Motivation

Wenn wir über Motivation sprechen, geht es immer um das Warum, das Motiv hinter einer Entscheidung. Wir entscheiden uns ohnehin ständig. Und ja, auch das Nicht-Entscheiden ist eine Entscheidung. Warum machen wir A und nicht B. Nun ist es aus Sicht der Masse (des Bauches einer Gauß’schen Normalverteilung) natürlich etwas sehr Extremes, was wir Triathleten (oder Ultrarunner, oder andere Multisportler) da treiben. Und sicher ist es dem einen oder anderen schon passiert, dass man gefragt wurde: „Warum machst Du denn so etwas?“ Sicher haben sich das auch einige schon selbst gefragt. Vor allem im Wettkampf, vor allem, wenn’s weh tut, vor allem, wenn man schon sechs Stunden unterwegs ist und das Ziel noch fern. Und in beiden Fällen ist es gut, eine für sich stimmige, klare Antwort zu haben. Im ersten Fall ist es nicht wichtig, dass der Fragende das versteht, nachvollziehen kann oder gar Sympathie hegt. Für sich selbst macht es aber den ganz großen Unterschied. Nur so kann ich mir erklären, dass einige wenige Athleten immer und immer wieder ein Rennen aufgeben. Wenn das Warum klar im Kopf ist, geht es nur noch um das wie. Dann kann es gar kein Aufgeben geben (Unfälle, technische Probleme oder Verletzungen, die zum Abbrechen ZWINGEN mal ausgenommen).
Wie ich gerade auf dieses Thema komme? Naja, sehr früh auf dem Rad merkte ich, dass der Chip fehlte…und ich dachte mir – die Anzeichen waren für mich ja unübersehbar – dass die das wahrscheinlich nicht hinkriegen mit ordentlicher Zeitnahme und Platzierung. Und natürlich schoss mir der Gedanke durch den Kopf, ob es sinnvoll ist, sich hier und jetzt im Rennen voll in die Fresse zu hauen und alles zu geben…für was? Warum? Keine Platzierung, keine Ergebnisliste, keine Siegerehrung, keine Preise. Und nach wenigen Nanosekunden war für mich die Sache klar. Weil ich ein sehr klares Warum für mich habe. Ich betreibe diesen Sport nicht, um mir oder anderen etwas zu beweisen. Und schon gar nicht für die Platzierung, die Ergebnisliste, die Siegerehrung und die Preise.
Für mich ist es einfach das schönste Gefühl der Welt, an sich und seinen Schwächen zu arbeiten, die Stärken auszubauen, zu lernen und zu wachsen. Das ist für mich der Inbegriff allen Daseins. Es ist einfach ein end-geiles Gefühl, mit einem Michael Wetzel drei der vier Runden (dann musste er ja leider abbiegen) zu laufen, sich heran zu kämpfen, obwohl die Beine aufschreien und der Kopf sagt: „Mach’ mal ‚ne Pause!“ Und ja, ich will nicht verneinen, dass es auch ein schönes Gefühl ist, den aufrichtigen, ehrlichen Respekt von Sportkollegen im Ziel zu erfahren.
Von dieser Seite betrachtet (Lernen!) war das Malheur am Sonntag ein Glücksfall, denn es zeigte mir einmal mehr, wie klar ich mental aufgestellt bin. Ich weiß genau, dass ich es für mich mache und nicht für andere. Ich weiß, dass ich den (sportlichen) Wettstreit an sich mag – ich bin einfach ein kompetitiver Typ. Ich weiß, dass ich die Challenge liebe („Ich bin lieber 17. in Heilbronn in einem Weltklassefeld, als den lokalen 10er mit angezogener Handbremse zu gewinnen“).
Was ist Deine Motivation? Was treibt Dich an? Warum tust Du, was Du tust?
Und hör’ bitte auf, Dich zu belügen! Meditiere ’ne Runde oder geh‘ wenigstens mal ein Stündchen allein Spazierengehen und denke darüber nach. Aus meiner bescheidenen Sicht der Dinge, gibt es da draußen viel zu viele Athleten, die weit hinter ihren Leistungen bleiben – und zwar nicht aus körperlichen Gründen.

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