Die Triathlon-Saison 2014 im persönlichen Rückblick

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Wow. Was soll ich sagen? Die 2014er-Triathlon-Saison war mal wieder echt ein Hammer! Bis dato 23 Wettkämpfe gefinisht – und ohne einen Totalausfall! Und obgleich ich jede Menge extrem gut besetzter Rennen bestritten habe und einige Meisterschaften, war ich in mehr als der Hälfte der Rennen auf dem Podium. Da kann man ja nun wirklich nicht mosern!

Platzierungen 2014

Angefangen hat alles völlig harmlos mit dem traditionellen Silvesterlauf auf die Teck, gefolgt von jeder Menge kleinerer Läufe in der Region und dem einen oder anderen Cross-Duathlon. Ich spürte anfangs noch sehr, dass ich die zwei Jahre zuvor keinen Triathlon gemacht habe und 2013 ein wettkampffreies Jahr eingelegt hatte. Puuh. Es ist eben doch etwas anderes, ob man völlig planlos, gemütlich ein Jöggerchen macht, oder eben zielorientiert auf Wettkämpfe hin trainiert!

Auch war ich mir nicht zu schade, mich von den MTB-Spezialisten auf deren „home turf“ abwatschen zu lassen, um ein spezifisches MTB-Training in die Beine und den Kopf zu kriegen im Hinblick auf zwei der Jahres-Highlights: Die Crosstriathlon-EM auf Sardinien und -WM in Zittau. Beide Rennen konnte ich sehr gut finishen, wenn mir auch die EM-Medaille um 2 Sekunden durch die Lappen ging. Bei ersterem Rennen durfte ich ohnehin nur durch eine „Last-Minute-Qualifikation“ und Nachnominierung seitens der DTU starten, konnte aber als bester Deutscher der AK (und zweitbester Deutscher aller Agegrouper) das in mich gesetzte Vertrauen rechtfertigen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank an die DTU!

Nat. Meister

Ende 2013 fragte ich mich, was ich in meinem 2008er-Wiedereinstiegsjahr (anders) gemacht hatte, um die im Nachhinein beeindruckenden Leistungen abrufen zu können (und mich gleichzeitig nicht zu verletzen). Paradoxerweise hieß die Antwort: Viel intensiv trainieren und viele Wettkämpfe bestreiten. „Nun gut, wenn’s weiter nichts ist… „, dachte ich mir und füllte meinen Rennkalender bis zum Anschlag. Sogar so sehr, dass mich nicht Wenige für völlig verrückt erklärten. Im Nachhinein muss ich – wie Ende 2008 – konstatieren, dass das wohl alles nicht so verkehrt war. Sorry guys – Ihr solltet vielleicht auch mal über mehr Rennen nachdenken…

Intl. Meister

Das Kälte-Highlight war eindeutig die Duathlon-Lang-DM im vogtländischen Falkenstein. Brrrrrrrr! Fast erfroren, aber immerhin bei der 1. DM auch gleich die erste Medaille abgegriffen (Silber). Ein weiteres erklärtes Ziel war es, nicht zu einem absoluten Spezialisten für eine bestimmte Spielart oder Distanz zu werden, sondern möglichst breitgestreut über alle Distanzen und Spielarten eine adäquate Leistung zu zeigen. Zugegebenermaßen ist das schwierig – insbesondere zwischen dem Zeitfahrrad und dem MTB hin und her zu wechseln. Und sicher ist dadurch und durch die Vielstarterei die eine oder andere Medaille auf der Strecke geblieben (siehe die zwei „Holz“-Medaillen bei den EMs). Aber einer meiner Lernschwerpunkte für die Saison war, eben gerade nicht ständig auf Platzierungen und Medaillen zu schielen, sondern ungeachtet dessen, einfach meine beste Leistung am Tag zu erbringen…und dann damit auch zufrieden zu sein. Das Universum wollte mich aber offenbar mehrfach prüfen, wie ernst ich es damit meinte…

Rennen 2014

Die zwei Liga-Rennen für meinen Heimatverein TSV Frickenhausen waren retrospektiv betrachtet eine ganz schlechte Idee – in beiden Fällen verpasste ich die bessere Platzierung in den knapp sarauf folgenden Rennen nur um Haaresbreite (2. bzw. 3. Platz). Völlig unerwartet holte ich sogar auf der Sprint-Distanz eine DM-Medaille. Ansonsten scheinen mir gerade diese mittellangen Formate am besten zu liegen – alles von 3:27h (Heilbronn) bis 4:53h (Paguera). Okay, die Mitteldistanz-EM war leistungstechnisch sicher DER Ausreißer nach unten.

Und nur für die deutschen Jammerlappen, die stets im Nachhinein feststellen, dass wir ja gar keinen Sommer hatten und sowieso immer das Wetter ganz schrecklich war: In allen Du- oder Triathlons war es nur an drei Tagen richtig schlecht: Falkenstein, Zittau und Zell am See.

