Preview Xterra World Championship Maui 2015

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Morgen ist der große Tag gekommen und der letzte Wettkampf des nun schon sehr langen Jahres steht an: Die Xterra-Weltmeisterschaft auf Maui. Es ist die 20. Austragung, wobei das Rennen im ersten Austragungsjahr 1996 noch unter „Aquaterra“ firmierte. Während in den ersten Jahren nur eine Woche zwischen dem IRONMAN in Kona und dem Cross-Triathlon auf der Nachbarinsel lagen, waren es 2008 (bei meinem ersten Start) schon zwei Wochen. In diesem Jahr sind es nun zum ersten Mal drei Wochen. Ob das nun besser oder schlechter ist, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls brannten die Beine beim ersten pre-ride am Mittwoch doch noch gewaltig und meine Peergroup verabschiedete sich schnell auf den verwinkelten Dschungel-Trails nach vorn.

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Man kommt nicht umhin, sofort zu bemerken, wie viel entspannter und lockerer als die Roadies die Athletenschar ist. Die Xterra-Athleten sind irgendwie schon eine grosse Familie. Und selbst wenn ich dieses Jahr nur die EM am Schluchsee und die DM in Zittau gemacht habe, so kennt man sich in diesem Kreis sofort, bekommt auch in letzter Sekunde noch einen WG-Platz und fährt gemeinsam die Bikestrecke ab. Am Dienstag kam ich aus Kauai an und es fühlte sich an, als ob ich der allerletzte Ankömmling wäre. Mittwoch-Morgen dann wurde die Bikestrecke zum ersten Streckencheck frei gegeben und auch wir nutzten die Gelegenheit, den kompletten Kurs einmal in Ruhe abzufahren. Nach gefühlten drei Stunden bemerkte Max, dass wir gerade  einmal die ersten sieben Meilen hinter uns hatten und somit circa ein Drittel der Strecke. Ich schaute nur schweissgebadet und ungläubig auf meine Uhr und war frustriert. Das ist also der berüchtigte neue Xterra-Kurs. Puuh. Zum Glück erreichten wir wenig später den höchsten Punkt der Strecke und konnten uns in einen wilden, ziemlich langen Downhill stürzen. Dummerweise wurde dieser trockene, sehr griffige Trail von einem kleinen, schattigen Wäldchen unterbrochen und alle, die Biken, ahnen, was jetzt kommt. Schwupps zog es auch schon mein Vorderrad weg und ich knallte mit 40 Sachen auf meine rechte Hüfte auf. Genau die, die mir in diesem Jahr schon so oft Ärger gemacht hat. Argggh!

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Schmerzen. Nach Luft ringen. Marcelo fragt im Vorbeifahren, ob alles okay sei. Ich kann nur mit einem gepressten Ja antworten, aber er versteht ohnehin, was Sache ist. Und da ein Unglück selten allein kommt, muss wohl die Kette etwas abbekommen haben und im Nachgang zerfetzte es mir auch noch mein Schaltwerk und verbog das Schaltauge. Ich durfte dann den Rest heim schieben. Na toll! Nur gut, dass die Mechaniker eine feste Bleibe im Ritz Carlton hatten und sich gleich meinem Rad annehmen konnten. Zwei Tage (nachdem wir weitere Baustellen an meinem geliebten Canyon festgestellt hatten) und 300 Dollar später steht heute das gute Stück race-ready vor mir – leider nur noch mit einem SLX statt XTR-Schaltwerk. Hoffen wir mal, dass es morgen keine Mucken macht.

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Die aus dem Crash resultierenden Blessuren und Schmerzen sind viel nerviger. Neben den üblichen Hautabschürfungen sind das vor allem ein paar üble Prellungen, die jegliche Bewegung bis heute vereitelten. Heute Morgen war aber dann zumindest eine kleine Runde mit den Belgiern und den Deutschen drin. So konnte ich wenigstens die letzten Meilen anschauen, die mir bis dato fehlten. Tricky! Diesen Kurs sollte man definitiv ein paar Mal gefahren sein. Er ist im Prinzip eine einzige Aneinanderreihung von Kurven. Kaum gibt es einmal eine Gerade, die länger als 50 Meter ist. Der Singletrail-Anteil liegt wahrscheinlich jenseits der 98 Prozent.

Gestern Abend dann das „Champions Dinner“ mit wahnsinnig vielen bekannten Athleten aus der nun zwanzigjährigen Xterra-Geschichte. Tolle Typen wie Greg Welch, Michael & Jenny Tobin, Nicolas Lebrun und natürlich den in den Hall of Fame-Inductee Conrad „Caveman“ Stoltz. Sehr beeindruckend!

Für das morgige Rennen gilt einmal mehr die Durchhalte-Parole: Nicht aufgeben, den Fokus so gut wie möglich von den Schmerzen weghalten, einfach mein Ding machen und mein Bestes geben! Denn erstens habe ich ja viel Geld investiert für diese wahrlich besondere Zeit hier auf den hawaiianischen Inseln und das Rennen. Zweitens finisht man als ordentlicher Triathlet, wenn es irgendwie geht auf jeden Fall. Und drittens steht ja auch noch der Overall-Amateur-Sieg für das „Hawaiian Double“ (Gesamtwertung aus IRONMAN und Xterra) auf dem Spiel. Und  diesen werde ich nicht kampflos abgeben.

Drückt mir also bitte ein letztes Mal ganz feste die Daumen morgen ab 9:00 Uhr HST (20:00 Uhr MEZ)!

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