner 1. Runde), mich an ihn heranzusaugen und ein Weilchen mitzulaufen, als er eine kleine Schwächephase hatte (für diejenigen, die nicht so tief drin stecken: Michi hat vor zwei Wochen die Challenge Roth in sehr respektablen 8:39 gefinisht und sagte mir dann auch auf der Laufstrecke, dass er in Runde 3 schon die Beine spürte – irgendwie verständlich).

Ulm Run 2

Das hatte außerdem noch den kleinen Vorteil, dass wir uns „seine“ Führungsradlerin „teilten“ und somit immer freie Bahn hatten. In Runde 4 musste ich mich dann allein durch das Gewusel schlängeln (das wäre ein weiterer Negativpunkt). Aber auch hier das Positive: Dank an alle anderen Wettkämpfer – Ihr seid alle echt nett zur Seite und habt für uns Schnellere Platz gemacht. Super!

By the way: Da wir ja nun doch etwas schneller als 1:20 (4er-Schnitt) gelaufen sind, müsste ich so ziemlich genau 9 Minuten nach Michi im Ziel gewesen sein (= 4:12:30 = 10. Platz overall). Und nur, dass das nicht falsch rüberkommt. Die Ergebnisliste und irgendein Podium ohne Preis ist mir völlig einerlei. Das ist nicht der Grund für diese Kritik, sondern einzig der Wunsch nach Exzellenz, nach der auch ich strebe und die stets in weiter Ferne weilt…

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