Kraichgau, Samorin & Co.

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Endlich ist die 2018er-Triathlon-Saison voll am Laufen! Allein die Marke mit dem M-Dot hatte gleich fünf Mittel- und eine Langdistanz im Angebot am gestrigen 3. Juni 2018. Hinzu kam das lang erwartete Duell zwischen Lionel und Sebi bei „The Championship“ im slowakischen Samorin.

70.3 Kraichgau & The Championship Samorin

Ich lasse die ganzen anderen Rennen mal weg (die nebenbei häufig erschreckend schwach besetzt sind oder ganz als reine Amateur-Events abgehalten werden – bei DER Dichte der angebotenen Rennen kein Wunder). Statt dessen konzentriere ich mich auf ein paar wenige Beobachtungen der beiden wichtigsten und bestbesetzten Rennen an diesem Wochenende: 70.3 Kraichgau und Samorin (ich habe einfach mal ein paar Bilder aus dem Archiv zur Auflockerung eingestreut).

Interessant sind da einerseits die Gemeinsamkeiten, andererseits aber auch die Unterschiede. Bei beiden Rennen sind die Deutschen richtig gut im Spiel. Im Kraichgau dominieren sie gar, während sie in der Slowakei anderen Athleten die Top Spots lassen müssen. Im Kraichgau dominieren gerade die zwei strahlenden Sieger auf geradezu demütigende Art und Weise die Konkurrenz, während es in Samorin relativ eng hergeht. Im Kraichgau jubeln wie jedes Jahr gefühlte 3 Milliarden Menschen vor Ort, während es an der Donau weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit abgeht. Da hilft auch die beste „Race Venue“ nicht, wenn keine Zuschauer da sind. Dafür lieferten sie – wie schon bei der Premieren-Veranstaltung im Vorjahr – einen sensationell guten Livestream.

Klar, das „Feeling“ vor Ort ist natürlich etwas anderes, aber im Grunde kann man sich das deutlich besser von zuhause aus anschauen – vor allem, wenn man mehrere Rennen an unterschiedlichen Orten gleichzeitig begutachten will.

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Ironman 70.3 Kraichgau 2018

Am Hardtsee ließ Sportfreund Frodo gleich von Beginn an gar keinen Zweifel aufkommen, wer hier der Chef ist. Mit seinem Trainingskameraden Nick Kastelein im Schlepptau pinkelte er den Kollegen schon beim Schwimmen dermaßen ans Bein, dass man sich fragen musste, was die anderen denn trainiert haben. Über eine ganze Minute auf Andi und fast zwei Minuten auf den nächsten Verfolger-Trupp… Jungs, macht Euch mal Gedanken! Und beim Biken und Laufen ging’s genau so weiter. Alles von vorn, volle Attacke allein, genau so, wie wir das sehen wollen! Keine Versteck-Spielchen und sich auf’s überragende Laufen verlassen, kein „in der Gruppe mitrollen“. Ganz großes Kino von Jan Frodeno an diesem Tag. Wie in Oceanside gewinnt er nicht bloß das Rennen, sondern setzt auch gleichzeitig Bestmarken IN ALLEN DREI Disziplinen. Das muss ihm erstmal einer nachmachen!

Nebenbei erwähnt: Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass hinter dem Podium ein starkes Quartett aus Andi Böcherer, Marc Dülsen, Markus Rolli und Julian Mutterer die Plätze 4 bis 7 belegt – uns geht auch für die nächsten Jahre der Nachwuchs auf der Langdistanz nicht aus!

Und bei den Mädels? Wie ich das von ihr (auch ohne St. Pölten in der Vorwoche) erwartet hatte, schlägt Laura Philipp ihre Wettbewerberinnen vernichtend. Anders als Frodo muss sie noch etwas hinterher schwimmen, macht aber mit den jeweiligen Bestmarken beim Radeln und Laufen ebenfalls den Sack zu. Zu einem Vorsprung von über 10 Minuten auf einer Mitteldistanz brauche ich – glaube ich jetzt mal – nichts weiter zu sagen. Das sind Welten! Trotzdem auch Gratulation an Daniela Sämmler und die Fliegende Holländerin Yvonne van Vlerken!

Im Hinblick auf den Ironman Frankfurt muss ich an dieser Stelle sagen: Ich wollte ja eigentlich mal wieder zum Anfeuern hochfahren…aber das wird an einem normalen Tag ein sehr langweiliges Rennen. Frodo und Laura sind momentan so dominant…man muss fast schon auf ein Missgeschick hoffen (was ich natürlich niemandem wünsche), um wenigstens etwas Spannung und Drama in das Rennen zu bringen.

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„The Championship“ Samorin

Im fernen Samorin schlugen sich die Deutschen auch wieder verdammt gut. Neben Sebi auf Platz 2 folgen auch noch ein überraschend starker Florian Angert auf der Drei und Maurice (Krawall) Clavel auf der Fünf (keine Sorgen um die Langdistanz-Zukunft, s.o.).

Ein unfassbar starker Angert führt nach starkem Schwimmen die Jungs in die T2 und hält sich wacker beim Laufen, um den letzten Podium-Spot für sich zu sichern. Derweil verspult es Mr. Krawall nach starkem Radfahren beim Laufen. Und von hinten kommt mit brachialen (wenn auch schrecklich anzusehenden) Schritten Colonel Sanders mit dem stärksten Bike- und Runsplit des Tages. Sebi schwimmt zwar überraschend besser, muss aber sowohl beim Biken, als auch beim Laufen zu viel Zeit abgeben und kann so Lionel wieder nicht bezwingen. Aber wieder ein schöner Fight und spannender als im Kraichgau. Spannend ist aus meiner Sicht auch, wie viele Jungs zwischenzeitlich auf Sebi-Niveau radeln können. Aber die Kombination macht’s ja im Triathlon bekanntlich!

In der Damenkonkurrenz ließ Lucy Charles erwartungsgemäß beim Schwimmen und Radeln keine Hoffnung aufkommen. Sie nimmt allein der Zweiplatzierten Haug über 3½ Minuten beim Schwimmen und weitere 3 Minuten beim Radfahren ab. Da half dann auch Anne’s 1:15er Weltklasse-Halbmarathon leider nicht zum Sieg.

Fazit: Ein fantastisches Triathlon-Wochenende mit Weltklasse-Leistungen geht zu Ende. Eine finale Standortbestimmung für alle, die eines der üblichen europäischen Langdistanz-Rennen gewinnen wollen, ist gefallen. Wer auch nur noch einen letzten Zweifel an Frodo’s wiedererlangten Stärke hatte – jetzt ist er aufgelöst. Frankfurt wird an einem normalen Tag eine klare Sache für ihn (wohl wissend, dass bei einem Ironman eben auch immer etwas schief gehen kann). Mit so viel Polster kann er sich aber so einige Patzer leisten… Bei den Mädels wird es da spannender, weil einerseits eine Daniela Ryf und eine Anne Haug am Start stehen und andererseits, weil es Laura’s erste Langdistanz ist (und die muss man erfahrungsgemäß erstmal sauber hinkriegen).

Fotos von unserem rasenden Außenreporter Tjorben Eckermann, ähhh…Onkel Kai!
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