Weltreise Teil 2: Thailand

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Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja: Der Flug mit Thai Airways von Delhi nach Bangkok. Der Kontrast hätte kaum größer sein können. In der Hauptstadt des Königreichs Thailand angekommen, empfing mich ein moderner Airport mit allem, was dazugehört für den Reisenden der Neuzeit: Natürlich free Wifi praktisch „überall“, dazu Ladestationen in den Wartebereichen, wo man auch ohne Adapter gleich sein USB-Kabel reinstecken kann. Geld gab’s auch (zur Abwechslung mal – hatte in Indien nicht geklappt und ich musste schon meine US$- und €-Cash-Reserven anknabbern). Dazu noch ein top-moderner Skytrain, der einen für 45 Baht (ca. 1 €) direkt in die Stadt bringt. Dort direkt an der Endstation eine ganze Reihe von vorzüglichen Hostels mit Hotel-Standard – sauber, günstig, erstmal spät frühstücken und ein Mittagsschläfchen machen (im Flieger war das wieder suboptimal, denn bis die Mädels das Essens-Procedere durch hatten, war nur noch Zeit für ein kurzes Nickerchen, bevor wir schon im Morgengrauen in BKK landeten).

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Bangkok dann eine Traum-Location für Reisende. Ich lernte gleich im Hostel Fred kennen, einen Lehrer aus Sint Marten in der Karibik. Netter Kerl in meinem Alter, während die meisten Rucksack-Reisenden ja doch eher meine Kinder sein könnten. Durch Skytrain, River Express-Boot und Metro ist alles sehr gut erschlossen.

Die Trauerperiode für den gestorbenen König ist noch nicht vorüber und so strömen tausende von Trauernden aus dem ganzen Königreich in die Metropole, um ihren geliebten König persönlich zu verabschieden. Plakate, Fotos und Gemälde von ihm sind omnipräsent. Die Polizei- und Militär-Präsenz ist hoch rund um die Trauer-Feierlichkeiten (sonst überhaupt nicht) und es gibt kostenlos Essen und Trinken für alle. Nette Geste.

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Ansonsten ist der Buddhismus in seiner Thai-Variante allgegenwärtig. Von hübschen kleinen Tempelanlagen irgendwo verstreut bis hin zum absolut gewaltigen Grand Palace ist für jeden etwas dabei. Sehr beeindruckend auch China Town, wahrscheinlich die originellste und ursprünglichste, die ich je gesehen habe. Unzählige kleine, dunkle Gassen mit allem, was man sich nur vorstellen kann. Da ist eine Gasse nur mit Reifenhändlern, dann eine nur mit Waagen, dann die Schildermacher, die Goldschmiede und natürlich immer mal wieder Essen. Herrlich zum einfach nur treiben lassen in diesem Meer fremder Kulturen.

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Mein zweiter Schwerpunkt in Thailand war dann die Insel Koh Chang im äußersten Südosten des Landes (direkt an der kambodschanischen Grenze). Wurde mir empfohlen von meinem guten Freund Frank, der mit seiner Kathrin schon oft dieses Land bereist hat. Eine gute Wahl, wie sich herausstellen sollte. Um ein wenig mehr vom Land mitzukriegen, entschied ich mich für die teurere Variante mit Mietwagen statt Flieger oder Bus. Das hatte auch den Vorteil, dass ich den verrückten Verkehr quasi „aus erster Hand“ erleben konnte. Welch ein Spaß. Nachdem ich mich ans Linksfahren und „alles verkehrt rum“ gewöhnt hatte (z.B. Scheibenwischer links, Licht und Blinker rechts), lief das gleich recht gut. Das Gute an solchen Ländern ist ja, dass sie nicht einmal versuchen, wie bei uns tausende Regeln aufzustellen, geschweige denn, sie durchzusetzen. Also fließt alles weitgehend regelfrei. Die Thais sind aber nicht so aggressiv und durchsetzungsstark (hey, jetzt komm‘ ich) wie die Inder und so lief das alles sehr höflich und gesittet ab. Durch diese Flexibilität konnte ich anhalten, wann und wo ich wollte, Fotos machen, später die Insel erkunden. Und so eine Fähr-Überfahrt mit eigenem Auto ist auch immer was!

