Preview IRONMAN 70.3 Kraichgau

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Am Sonntag ist es soweit: Das erste „richtig ernsthafte“ Rennen der Saison. Nachdem das Training bis weit ins Frühjahr hinein optimal verlief, bremste mich mein Muskelbündel-Riss doch schon ziemlich aus. Ganze sechs Wochen praktisch gar nicht laufen und nun – in den vergangenen zwei Wochen – ein behutsames Herantasten mit desaströsen Ergebnissen. Obwohl ich die Zeit für ein verstärktes Training auf dem Rad und im Wasser nutzte, so bin ich doch etwas geschockt und ernüchtert, wie viel der spezifischen Lauf-Fitness verloren ging. Vor einer Woche versuchte ich seit ewigen Zeiten einmal wieder, beim „Verrückten Lauftreff“ (VLT) am Mittwoch mitzulaufen und fühlte mich am Tag darauf wie nach einem schnell gelaufenen Marathon. Es ist zum Heulen!

Aber ich will nicht jammern. Es ist wie es ist und mit dem Alter steigt einfach tatsächlich die Verletzungsanfälligkeit rapide. Deshalb muss ich auch immer in der Doping-Debatte etwas schmunzeln, da bei mir das Thema Herzkreislauf, VO2max. etc. praktisch nie der bregrenzedne Faktor ist. Wenn ich einfach mal nur sauber die Saison durchtrainieren könnte…aber das ist hätte, wäre, wenn. Fakt ist: Wir alle müssen versuchen, möglichst gesund und verletzungsfrei durch die Saison zu kommen und es erstmal fit an die Startlinie schaffen.

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Aber nun ins „Land der tausend Hügel“, in den schönen Kraichgau, wo am Wochenende ein Triathlon-Festival der Extraklasse abgeht. Am Samstag-Abend macht die 1. Bundesliga ihren zweiten Saisonstopp und wir dürfen die richtig schnellen Boys & Girls anfeuern. Am Sonntag dann das Highlight, der IRONMAN 70.3, der gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft über die Mitteldistanz ausgetragen wird. Sowohl bei den Profis (Boys & Girls), als auch in der M45 ist das Aufgebot wahrlich meisterlich.

Ein Blick in Onkel Jörgi’s Kristallkugel: Bei den Männern sehe ich ein Rennen, wie wir es 2011 in Heilbronn erleben konnten. Andi Böcherer schwimmt weltmeisterlich und nimmt dem guten, alten Sebi zwei bis drei Minuten beim Schwimmen ab. Dann wird sich entscheiden, ob er die 70.3-Rennen in Aix und St. Pölten nur mangels erstklassiger Konkurrenz (Sebi, Frodo…) gewonnen hat, oder ob er wie in Heilbronn den Vorsprung halten oder gar ausbauen kann. Das ist immerhin Sebi’s Heimrunde! Wenn er mit zwei Minuten Vorsprung aus der T2 läuft, wird das eine verdammt enge Kiste. Man soll ja nie die Dark Horses vergessen, aber ich denke, dass an den Beiden nichts vorbei geht. Aus regionaler Sicht bin ich gespannt, wie sich Thomas Bosch schlägt.

Bei den Mädels ist es etwas ausgeglichener besetzt. Ich denke trotzdem, dass Julia ihren DM-Titel aus dem Vorjahr verteidigt und auch overall gewinnt. Die Liste der Mädels, die sich dahinter um die Podestplätze streiten ist eher lang: Die internationale Konkurrenz ist mit Yvonne van Vlerken, Camilla Pedersen, Maja Stage Nielsen, Eva Wutti, Lisa Hütthaler und Michelle Versterby gut vertreten und nicht zu unterschätzen. Aber auch die deutsche Mitteldistanz-Spitze ist vor Ort: Allen voran Anja Beranek (der ich am ehesten den Sieg zutraue), Laura Philipp, Natasche Schmitt und Astrid Ganzow.

Und bei den „alten Herren“ ist neben meinem alten Tria-Freund aus Jugendtagen, Rolf Schwarz, natürlich das absolut unkaputtbare (und praktisch unschlagbare) „Viech“, Franky Horlacher, sowie ein weiteres Triathlon-Urgestein, Alex Lang, am Start. Und da habe ich bestimmt noch den einen oder anderen vergessen, nur weil er vielleicht aus dem hohen Norden kommt und daher nicht so auf dem Radar ist. Mit anderen Worten: Wer es am Sonntag auf’s Podium schafft, darf sich was drauf einbilden.

Ich selbst war schon zwei Mal im Kraichgau am Start: 2008, ganz zu Beginn meines Wiedereinstiegs ins Triathlon-Geschehen und ein Jahr später. 2008 gelang mir dabei ein richtig gutes Rennen mit Gesamtplatz 10 und dem M40-Sieg (Macca gewann vor Vucko und Thomas Hellriegel). 2009 machten sich zum ersten Mal meine Achillessehnen so stark bemerkbar, dass ich mein erstes DNF hinlegen musste und die restliche Saison gelaufen war.

