Analyse IRONMAN 70.3 World Champs 2015

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Über das Rennen selbst habe ich gar nicht so viel geschrieben, weil da natürlich andere Medien schon viel drüber berichten. Trotzdem möchte ich in meiner Nachbetrachtung ein paar Dinge aus meiner Perspektive darstellen.

Erstens: Auffällig ist, dass die Deutschen – allen voran die Männer – fast schon erschreckend dominant sind. Alle Augen sind da natürlich auf die Profis ganz vorn gerichtet, aber auch bei den Amateuren war während der Siegerehrung unübersehbar, welch starkes Triathlon-Land wir auf der Langstrecke (ich fasse jetzt mal alles jenseits von „olympisch“ zusammen) sind. Ein kleiner Seitenhieb sei mir erlaubt (analog zur Wirtschaft, unserer „Gesellschaft“): In die Kurzstrecke fließt das mit Abstand meiste Geld der DTU … und die erbrachten Leistungen sind vergleichsweise unterdurchschnittlich. Auf der Langstrecke dagegen bekommen die Athleten meines Wissens nach keine finanzielle Unterstützung seitens des Verbandes … und erbringen regelmäßig Weltklasse-Leistungen.

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Fünf Athleten unter den Top 10 ist schon beachtlich. Und dabei noch die zwei höchsten Podiums-Plätze. Überraschend? Ich glaube, eher nicht. Zumindest für alle, die ein wenig in der Materie drin stecken, war – wie nebenbei auch in meinem Vorbericht angekündigt – klar, dass wir da in irgendeiner Weise vertreten sein würden.

Und bei den Frauen? Da war es sicher schwerer, Vorhersagen zu treffen. Aber auch da hatten wir mit Anja Beranek und Julia Gajer zwei richtig heiße Eisen im Feuer, die beide nicht enttäuschten. Vor allem Anja hat ein sensationelles Hammer-Rennen abgeliefert und ihre Möglichkeiten fast perfekt umgesetzt. Das Gleiche gilt prinzipiell auch für Julia, wenn man die Voraussetzungen mit einbezieht (klare Vorbereitung und Fokus auf Kona). Die große Überraschung für mich war an dieser Stelle aber Ricarda Lisk, die ich so nicht auf dem Zettel hatte. Sehr starkes Rennen in diesem Feld! Das lässt für die Zukunft auf dieser Distanz hoffen. Mehr davon!

Wir halten fest: Bei den Herren fünf Jungs in den Top 10 (plus Gold und Silber), bei den Damen drei Mädels unter den Top 10 (plus Bronze). Sehr starkes Ergebnis das weit jenseits jeder anderen Nation ist.

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Bei uns Age Groupern scheint es dagegen ein deutlich größeres Element des Glücks zu geben. Viele DNSs, DNFs und DQs (angeblich wurden allein 80 Athleten disqualifiziert). Dann natürlich – vor allem bei uns „älteren Semestern“ – die lieben Zipperlein, die den einen oder anderen mal mehr, mal weniger, plagen. Durch meinen unterirdisch schlechten Lauf (fast zehn Minuten auf die Vorjahreszeit beim HM verloren) sind einige Jungs vor mir, die „normal“ so nie vor mir zu finden sind. Auf der anderen Seite hat es eine Reihe anderer Athleten noch härter getroffen, die beispielsweise im Vorjahr noch vor mir auf dem Podium waren. Aber so ist das eben bei jedem Rennen – vor allem aber bei einer Weltmeisterschaft.

Was ein wenig beruhigt: Die Abstände sind jetzt nicht wirklich exorbitant. Eine Minute zwanzig und ich bin in den Top 10 und mit einem richtig schnellen Lauf wie im letzten Jahr wäre ich dann auch schon auf dem Podium. Aber das ist natürlich schon wieder hätte, hätte, Fahrradkette…😉

Achim ist dagegen zur Zeit das Maß aller Dinge in der M45. Er liefert konstant (keine Eintagsfliege) Höchstleistung ab wie bereits im Juni im Kraichgau. Respekt!

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Fazit für mich für den Rest der Saison: Ich muss es – Hitze hin oder her – zuallererst mal wieder schaffen, in ein halbwegs schmerzfreies Lauftraining zu kommen, um es wenigstens einigermaßen schadfrei durch den Kona-Marathon zu schaffen. Dazu bleiben mir jetzt genau noch vier Wochen…drückt mir bitte dafür ein wenig die Daumen. Danke!

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