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Koh Chang dann eine Tropeninsel, wie aus dem Bilderbuch. Die zweitgrößte Insel des Landes (nach Pukhet), im Inneren noch mit 70% nativem Regenwald bedeckt. Es gibt eine Ringstraße, die allerdings nicht durchgehend die Insel umrundet. Während die Ostseite weitgehend unerschlossen ist und nur kleine Dörfer mit „Einheimischen“ zu finden sind, ist die Westküste für Touristen gut erschlossen. Die Zeit war ein schöner Kontrast zum „hustling and bustling“ der großen Städte – komplett entspannt Beine hochlegen und Seele baumeln lassen. Zugleich war es die einzige Möglichekit auf meinem Trip, mal in tropenwarmes Wasser (Luft 32°C, Wasser 30°C) zu tauchen und ein wenig zu baden. Was uns zu einem absoluten Highlight dieser Reise soweit bringt: Wie immer im Leben kann man die echten Magic Moments nicht planen. Aber immer, wenn ich in tropischen Gefilden unterwegs bin, gönne ich mir dann doch mal einen Tauchgang oder zwei. So auch hier. Patrick war unser Dive Master von BB Divers aus Bang Bao, die ich nur empfehlen kann. Leider brach das Ruder unseres Bootes recht bald und wir mussten ein „Abschlepp-Boot“anfordern, das uns den Rest des Tages zog. Glücklicherweise hatte ich die 1000 Baht extra bezahlt, um einen Deep Dive hinunter zum Wrack der HTMS Chang zu machen (30 Meter Bodentiefe). Während das Wrack selbst so lala war, kam der Höhepunkt in Gestalt eines riesigen Walhais. Er ist der größte Fisch auf diesem Planeten – alle größeren Meeresbewohner (Wale) sind ja Säugetiere. Absolut majestätisch, überwältigend und in seiner Schönheit und Elegnaz nicht in Worte zu kleiden ist diese friedliche Kreatur.

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Ja, das bin ich im Vordergrund (danke an meinen Dive-Buddy Martin für’s Bild). Zum Größenvergelich sind die Tauchkollegen im Hintergrund heranzuziehen. Ein Hammer-Teil!

Tja und nach ein paar Tagen des süßen Nichtstuns ging es für mich dann auch wieder zurück in die Hauptstadt, um noch drei Tage Bangkok zusammen mit meinem Gastgeber Dan aus Kanada zu genießen, bevor es am Samstag nach Beijing, China geht.

PS: Wo wir schon bei Dan sind…Lehrer ist auch so einer dieser Jobs, die einen die ganze Welt bereisen lassen. Ähnlich, wie der Franzose Fred, so auch der Kanadier Dan haben bereits in mehreren Ländern gelehrt, Geld verdient und gelebt. Abends ziehen wir um die Häuser auf seinem Motorrad. Selbstverständlich wird gerast und rote Ampeln werden „thai-style“ kreativ als Indikation genutzt, kurz die Lage zu checken und dann bei nächster Gelegenheit eiskalt über die Kreuzung zu brausen.

Er fragt mich, ob ich Motorrad fahre und ich antworte wahrheitsgemäß, dass ich gar keinen Führerschein dafür besitze.

„Ich auch nicht“, kommt es prompt von ihm.

„Was, wenn Du von der Polizei angehalten wirst?“

„Das ist schön öfter passiert. Dann zahle ich eine milde Strafe und fahre weiter.“

So macht man das hier. Das gibt mir zu denken.

PPS: Nachtrag zu Indien. Ich hatte erwähnt, dass „von jetzt auf eben“ die 500 und 1000 Rupien-Scheine nicht mehr zu nutzen waren. Tatsächlich wurde vom Premierminister ohne Vorankündigung die zwei größten Scheine aus dem Verkehr gezogen (die zusammen 87% des gesamten indischen Bargelds in Umlauf ausmachen!), um angeblich das Schwarzgeld- und das Steuer-Thema in den Griff zu bekommen. International wurde das in verschiedenen Zeitungen als „bad economics“ gebrandmarkt und hätte mich beinahe meinen Flug nach Thailand verpassen lassen…

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