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Und nun zum Wetter. In Anlehnung eines bekannten Schlagers des allseits beliebten Helge Schneider muss es am Wochenende wohl heißen: „Oh Baby, Baby, es wird heiß….!“ 33-35°C sind jedenfalls angesagt und wenn ich aktuell auf das Thermometer schaue, ist das kein Scherz. Wie der geneigte Leser weiß, ist das nicht mein Wetter. Ich habe mich daher schon einmal entscheiden, ohne Aerohelm zu fahren, aber richtig hart wird es natürlich erst auf der weitgehend schattenlosen und eher als schwer einzuschätzenden Laufstrecke. Aber da ich ohenhin nicht schnell laufen kann, wird es wahrscheinlich nicht ganz so extrem. Trotzdem freue ich mich schon auf die schönen Abkühlungspools, obwohl die sicher schon sehr überlaufen und abgenutzt sein werden, wenn ich ins Ziel komme.

Was uns zu dem leidigen Thema Startwellen führt. Meine Herren Rennorganisatoren: Wie an anderer Stelle bereits ausgeführt, ergeben sich durch so eine schwachsinnige und offensichtlich wenig überlegte Startwellen-Einteilung nicht nur deutliche Wettbewewerbsverzerrungen, sondern auch ungeahnte Sicherheitsprobleme – vom Windschatten-Thema ganz zu schweigen. Da müssen jetzt so Granaten wie Franky Horlacher oder Alex Lang durch über tausend Athleten (die langsamsten zuerst, wohlgemerkt!) durchpflügen und haben dabei die schwersten Bedingungen („Wasserleichen“, an den Verpflegungsstellen schon alles abgegriffen, Radflaschen auf dem Boden, die größte Hitze, etc.). Grob überrissen machen die zwei letzten Startwellen (die M45 um 09:50 Uhr mit ca. 430 Athleten und danach die M40 um 10:00 Uhr mit weiteren ca. 330 Startern) wie immer einen signifikanten Teil des Starterfeldes aus. Und in beiden Altersklassen gibt es eine Menge richtig starker Jungs, die es overall ganz weit nach vorne schaffen. Das ist auch wirtschaftlich die interessante Zielgruppe (die haben bis dahin meist eine ganz gute Karriere hingelegt und verdienen entsprechend, kaufen sich die teuersten Räder und sind mindestens zwei Mal mit Hannes im Trainingslager). Und diese Kernzielgruppe möchte ich als Dienstleistungsanbieter mit Füßen treten? Denkt doch mal nach! Mir würde so etwas in meinem Business nicht einfallen. Da bemühe ich mich um meine A-Kunden und gebe ihnen das Sternchen-Treatment. Aber offenbar darf man sich als Event-Veranstalter eine Menge erlauben. Die Leute kaufen ja als gäbe es kein Morgen.

TriMag hat sogar ein Themen-Special hier.

Und einen Livestream wird es auch geben:

  • Für die 1. Bundesliga hier!
  • Für den IRONMAN 70.3 hier!

2 thoughts on “Preview IRONMAN 70.3 Kraichgau

  1. Was die Einteilung der Startgruppen im Zusammenhang mit „Elite – Athleten“ aus späteren Wellen und vor allem der Deutschen Meisterschaft angeht, kann ich Deine Argumentation nachvollziehen. Da ist diese Einteilung nicht gerade die intelligenteste. Was die Kaufkraft angeht, hast Du sicher recht, was die AK 40er etc angeht. Die Argumentation, dass sich die Orga hier die tollste Zielgruppe vergrätzt, passt aber nicht. Ich habe das Glück, in der ersten AK Welle zu starten (das Glück der frühen Geburt quasi), das sind so um die 450 Peoples die hier ins Wasser gehen und da wage ich mal zu behaupten, die steht von der Kaufkraft den AK 40, bzw. 45ern in nix nach. Langsamere AK-Teilnehmer als Wasserleichen zu bezeichnen, die dir später die Verpflegung wegfuttern, finde ich despektierlich. In der Vergangenheit sind die „Alten“ im Krachgau spät gestartet und da ist meines Wissens noch nie jemand verhungert. Wenn du ganz vorne starten willst, musst du dir ne Profilizenz besorgen, dann schwimmst und fährst du vorneweg.
    Trotzdem: ich drück dir die Daumen für einen super Verlauf und wünsch uns allen ein unfallfreies und sicheres Rennen. Von mir aus darfs heiss werden😉. See you at the finishline.

  2. Lieber Thomas, dies ist ein BLOG – ein Weblog, ein „Online-Tagebuch“! Ich argumentiere hier mit niemandem. Ich lege hier lediglich meine Gedanken dar…und die sind nicht verhandelbar. Das ist einfach nur meine Meinung – nicht mehr und nicht weniger. Falls der eine oder andere Satz despektierlich rüberkam liegt das eindeutig am Empfänger (Leser) – ich kann Dir versichern, dass es nicht so gemeint ist. Ich habe den allergrößten Respekt vor jedem, der sich mutig einer solchen Augabe stellt, sehe aber jede Menge „haarige Situationen“ auf der Radstrecke auf uns zukommen und würde mich tierisch über einen Sturz ärgern.
    Um die Verpflegung mache ich mir persönlich nun mal gar keine Gedanken. Ich nehme eh‘ nur Wasser (und vielleicht ’ne Cola auf der Laufstrecke).
    Das mit der Profi-Lizenz ist in der Tat eine Überlegung wert. Aber natürlich nicht, wenn man nach Hawaii will. Vielleicht nächstes Jahr…
    Und warum ausgerechnet Ihr M50er ganz vorne und wir M40/45er ganz hinten starten dürfen weiß wohl nur der liebe Gott…und vielleicht Björn Steinmetz.

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