Vielleicht fragt sich nun der Eine oder die Andere, wie viel Onkel Jörgi nun wirklich reingesteckt hat, um diesen Output zu generieren?! Das ist es: 538:56h Training (mit allem)!2014_h

  • lila = Swim
  • blau = Bike
  • grün = Run
  • orange = alles andere (von Yoga über Stretching bis Krafttraining)

Das nur an all‘ die Zweifler, die nicht glauben wollen, dass man mit 12 bis 13 Stunden Training pro Woche (im Schnitt) ganz ordentliche Leistungen abrufen kann. Was heißt das für die Zahlenfreaks in Kilometer?

Umfang_km 2014

Das Schwimmen ist bei mir wie immer schrecklich unterrepräsentiert, da ich eine faule Socke bin und meist erst so im April halbwegs ernsthaft mit dem Schwimmen beginne (ich hasse Hallenbäder – und ich verwende den Begriff Hass hier ganz bewusst -> welcher Film?). Und das Laufen war wieder etwas unterbelichtet, da ich immer noch sehr mit meiner Achillessehne aufpassen muss und es daher nicht mit den langen Läufen übertreiben darf. Ich bin gespannt, wie ich das nächstes Jahr hinkriege, wenn ich wieder bei einer Langdistanz starten möchte…

Sodele, jetzt bin ich mal wieder meiner „Open Book Policy“ gerecht geworden.

12 thoughts on “Die Triathlon-Saison 2014 im persönlichen Rückblick

  1. … welcher Film? … „im Westen kann kein Mensch leben…. ich hasse den Wind, ich hasse den Staub…… und ich hasse die Indianer“ — Colonel Gearhart in „40 Wagen westwärts“. Richtig?

    Ich unterstütze das Statement „viele Wettbewerbe“ für Sportler unseres Alters…. nur in Wettbewerben geht man ans oder über das Limit, damit kann man den altersbedingten Verfall umkehren oder zumindest verzögern.

    Gruß,
    wolf

  2. Schön, dass Du das auch so siehst, Wolfgang. Ich denke, es hängt tatsächlich viel vom individuellen Kontext ab – insbesondere vom mentalen Setup. Manch anderer Athlet kann auch im Training bis absolut ans Limit (das sind dann meist diejenigen, die unter Rennbedingungen nichts mehr zusetzen können).
    Zum Quiz: Nice try, aber leider falsch! Ich verrate mal die Lösung noch nicht – vielleicht mag sich ja noch einer versuchen…😉

  3. Vielleicht eine kleine Hilfe zum eingebauten Film-Quiz (Ihr wisst ja, wie sehr ich Filme liebe): Das Zitat im Original ist „…Hate. I’m using the word „hate“ here, about pills. Hate….“

  4. Also jetzt müsstest es selbst Du schaffen, Chrissie! Das Zitat ist vom Hauptdarsteller höchstpersönlich und er hat für diese abgefahrene schauspielerische Leistung (sehr zu recht!) den Oscar (einer von mehreren!!!) bekommen. Also mehr Hilfe gibt’s jetzt nicht mehr…😉

  5. Was heißt hier „selbst Du, Chrissie“?!?! Nur weil ich kein Fernseh gucke, muss man mich ja nicht ausbuhen…😀
    DIESEN Film kenne sogar ich. As good as it gets ain’t gettin‘ any better😛

  6. War doch mit ’nem Zwinkerle, Katrin! Und siehste: Ich hatte doch recht und Du kennst den Film. Du weißt ja: Ich habe auch kein TV und schaue halt nur ab und zu einen Film auf Leinwand – genau wie ihr.
    Also zur Auflösung für alle anderen: Jack Nicholson als Melvin Udall in „As Good As It Gets“ (dt. „Besser geht’s nicht“). Er hat für die Rolle seinen 3. (dritten!) Oscar erhalten, den als bester Hauptdarsteller (seine Gegenspielerein Helen Hunt hat ebenfalls den Oscar als beste weibliche Hauptdarstellerin erhalten).

  7. Also wenn wir schon einen der sensationellsten Film-Dialoge sezieren wollen…here we go:

    Melvin Udall: I’ve got a really great compliment for you, and it’s true.
    Carol Connelly: I’m so afraid you’re about to say something awful.
    Melvin Udall: Don’t be pessimistic, it’s not your style. Okay, here I go: Clearly, a mistake. I’ve got this, what – ailment? My doctor, a shrink that I used to go to all the time, he says that in fifty or sixty percent of the cases, a pill really helps. I *hate* pills, very dangerous thing, pills. Hate. I’m using the word „hate“ here, about pills. Hate. My compliment is, that night when you came over and told me that you would never… all right, well, you were there, you know what you said. Well, my compliment to you is, the next morning, I started taking the pills.
    Carol Connelly: I don’t quite get how that’s a compliment for me.
    Melvin Udall: You make me want to be a better man.
    Carol Connelly: …That’s maybe the best compliment of my life.
    Melvin Udall: Well, maybe I overshot a little, because I was aiming at just enough to keep you from walking out.

    Und wir wissen, wie das ganze endet…was uns einmal mehr zeigt: Du kannst alles richtig machen und dann muss man einfach mal die Klappe halten. Ein falsches Wort reicht…and the lady walks out on you!😦

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