Weltreise Teil 7: Brasilien

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Wo waren wir stehen geblieben…ach ja, der Flug zu nachtschlafener Zeit von Buenos Aires nach Brasilia. Schön, den Morgengrauen und den Sonnenaufgang über dem unendlichen Meer aus Urwald zu erleben. Dann die Hauptstadt Brasilia. Das Thema ist aus meiner bescheidenen Sicht rasch zusammengefasst: Eine Hauptstadt „aus der Retorte“ irgendwo mitten im Nirgendwo von grund auf zu designen ist eine scheiss Idee. Noch dazu in den 60ern und 70ern des vergangenen Jahrhunderts. Ich lese Sprüche wie „mutige Architektur“, „gewagter Schritt“ und wundere mich nur. Noch dazu quasi ohne Wettbewerb alles aus einer Hand („grand vision“), nämlich von Oscar Niemeyer. Das ganze Ensamble von Architektur-Schrott (sorry – meine Wortwahl) wurde sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Wahrscheinlich entgeht mir in meiner beschränkten Wahrnehmung irgendwas, aber ich kann da nichts Mutiges, nichts Gewagtes und nichts Großartiges erkennen. Aber das geht auch einem Großteil der Menschen mit einem Großteil von „Kunst“ so. Anyway, eine brasilianische Intellektuelle, die ich in Argentinien traf, meinte nur: „Einen Tag kann man da schon mal investieren – mehr aber auch nicht.“ Ich fand den Tag auch schon zu viel. Seltsam, dass ich am Schalter der LATAM am Morgen meinen Rucksack schonmal einchecken wollte, damit ich ihn los habe und die Dame am Schalter (natürlich!!) wieder einmal kein Wort Englisch sprach und mich sofort für den nächsten Flug nach São Paulo einchecken wollte. Zufall? Kurz und knapp gesagt: Das muss man nicht unbedingt gesehen haben. Schon gar nicht im Sommer bei 35°C und erbarmungsloser Sonne (hatte ich erwähnt, dass Oscar in seiner „grand vision“ irgendwie die Bäume vergessen hatte?). Kategorie „Willst Du nicht tot über’m Zaun hängen“!

Am selben Abend ging’s aber auch schon weiter in die Riesen-Metropole São Paulo, mit 21 Millionen Menschen die größte Stadt Brasiliens. Das war auch der erste Ort auf meiner Weltreise, wo sich die Warnungen häuften. Selbst Bürger der Stadt rieten mir offen davon ab. So hielt ich es dann auch recht kurz, genoss aber denoch den Flair der Großstadt. Brasilien war ja ohnehin eigentlich wie einige andere Länder lediglich als kurzes „Probierele“ gedacht, um zu schauen, ob ich da in der Zukunft mal längere Zeit hinreisen möchte. Aber da mir viele Reisende wie Brasilianer zu Florianopolis rieten und mein alter Triathlon-Kumpel Tommy Vonach seit 2015 dort wohnt und mich einlud, nahm ich diese an. Eigentlich waren nur drei Tage geplant, aber Tommy überredete mich, meinen Heimflug umzubuchen und so hänge ich nun gerade zwei Wochen extra hinten dran.

Florianopolis ist unter Triathleten bekannt, finden doch seit geraumer Zeit dort sowohl der IRONMAN Brasil (Continental Championship) als auch eine Challenge statt. Übrigens direkt am Strand, wo Tommy wohnt (einer von 42 Top-Stränden, die diese Insel zu bieten hat).

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Das ist eine gute Gelegenheit, mal wieder langsam mit leichter Bewegungstherapie zu beginnen. Dachte ich. Aber wie praktisch immer in solchen Situationen, ist es schwer für einen wie mich, sich nicht doch zu zu schnellem Laufen überreden zu lassen. Tommy ist natürlich „voll im Saft“, da ja hier Sommer ist und er Ende des Monats einen schneller 10er laufen möchte.

Was soll ich sagen? Das Strandleben hier in Brasilien hat seine Vorzüge. Und ja, die Frauen hier sind der absolute Hammer. Aber Florianopolis ist nicht Brasilien. Das hier ist die geschönte Welt der Superreichen und -schönen. Teure Beach Clubs, jeden Abend Party bis in den Morgengrauen, große Jachten draußen in der Bucht.

Noch ein Detail: Hier in Brasilien haben sie keine Sportvereine wie wir in Mitteleuropa. Die Triathleten trainieren alle unter bestimmten Coaches. Tommy trainiert bei Coach Roberto Lemos, der auch schon als Profi in Kona am Start war. Der hat – wie es sich gehört – auch mit 50 noch einen fantastischen Body und ist ein netter Kerl. Wir kriegen es sogar noch hin, dass mir die Jungs von Della Bikes in Floripa ein Roadbike zur Verfügung stellen und ich so mit Tommy und der Squad ein wenig die Gegend erkunden kann.

Ansonsten bricht hier gerade die letzte Woche meiner Weltreise an und ich freue mich schon wieder auf zuhause. Die Bilder vom richtigen Winter mit viel Schnee gefallen mir schon auch und ich bin ja so einer von der Sorte, der auch die vier Jahreszeiten nicht missen möchte. Genau wie mit dem Sport, kann ich dank Tommy’s WLAN auch schon bestimmte Projekte meiner Arbeit zuhause anstoßen und so einen „weichen Übergang“ genießen.

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