Lust auf Wörthersee

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Nachdem ich ja im Juni schon zum IRONMAN Austria am schönen Wörthersee verweilte und mich direkt in die Region verliebte, wollte es der Zufall, dass auch die Tourismus-Verantwortlichen die Zeichen der Zeit erkannten. So luden sie mich und ein paar andere Blogger ein, um diese wahrlich atemberaubend schöne Gegend einem anderen, jüngeren, sportlicheren Publikum schmackhaft zu machen. Denn in der Tat war mir vor zwei Monaten schon aufgefallen, wie leicht es war, auch in letzter Minute noch eine Unterkunft zu finden und wie wenige Menschen in und um Klagenfurt, dem See und speziell den Strandbädern anzutreffen waren. Das gab mir schon damals Rätsel auf – speziell im Vergleich zum heimischen Bodensee (wo es die Einheimischen vor lauter Touristen oft graust).

Gesagt, getan: Ich packte also meine Siebensachen und fuhr am Mittwoch hinunter ins schöne Pörtschach, dem ehemals mondänen Villenort auf der Sonnenseite des Wörthersees. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Die Schönen und die Reichen – und alle, die dazu gehören wollen – kommen immer weniger an den See (und jetten heutzutage lieber für kleines Geld an so ziemlich jeden beliebigen Ort der Welt). Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an den Wörthersee als Filmkulisse: Von der „Rose“ (1952) über die „Supernasen“ (1983 & 1984) bis hin zur Fernseh-Serie „Ein Schloß am Wörthersee“ (1990-92). Diese Zeiten sind lange vorbei.

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Und was hat das mit mir, Sport und diesem Multisport-Blog zu tun? Genau! Dieser Ort ist nicht nur für’s Auge schön anzuschauen. Er bietet nicht nur seit nun 13 Jahren die Kulisse für eines der erfolgreichsten Rennen der weltweiten IRONMAN-Serie. Nein, er verfügt über praktisch perfekte Trainingsbedingungen für, ja, natürlich Schwimmen, Radfahren, Laufen, Triathlon. Aber darüber hinaus auch für alle möglichen anderen Aktivitäten, die mir als Multisportler so einfallen. Allen voran kommt mir das Trailrunning in den Sinn. Letzteres ist von unserem Guide vor Ort, Mario Schönherr, im Rahmen des in der Szene mittlerweile bekannten Wörthersee Trail-Maniak als Event gut etabliert. Und tatsächlich bietet die sanfte Hügellandschaft, in die der See eingebettet ist, ganz famose Möglichkeiten für’s Laufen: Von flach auf Asphalt wie bei Kärnten Läuft bis wurzeligen und steinigen Trail beim Trail Maniak. Darüber hinaus ist die Gegend wie gemacht für’s Rennradfahren und bietet auch ausgezeichnete Trails für Mountain Biking. Und selbst in richtig hochalpines Gelände ist es nicht weit: Die Karawanken sind „einen Steinwurf entfernt“ und bilden die südliche Grenze zu Slowenien. Was uns zur Geographie und dem Wetter bringt: Ja, wir sind hier am südlichsten Zipfel Österreichs und ja, das Klima ist prächtig. Die Durchschnittstemperatur des Wörthersees ist im Mai bereits bei sagenhaften 24°C und hält sich bis in den Oktober bei 20°C – ideal für Open Water Schwimmer und Triathleten!

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Wir halten fest: Die Lage, das Wetter und die Wassertemperaturen laden Multisportler aller Couleur von „O bis O“ (Ostern bis Oktober) zum Trainieren und Spaßhaben ein. Der See ist nicht nur warm sondern auch für’s Auge ein einziger Traum. Dazu bietet er das, was der heimische Bodensee nur in der frühen Vor- und späten Nachsaison bietet: Ruhe! So konnte ich jeden Morgen entweder einen Open Water Swim oder eine Yoga Session (oder beides) direkt am See genießen. Und das vor dem Frühstück – einfach phantastisch!

Mario hatte neben dem zentralen Thema Trailrunning auch andere sportliche Aktivitäten eingeplant. Nach einer ausgedehnten Schwimmeinheit am Donnerstagmorgen (2 mal um die Blumeninsel) und dem exzellenten Frühstück erkundeten wir den ersten Teil des Trail Maniak von Pörtschach bis Velden, mit einem kleinen Schwimmstopp am Forstsee. Lunch im eleganten SOL Beach Club mit Roland Sint, dem äußerst sympathischen Geschäftsführer von Wörthersee Tourismus. Man spürt eben gleich, ob jemand ein richtiger Sportler ist. Zurück zur Homebase ging es per „Schiffswandern“ mit dem Boot – auch das eine einzigartige Möglichkeit, sich geschickt rund um den See zu bewegen und neue Bereiche zu erschließen.

