Xterra World Championships 2017

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Whoa! Was für ein Rennen, was für eine Schlacht! Die 2017er-Ausgabe der Xterra-Weltmeisterschaft ist Geschichte. Wieder einmal war es sehr schwer, den Rennausgang vorauszusagen (auch wenn ich normalerweise eine richtig gut funktionierende Glaskugel habe). Okay, bei den Mädels war es im Gegensatz dazu sehr einfach. Ähnlich wie auf der Langdistanz, wo eine Daniela Ryf das Maß aller Dinge und an einem normalen Tag praktisch unschlagbar ist. Im Cross-Triathlon ist es eine Flora Duffy von den Bermudas, die als amtierende Kurzdistanz- und dreifache Xterra-Weltmeisterin im Prinzip unbezwingbar ist.

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Nun könnte man sagen, dass sie mit dem Scott Spark einfach das beste Bike fährt, aber das wäre zu kurz gegriffen. Sie hat einfach mal die schnellste Schwimm-, Rad- und Laufzeit aller Damen. Jemand, der im Weltcup allein dem Feld enteilen und einen WCS von vorn (mit erlaubtem Windschatten) für sich entscheiden kann, ist prinzipiell auch für einen Xterra gut aufgestellt. Man muss dafür eben nur noch auf dem Mountainbike zuhause sein – gerade auf einem so schweren Kurs wie in Kapalua. Aber das hat Frau Duffy ja nun schon mehrfach gezeigt. So auch gestern Abend. An dieser Stelle darf man sich nochmal ganz langsam die nackten Zahlen auf der Hirnrinde zergehen lassen: Flora kommt als Gesamtfünfte aus dem Wasser, fährt die 38. Radzeit und läuft die 13. Laufzeit – ALLER TEILNEHMER! Was sie auf Gesamtplatz 13 die Ziellinie überqueren lässt. Noch vor Weltklasse-Profis wie Ben Allen aus Australien. Zutiefst beindruckend. Punkt.

Die Frage aus deutscher Sicht: Was wird Laura drauf haben und umsetzen können? Ganz toll hat sie das gemacht. Denn auch gegen die Chilenin Barbara Riveros, die ebenfalls jahrelange Weltcup-Erfahrung auf der Kurzdistanz hat und mehrere Jahre DIE Frau für schnelle Laufzeiten war, war kein Kraut gewachsen. Dafür schwimmt Laura nach wie vor zu schlecht. Ich denke, der dritte Platz geht voll in Ordnung – mehr war einfach nicht drin. Und damit hat sie ja viele weitere Spezialistinnen auf die Plätze verwiesen.

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Und was war bei den Männern los? Zwei meiner drei Top-Favoriten haben es tatsächlich auf’s Podium geschafft: Der junge Mexikaner Mauricio Mendez auf Platz 2 und der alte, spanische Haudegen Ruben Ruzafa auf dem Bronzerang. Deutsche Elite-Starter waren dieses Jahr keine am Start. Schön war dagegen zu sehen, wie der Südafrikaner Bradley Weiss alle überraschte und mit dem Sieg davon lief. Durch eine überragende Radleistung, wo er selbst auf der abschließenden, hakeligen Singletrail-Passage Ruben nicht entkommen liess, eröffnete er sich die Chance, diesen im abschließenden Lauf abzukochen. Was er auch tat. Die drittschnellste Laufzeit des Tages reichte dabei aus, um 2 Minuten schneller als Ruben zu sein. Speedy Gonzales, aka Mau Mendez, lief derweil noch einmal 2 Minuten schneller und stürmte mit Laufbestzeit heran. Es sollte am Ende trotzdem nicht reichen und Brad siegte souverän.

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Was gibt es sonst noch zu vermelden? Es gab einen wirklich gut funktionierenden Video-Livestream auf YouTube. Mehr braucht es aus meiner Sicht nicht. Hervorragend kommentiert von Mr. Xterra Europe, Nicolas Lebrun, dem neuen Europa-Medienchef aus Griechenland (kenne ich noch nicht) und natürlich dem Big Kahuna, Dave Nicholas, himself. Okay, ein Franzose, der versucht Englisch zu sprechen, ist immer etwas gewöhnungsbedürftig, aber wir wollen mal nicht meckern. Er hat sich bemüht und ist an Sachkenntnis nicht zu toppen. Alles in allem also ein rundes Paket. Das Wetter passte auch und im Gegensatz zu letztem Jahr, wo es mal wieder extrem rutschig war, schienen angeblich beste Maui-Bedingungen vorzuherrschen.

Aja, aus deutscher AK-Sicht sind noch Philipp Widmann aus Esslingen als 97. (11. M30, zweitbester Deutscher hinter Laura), und die Opa-Kollegen Bernd Übersezig als 196. (8. M50) und Bernd Kiesel als 441. (34. M50) zu erwähnen. Immerhin 756 Athleten beendeten das Rennen.

Ergebnislisten gibt’s hier!

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