Weltreise

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Nach langem Überlegen habe ich mich nun dafür entschieden, nicht extra einen Blog nur für die Weltreise zu kreieren, sondern einfach diesen meinen Multisport-Blog dafür zu nutzen. Das vereinfacht doch Einiges sehr und ich muss nicht alle möglichen Menschen neu informieren. Ja, klar, die kommenden drei Monate haben jetzt erstmal nicht viel mit Sport zu tun (um genau zu sein gar nichts), aber es geht nach wie vor um mich, meine bescheidene Sicht auf die Welt und wo es mich gerade so hinspült.

Meine Definition von Reise ist ja seit meiner ersten Weltreise (01.1991 bis 05.1992) eine etwas „spezielle“. Eine Reise beginnt daher, wo der übliche „Urlaub“ aufhört. Auf einer Reise lebe ich nicht in Hotels. Auf eine Reise gehe ich nicht mit Koffern (sondern nur mit Rucksack, Fahrrad, Boot, etc.). Auf einer Reise versuche ich den Menschen und der Kultur im jeweiligen Land möglichst nah zu sein. Auf einer Reise versuche ich möglichst weitgehend loszulassen und mich maximal auf Neues einzulassen. Auf einer Reise geht es nicht um’s Ankommen, sondern um’s Reisen.

Nicht: „Schatz, wir müssen los, um 08:35 Uhr fährt der Bus am Hotel los für die Stadtrundfahrt, dann haben wir noch die XY-Verabredung, dann noch schnell shoppen (wir müssen ja den Schwiegereltern etwas mitbringen) und schließlich geht der Flieger um zehn am Abend.“  Stattdessen: „Mal schauen, was der Tag heute bringt, wo es mich heute hinspült, wen ich heute kennenlerne, was ich heute wohl erleben werde und ultimativ WER ICH HEUTE WERDE bzw. WER ICH MORGEN SEIN WILL.

Mit anderen Worten: Außer den Flügen, die selbstverständlich gebucht sind und zwei Visa (für Indien und China, alles andere geht als Deutscher allein mit Reisepass) ist absolut nichts geplant. Nada. Null. Alles offen. Zugegeben, das ist nicht für Jedermann (um genau zu sein, ist so eine Nummer für eher wenige Menschen akzeptabel), aber diese völlige Freiheit öffnet unvorstellbare Möglichkeiten.

Im Vorfeld habe ich 180.000 Meilen meines Miles & More-Kontos geplündert für ein „Round the World-Ticket“ mit 10 „Legs“ (Streckenabschnitten). Das ist die Grundvoraussetzung (sonst lassen Sie einen in viele Länder erst gar nicht rein) und bildet den Rahmen dieser Reise. Warum Weltreise? Weil sich eine Weltreise eben dadurch definiert, dass man jeden Längengrad mindestens einmal überfliegt – also einmal „rund um“ reist.

Wo geht’s also hin? Es gibt’s zwei Schwerpunkte, die ich beide noch gar nicht oder nur rudimentär bereist habe: Ostasien und Südamerika. Die Route:

  1. Indien
  2. Thailand
  3. China
  4. Japan
  5. Chile
  6. Argentinien
  7. Brasilien

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Zugegeben, drei Monate sind jetzt nicht die Welt für so eine Reise, aber es ist besser als nichts und so „mitten im Leben“ ist auch für mich nicht mehr drin. Die Alternative ist sonst (wie auf meiner ersten Weltreise 1991/92), dass man hier sämtliche Zelte abbricht und richtig lange reist. Wie ich es nun mache, ist es natürlich die reinste Luxus-Variante. Null Einkommen, zuhause laufen alle Kosten weiter und selbstredend kostet das Reisen auch Geld. Im Zweifel transformiert einen so ein Trip aber und die Erlebnisse sind mehr wert, als zuhause nur mehr „Zeug“ anzuhäufen.

Also: Morgen früh geht’s los und wer meine kleine Expedition mitverfolgen möchte, ist gern eingeladen, hier regelmäßig vorbeizuschauen (oder einfach diesen Blog zu abonnieren, um nichts zu verpassen). Wer mag, kann auch gern andere Reiselustige informieren – sharing is caring! Und die reinen Sportverrückten dürfen sich hier einfach mal drei Monate Pause gönnen – Du verpasst nichts!😉

PS: Richtig geiles Equipment erkennt man daran, dass man es nach 25 Jahren aus dem Keller holt, abstaubt und einsetzt, als wäre es neu (z.B. Rucksack Lowe Pro „Cerro Torre“).

6 thoughts on “Weltreise

  1. Ganz lieben Dank, Gabi. Nach kurzer Recherche im Netz möchte ich dann aber doch dankend ablehnen. überdies ist dieser Blog ja nicht mehr wirklich jung.😉

  2. So, nachdem ich von Deiner Reise erst auf FB mitkbekam, hab ich mal hier her geschaut – klasse!
    Ja, in jungen Jahren hatte man die Zeit und nicht das Geld und jetzt isses andersrum… aber 3 Monate sind ja schon mal genial, wovon ich grad nur träumen kann…
    Viel viel viel Spaß!

    ps: der Rucksack links wird vermutlich nach der Reise dahin sein… daran erkennt man dann das Leichtgewicht😉

  3. Hi Olli!
    Du kennst mich ja ein wenig. Ich halte das Standard-Vorgehen in unserer Kultur für grundlegend falsch.
    Als junger Mensch nimmst Du Dir (wenn überhaupt – ist ja auch eine veschwindend kleine Gruppe) Zeit und wurschtelst Dich mit Mini-Budget irgendwie durch und dann…beginnt das lange Warten auf die Rente, wo dann nochmal „richtig losgezogen wird“ (nicht)! Und in der Blüte unseres Lebens wird einfach mal Geld verdient, um sich die vielen schönen Dinge zu kaufen, die wir im Grunde alle nicht brauchen.
    Ich habe das ja bei mir selbst bemerkt, wie wenig ich im Vergleich zu jungen Jahren in letzter Zeit ERLEBT habe. Und wenn ich ehrlich bin, erkenne ich es auch daran, wie schnell es mir mit anderen Menschen langweilig wird, weil sie keine spannenden Geschichten zu erzählen haben… weil sie einfach nichts erlebt haben.
    Anders herum merke ich das jetzt: Wie vielen spannenden Menschen ich begegnen darf und die haben alle was zu erzählen, weil sie nicht 200 Standard-Arbeitstage runterreissen um dann drei Wochen Standard-Urlaub zu machen, wo der einzige Unterschied zu zuhause die Location ist.
    PS: Der Salomon-TRailrunning-Rucksack schlägt sich als Daypack bisher noch ganz gut.

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