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Apropos Homebase: Das Parkhotel Pörtschach ist eines der guten, alten Häuser und gehört zu den drei besten Hotels „am Platze“. 1963 eröffnet ist es stets im Familienbesitz geblieben und wird entsprechend geführt. Dabei wird versucht, den Charme der Sechziger weitesgehend zu erhalten und dabei keine Abstriche an modernen Annehmlichkeiten und Technik zu machen. Ich habe mich jedenfalls die gesamte Zeit äußerst wohl gefühlt. Sicherlich herausragend ist der Service (mit der amtierenden Weltmeisterin in dieser Disziplin) und das Essen, das keine Wünsche übrig lässt. Einzigartig ist auch die Lage auf der Halbinsel umgeben von Wasser und einem riesigen Park – kaum zu toppen!

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Am Freitagmorgen beehrte uns dann Petra Musenbichler mit einer herrlichen Stunde Yoga um 7:00 Uhr direkt am Wasser. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es mit 30 Knoten im Wassertaxi nach Reifnitz auf die andere Uferseite. Von hier erklommen wir den Pyramidenkogel (höchster Punkt der Trail Maniak-Strecke). Dort steht seit zwei Jahren der höchste Holz-Aussichtsturm der Welt und eine architektonische Augenweide. Tolle Konstruktion. Und wieder ein Schlag ins Gesicht für die allgegenwärtigen Zweifler und Kritiker: Der Turm hatte im ersten halben Jahr (nach nur 8 Monaten Bauzeit) alle Besucher-Erwartungen übertroffen. Von oben hat man eine sensationelle Rundumsicht auf den Wörthersee und die umliegenden Berge im Norden und das Keutschacher Vierseental und die Karawanken im Süden. Hinab geht’s in einer spektakulären Rutsche (in einem stylischen Bob aus Loden) durch eine ziemlich steile Edelstahl-Röhre. Fun, fun, fun! Der Turm ist auch deshalb so faszinierend, da er seine Gestalt ändert, je nachdem, aus welcher Richtung man ihn betrachtet. So nimmt er von Pörtschach die Form einer Cola-Flasche an, aus Osten erinnert seine Erscheinung eher an ein Weizenglas und aus südlicher Richtung kann man ganz deutlich die Figur Sophia Loren’s erkennen! Echt jetzt!

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Nach einer kurzen Stärkung fuhren wir ein paar Minuten südlich ins Bärental, um von dort auf die Klagenfurter Hütte zu laufen. Dort wieder eine kleine Stärkung (im Grunde haben wir viele gute Sachen gegessen und uns dazwischen ein wenig bewegt). Da es dort oben in den Bergen dann doch ein wenig frisch wurde, lief ich noch 11880622_10205640774113478_1796835413783441788_nüber das gleichnamige Joch und einen kleinen Ausflug nach Slowenien auf den Gipfel der Bielschitza. Weit und breit keine Menschenseele, wunderschöne Berge und eine fantastische Ruhe. Und Edelweiß.

Schwuppdiwupp waren auch schon unsere „48 Stunden Wörthersee“ mit unserem großartigen Guide Mario Schönherr vorbei. Ein letztes gemeinsames Dinner und dann nahmen Carsten und Robert am Morgen den Zug zurück nach Deutschland, während ich noch ein wunderschönes Wochenende an einem der schönsten Orte der Welt verbrachte. Nun endlich kam auch mein Fahrrad zum Einsatz, ich machte die Gegend rund um den Wörthersee und das Hinterland ein wenig unsicher und haute mir nach den eher regenerativen Tagen noch die letzten harten Trainingseinheiten vor der am kommenden Wochenende anstehenden IRONMAN 70.3 Weltmeisterschaft in Zell am See in die Beine. Und bei so einem perfekten, warmen See mit Trinkwasser-Qualität muss man einfach jeden Tag schwimmen gehen. Es hatte sich ja förmlich angeboten, zwischen diesem Trip und Zell am See einfach eine gemütliche Urlaubswoche einzulegen, aber leider muss ich ab und zu auch etwas arbeiten und daher ging es am Sonntagabend spät nach Hause und Deutschland empfing mich wie erwartet mit Regen und Stau. Welch ein Kontrast!

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